St. Josef: Ein Name, der für Streit sorgt

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Über kein anderes Thema wird so leidenschaftlich gestritten und diskutiert, wie über die drohende und mit vielen kleinen Schritten fortschreitende Überfremdung unserer Heimat. Kräftig befeuert wird diese Diskussion nun noch einmal mit einem Vorfall, der sich dieser Tage im beschaulichen und stark katholisch geprägten Niederbayern zugetragen hat. Dort in der Gemeinde Markt Essenbach sollte der Marktgemeinderat über die Namensgebung für den erst kürzlich eröffneten Kinderhort entscheiden. Als Vorschlag stand der Name "Kinderhort St. Josef" im Raum, welcher den Gemeinderäten jedoch offenbar zu traditionsbewusst ist und der, nach eigener Aussage, die religiösen Gefühle andersgläubiger Menschen im Ort und dessen Umgebung verletzen könnte. Der Name wurde mit großer Mehrheit daraufhin abgelehnt.

St. Josef in Bayerns Geschichte stark verankert

Der Name Josef hat nicht nur für Markt Essenbach im Landkreis Landshut eine tief greifende und lange traditionelle Verankerung, sondern hat ganz Bayern jahrhundertelang geprägt. Die geschichtliche Bedeutung geht schon ins frühe Mittelalter zurück. So war es im 17. Jahrhundert der Kurfürst Ferdinand Maria, der am 4. Mai 1664 den heiligen Josef zum Patron und Schutzheiligen für sein geliebtes Bayern ernannte. Damit war der Josefitag über Jahrhunderte in der bayerischen Kultur als Feiertag am 19. März verwurzelt, bevor er Ende der 1960er Jahre offiziell abgeschafft wurde. Doch auch heute ist der Tag ein fester Bestandteil im Jahr für viele geschichts- und tradiontsbewusste Bayern.

Mehrheit gegen Tradition

Der Tradition bewusst, dass der Heilige auch der Patron für Familien und Kinder war, schlug der in Essenbach ortsansässig Josefiverein dem Marktgemeinderat den Namen "Kinderhort St. Josef" vor. Dieser wiederum sah in der entsprechenden Initiative keine zeitgemäße Namenswahl mehr und lehnte den eingebrachten Vorschlag mit 24 zu 8 Stimmen ab. Spierer, der zweite Bürgermeister von Markt Essenbach, welcher selbst auf den Namen Josef hört, äußerte sich gegenüber der Süddeutschen Zeitung, dass man mit diesem Namen keine religiösen Gefühle Anderer verletzen wollte, wodurch er eben abgelehnt wurde. Man mag es gar nicht glauben, dass er im Angesicht seiner traditionsfeindlichen Erklärungsversuche Ortsvorsitzender der Christlich-Sozialen Union (CSU) in Markt Essenbach ist. Solche Aussagen und Erklärungen von einem CSU Funktionär zeigen jedoch wieder einmal in aller Deutlichkeit auf, dass diese Partei schon soweit nach Links gerückt ist, so dass kein Unterschied mehr zur SPD oder den Grünen ersichtlich ist. Abschließend sollte man Josef Spierer noch nahelegen, mit gutem Beispiel voranzugehen und seinen Vornamen Josef für seine Schützlinge gerechterweise in die arabische Schriftweise Yusuf abzuändern. Damit er reines Gewissens behaupten kann, er würde mit seinem Vornamen keine religiösen Gefühle Andersgläubiger verletzen.

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