„Flüchtlinge sollen schneller einen Job bekommen“

In der „OSTTHÜRINGER Zeitung“ (OTZ) vom 16. Juni 2015 war oben genannte Überschrift unter der Rubrik „Nachrichten des Tages“ zu lesen. Der Artikel selbst scheint für das ausgegebene Thema recht kurz geraten und so wundert es nicht, dass keinerlei kritische Fragestellung zum niedergeschriebenen Sachverhalt seitens des Autors zu finden ist. Ob nun der Wille zur Kritik fehlte oder keine Kritik von der Redaktion gewünscht war, soll hier nicht weiter bewertet werden, denn der Kern der Sache ist viel zu wichtig, als das man sein Augenmerk darauf lenkt.

Der Artikel wird vollständig wiedergegeben und die für das Hinterfragen notwendigen Worte oder Satzteile werden farbig markiert. Versuchen Sie den Text, so schwer es mit der Einfärbung auch seien mag, so unvoreingenommen wie möglich zu lesen. Anschließend wird auf die markierten Satzteile näher eingegangen.

Der Umgang mit Flüchtlingen in Deutschland muss dringend verbessert werden. Diese Ansicht teilen angesichts der steigenden Zahl Asylsuchender nicht nur viele Politiker, sondern auch die Wirtschaft. Im Vorfeld des Ministerpräsidententreffens am Donnerstag im Kanzleramt machte sich auch Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer dafür stark, den Zugang von Flüchtlingen zum deutschen Arbeitsmarkt deutlich zu erleichtern. „Viele Menschen, die auf der Flucht vor Krieg und Vertreibung zu uns kommen, werden längerfristig oder sogar für immer bleiben.“ Es sei im Interesse aller, alles zu tun, damit sich diese Menschen zügig in den Arbeitsmarkt integrieren können, sagte der BDA-Verbandschef. Ähnlich sieht dies auch der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK). Eric Schweitzer forderte, „dass Asylbewerber mit Bleibeperspektive und Geduldete, die hier eine Ausbildung beginnen, diese auch abschließen dürfen ohne Sorge vor Abschiebung“. Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) befürwortet unterdessen ein generelles Bleiberecht für Flüchtlinge mit absolvierter Ausbildung. „Im Anschluss an eine erfolgreiche Ausbildung soll jeder dauerhaft in Deutschland bleibe können.“ Der Zugang von Flüchtlingen zum Arbeitsmarkt wird auch eines der zentralen Themen des Gesprächs im Kanzleramt mit den Landeschefs sein. Zudem wird es um ein frühes Angebot für Sprachkurse und eine Beschleunigung der Asylverfahren gehen.- Viele Kommunen stöhnen bundesweit unter der steigenden finanziellen Belastung für den Umgang mit Asylsuchenden. Die Länderchefs drängen deshalb auf eine strukturelle Entlastung und dauerhafte Unterstützung durch den Bund. Pro Flüchtling sei eine Pauschale zwischen 12.500 und 14.000 Euro pro Jahr notwendig, hieß es in Kreisen der Ministerpräsidenten.“ Quelle: OSTTHÜRINGER Zeitung“ (OTZ) vom 16. Juni 2015

Ist Ihnen irgendwas aufgefallen? Nein? Ein Artikel, wie er täglich in den Boulevardzeitungen oder sonstiger Belletristik zu finden ist oder verbirgt sich doch mehr im scheinbar mageren Text?

Warum meinen Sie, muss (zwingend) der Umgang mit Flüchtlingen in Deutschland dringend verbessert werden? Die Aussage impliziert unterschwellig ein schlechtes Gewissen in der Form, dass der unbedarfte Leser davon ausgehen muss, dass er und letztlich wir alle so wenig für Fremde tun, dass wir gezwungen sind (werden), so schnell als nur irgendwie möglich zu handeln, was im nächsten Satz mit den sogenannten „Experten“ belegt werden soll. Dieser Ansicht sind viele (ungewisse Anzahl) Politiker und die Wirtschaft (sehr allgemein). So wird der Kreis für den viel zu gutmütigen deutschen Schlafwandler mit narkotisch wirkender Musik geschlossen.

Wo ist nun der Aufschrei? Müssen wir nicht jährlich über 30 Milliarden unserer Steuergelder allein für die Zinsen der Staatsverschuldung von über 2 Billionen Euro ausgeben? Haben nicht sämtliche Politiker und die Wirtschaft nach Kriegsende am Verschuldungsstand Deutschlands gearbeitet? Es ist derselbe Menschenschlag, welcher es seit jeher nicht vollbracht hat, für gesunde Beschäftigung mit sittlichen Löhnen zu sorgen und doch sind sie es, die Fremde im Lande wollen. Dem stehen offiziell rund 9 Millionen Arbeitslose (Arbeitslos, Hartz IV und Sozialgeld, ohne ABM usw.…), über 200.000 Obdachlose, wobei Kinder noch nicht inbegriffen sind, gegenüber. Wer nicht glauben will, der soll zumindest wissen, dass der Deutsche Kinderschutzbund auf seiner Internetseite mit 2,5 Millionen in Einkommensarmut lebender Kinder unter 18 Jahre aufwartet. Hier zeigt sich der Reichtum an Armut in Deutschland gegenüber der eigenen Bevölkerung.

Den Text weiter lesend zeigt sich das pathologische Vorgehen der Wirtschaft auf der Suche nach Billiglöhnern, zur inneren Befriedigung des süchtigen Mammon, gleich der Suche eines abgerissenen und klammen Fixers nach billigem Heroin. Denn nachfolgend heißt es, dass sich auch der Arbeitgeberpräsident dafür stark macht, dass Flüchtlingen der Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt deutlich erleichtert werden soll. Allein die Aussage des Arbeitgeberpräsidenten reicht aus, um auf weitere Erörterung verzichten zu können, da nun bekannt ist, aus welcher Richtung der Wind ins Gesicht der Arbeitnehmer und der allgemeinen Arbeitslosen weht. Seltsamerweise schmiegt sich an die aufwirbelnden Forderung des Herren Arbeitgeberpräsidenten, die jedem Deutschen im Mark sitzenden Worte der Flucht und Vertreibung wegen Krieges. Der somit ausgelöste Verarbeitungsvorgang des konditioniert denkenden Deutschen lässt diesen in völliger Verkennung der Realität, den Gedankenspeichel vergleichbar mit dem Speichelfluss des pawlowschen Hundes im gewollten Interesse der Erzieher fließen. Demnach ist man nicht in der Lage, Äpfel von Birnen zu unterscheiden (Deutsche flüchteten nach Deutschland und nicht in ein anderes Land mit zusätzlich fremder Kultur, Sprache usw. …) und wähnt sich in geistiger Umnachtung gefangen, seiner Wurzeln der Herkunft beraubt auch noch bestätigt, wenn dem hohen Herren anstatt widersprochen, zugestimmt wird. Wie lange der Aufenthalt der zukünftig neuen Passdeutschen dauern soll, wird schwammiger Weise mit länger bis nun ja, vielleicht, gegebenenfalls, für immer beschrieben. Auch hier wird wieder mehr entschärft, als konkretes auf den Tisch gelegt. Warum wird nicht einfach ausgesprochen, dass man den Deutschen zum trotteligen Bildzeitungskonsumenten und Fernsehsüchtigen dressiert hat und er diesbezüglich auf integrationsresistente Ausländer angewiesen ist? Das wäre zumindest zum kleinen Teil an der Wahrheit ausgerichtet, schadet aber im Umkehrschluss der eigenen Interessenlage der Herren aus der Wirtschaft, Politik usw.

Des Weiteren sollte öfter über die ca. 15 Millionen bereits hier lebenden Passdeutschen geschrieben werden, damit eine bildliche Vorstellung davon reifen kann, dass bald ein Viertel der in Deutschland lebenden Menschen gar keine Deutschen sind. Doch wie der obigen Schrift folgend zu entnehmen ist, ist es im Interesse aller, alles zu tun, die Menschen zügig in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Kein Witz! Mit alle sind natürlich Arbeitnehmer und Arbeitslose gemeint, welche in ergebener Ehrfurcht ihr Haupt neigend, jeden Lump das letzte Hemd anbieten sollen, damit der Kapital-List noch mehr aus dem Denker quetschen kann. Im selben Sprachgebrauch plätschert der Artikel fast bis zum Schluss einer hin, ohne dass er aus seiner schriftlichen Lethargie aufwacht, was kaum verwundert. Allerdings passt der letzte Satz rein gar nicht in den eher schwulstigen Text, denn hier werden Zahlen genannt, welche ohne größere Anstrengung bezeugen, dass wir für die bereits revidierten 300.000 Ausländer zum Bezugsjahr 2015, 4 Milliarden Euro mehr ausgeben müssen. Es sollte jeder, der noch die Fähigkeit inne hat im Kopf zu rechnen oder eine kleine Rechenmaschine zu bedienen in der Lage ist, zum Beispiel den Abakus nehmen und ausrechnen, was uns der Spaß der Dummheit die letzten 10 Jahre gekostet hat und wer dazu betroffener dieser Auswüchse ist, dem ist wiederum nur zu seiner selbst hinein manövrierten Situation, wegen der Nicht-Bekämpfung zu gratulieren.

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