
Auch die Selbstkritik kommt nicht zu kurz. So soll man sich davor hüten, die Genossen nach einer Rangordnung vom „pazifistischen Unterstützer“ über den „Randalemacher“ bis hinauf zum „militanten Radikalen“ einzuteilen. Auf diese Weise, so heißt es, nimmt man nur „die Polizeiarbeit vorweg“.
Bemerkenswert ist, daß die (vermutlich französischen) Verfasser selbst eingestehen, daß ihnen das Proletariat als revolutionäres Subjekt abhanden gekommen ist. „Etwas Plebejisches“ aber soll es „in den Körpern und den Seelen“ weiterhin geben. Und dieses Plebejische hat offenbar viel Freude am politischen Kampf. Auch wenn man nicht mehr genau weiß, wie und wo die Revolution eigentlich stattfinden soll, bereitet es ein „unmittelbares Glück“, dafür tätig zu sein. Die revolutionäre Erfahrung, besonders wenn es dabei Tote gibt, begleitet einen noch 30 Jahre später wie ein Lebenselixir. Der „kommende Aufstand“ war übrigens zeitweise als „Handbuch des Terrorismus“ beschlagnahmt. Es sind also unter den Linken noch einige „Unversöhnliche und Unbequeme“ unterwegs.
Bezeichnend auch die Reaktion der etablierten Zeitungen auf das linksextremistische Elaborat. Die Bürgerlichen treibt nämlich nur die Sorge um, daß sich „rebellische Bewegungen auch ins Faschistische verzerren“ könnten. Und die Jungle World bemängelte bereits beim „kommenden Aufstand“: „Der Text schuldet vieles nationalsozialistisch gefärbten Theoretikern“, nämlich Martin Heidegger und Carl Schmitt. Antimodern und antidemokratisch sind inzwischen auch Antifas – da kann man nichts machen.













