Jan Philipp Reemtsma: Ein Berufslügner geht in Rente

Der Gründer und Leiter des Hamburger Instituts für Sozialforschung hat seinen Abschiedsvortrag gehalten und übergibt an den Soziologen Wolfgang Knöbl. Ob von Knöbl ähnliche Unverschämtheiten zu erwarten sind wie die sogenannte „Wehrmachtsausstellung“ von 1995 bis 2004, wird sich zeigen. Mit der Ausstellung in vielen deutschen Städten wollte Reemtsma demonstrieren, daß die deutsche Wehrmacht in die „Verbrechen der SS, insbesondere gegen Juden voll mit einbezogen“ war. Mit einbezogen war jedoch das Tabak-Unternehmen Reemtsma selber, das dem Erben erst die finanziellen Mittel in die Hand gab, ein überflüssiges Institut zu gründen und ohne entsprechende Qualifikation dort den Professor zu spielen.

Während sich der nationale Protest auf die „Wehrmachtsausstellung“ konzentrierte, erweist sich im Rückblick das ganze Institut, das sich bewußt in die Tradition von Adornos Frankfurter Einrichtung gleichen Namens stellt, als eine Art Jesuitenorden bundesrepublikanischer Staatsgesinnung. Sechzig (!) Mitarbeiter machen sich dort zur Zeit Gedanken, was man als unmenschlich, rassistisch oder sonst wie gefährlich anprangern könnte. Zum Gründungsbeirat gehörten 1984 die Psychoanalytikern Margarete Mitscherlich („Die Unfähigkeit zu trauern“), der Soziologe Ernest Mandel und die Feministin Alice Schwarzer.

Inzwischen sind die Zeiten für „Aufklärung und Emanzipation“ allerdings immer schlechter geworden. Vielleicht ist das auch ein Grund dafür, daß Reemtsma sich mit 63 Jahren schon zurückzieht. Der erwähnte Abschiedsvortrag hat denn auch ein merkwürdiges Thema: „Gewalt als attraktive Lebensform“. Das erinnert an das neue Buch von Klaus Theweleit „Das Lachen der Täter: Breivik u.a.“ Die Humanisten und Aufklärer behaupten neuerdings, daß politische Gewalt nicht aus Mißständen resultiert, sondern aus einer rein männlichen Tötungslust.

Diese Tötungslust wird nicht nur Andres Breivik und den islamischen Gotteskriegern unterstellt, sondern auch der SS und natürlich – der Wehrmacht. Denn etwas anderes als die „attraktive Lebensform“ kann sich der Hedonist von heute als Ziel gar nicht mehr vorstellen. Und so müssen wohl Panzerfahren und Massenerschießungen unseren Vorfahren den größten Spaß gemacht haben. Wenn nicht, wären sie ja nach Hause gegangen und hätten die Füße hochgelegt. Insofern ist der Rücktritt Reemtsmas bedeutungslos, die „Forschung“ wird in seinem Sinne weitergehen.





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