Mindestlohn als Mogelpackung

Die verlogene politische Klasse verkündet über ihre Systemmedien-Anstalten im Merkelland immer wieder freudestrahlend neue Rekord-Beschäftigungszahlen vom bundesdeutschen Arbeitsmarkt. Diese scheinbaren Erfolgsmeldungen sollen wohl allgemein für alle Unbedarften den Eindruck erwecken, daß Armut und sozialschwache Verhältnisse in der Bundesrepublik nun endlich wohl der alten grauen Vorzeit angehören.

Neuste Studien enthüllen aber, daß die Zahl der bis zu 15-Jährigen, die aufgrund der Arbeitslosigkeit ihrer Eltern finanzielle Hilfe vom kommunalen Jobcenter beziehen, im Vergleich zum Vorjahr um 1,4 Prozent und somit insgesamt auf knapp 646.000 Kinder angestiegen sind. Kinder sind es also im Merkelland, die besonders unter den asozialen Verhältnissen in der Republik hier weiter leiden müssen. Mehr als 400.000 Kinder in Deutschland leben so auch vier Jahre oder länger abhängig von staatlich alimentierten Hartz-IV-Leistungen. Die Daten entstammen übrigens keiner nationalen Kaffesatzleserei sondern der offiziellen Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) vom Juni 2014 und kommen so direkt aus dem Informationspool einer steuerfinanzierten Systembehörde.

Wie steigende Kinderarmut und die angeblich brillanten Beschäftigungszahlen am Ende zusammen passen, verschweigt die politische Klasse natürlich lieber wieder einmal. Diese negative Entwicklung ist maßgeblich dem Umstand des immer weiter fortschreitenden Ausbaus des Niedriglohnsektors und prekären Beschäftigungsverhältnissen hierzulande geschuldet. Permanent werden demnach in der Bundesrepublik Arbeitslose zu Jobs gedrängt, in denen Unternehmer ihre Beschäftigten mit asozialen Dumping-Löhnen abspeisen. Ob sich nach Einführung der nicht flächendeckenden Lohnuntergrenze nun 2015 insbesondere etwas an der wachsenden Kinderarmut ändert, wagen zahlreiche Experten daher ebenso zu bezweifeln, wie sie genauso die mutige Hoffnung nicht nähren können, daß insbesondere die Armut im Alter sich mit der neuen Mindestlohn-Regelung bekämpfen läßt.

Ein Grund ist unter anderem die rechnerische Erkenntnis, daß selbst ein Stundenmindestlohn von gut 10 Euro auch bei Vollzeitbeschäftigung und vollen Beitragsjahren im Rentenalter die staatliche Zuzahlung nicht verhindern wird. Der nun eingeführte Mindestlohn von 8,50 Euro entpuppt sich somit unweigerlich als Mogelpackung und läßt die Billiglohnarbeiter auf etwas höherem Niveau weiterhin in die Armutsfalle tappen. Ganz ausgenommen vom Mindestlohn sind des Weiteren auch die zahlreichen Selbstständigen im Lande. Viele von ihnen fristen aber existentiell ein kümmerliches Dasein und insbesondere Ein-Mann-Unternehmen sind aufgrund niedriger Stundenlöhne durch die von der EU aufgeweichten Ausbildungsstandards in zahlreichen Branchen nicht selten noch von monatlichen Aufstockerleistungen des Staates abhängig. Zudem vernichtet die seit Jahren anhaltende Niedrig- bis Nullzinspolitik der herrschenden Klasse auch noch die als Zusatzrente angedachten Lebensversicherungen, Riester-Renten und den auf der Bank liegenden Notgroschen der Bundesbürger.

Bleibt noch zu ergänzen, daß von den neuen Mindestlohnbestimmungen auch zahlreiche Personengruppen durch die große Koalition in Berlin bereits im Vornherein gesetzlich ausgenommen wurden. Im Einzelnen handelt es sich dabei um Langzeitarbeitslose, Auszubildende, Praktikanten und junge Leute in Einstiegsqualifizierungen. So betreibt die volksfeindliche Bundesregierung weiterhin die Spaltung des deutschen Volkes in eine Zwei-Klassen-Gesellschaft, während sie sich öffentlich für das angebliche „German-Job-Wunder“ in der Kapitalismuskrise international ausgelassen feiern läßt.