Wirtschaftswoche: Abrechnung mit Flüchtlings-Propaganda

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In der „Wirtschaftswoche“ vom 31. August ist ein geradezu sensationeller Artikel erschienen. Unter der Überschrift „Die Bürger in "Dunkeldeutschland" sind nicht doof“ rechnet die Journalistin Cora Stephan mit der derzeitigen Flüchtlings-Propaganda ab. Dabei ist Stephan eine bestens etablierte Autorin, die aus dem Milieu der linken Sozialdemokratie stammt. In allen bekannten Zeitungen vom Frankfurter „Pflasterstrand“ bis zum „Spiegel“ und der „Süddeutschen Zeitung“ hat sie veröffentlicht. Jetzt ist der Dame offenbar der Geduldsfaden gerissen.

Die erste politische Reihe hat Maß und Ehrlichkeit verloren“, schreibt sie bezüglich Gauck und Gabriel. „Denn viele Migranten werden uns große Probleme bereiten.“ Stephan stellt fest, daß den Politikern viel daran liegt, „daß die Debatte über das, was sich derzeit in Europa abspielt, möglichst unter der Decke bleibt.“ Und sie fragt: „Hat Sigmar Gabriel wirklich nicht begriffen, daß sich von solchen Invektiven auch jene angesprochen und verunglimpft fühlen könnten, deren Anwalt die SPD doch so gerne wäre, nämlich die am unteren Rand der Gesellschaft, die nicht ganz zu Unrecht Konkurrenz um schwindende Ressourcen fürchten, wenn hunderttausende Menschen mit berechtigten und unberechtigten Ansprüchen ins Land strömen?

Doch sie wird noch deutlicher: „All die starken Sprüche gegen das, was hierzulande nunmal geächtet ist und wogegen Widerstand vaterländische Pflicht ist – die ganze Nation kämpft schließlich „gegen rechts“! – , all diese zur Schau gestellte Verachtung dient auch der Ablenkung davon, daß "besorgte Bürger" in der Tat Grund zur Sorge haben.“ Das Willkommens-Gerede dient der Ablenkung – deutlicher kann man es nicht sagen. Der Kernsatz aber lautet: „Denn auch die in "Dunkeldeutschland" wissen und sehen ja, daß nicht alle, die kommen, Bürgerkriegsflüchtlinge sind, denen man helfen muß. Es kommen eben auch viele, die keinen Anspruch auf Asyl haben und gehen müßten, hielte man sich hierzulande an die Gesetze. Deutschlands "Willkommenskultur" offenbart der Weltöffentlichkeit nicht nur, daß hier ganz viele liebe Menschen leben, sondern auch, daß wir hier Weicheier sind, die jeden Gesetzesbruch akzeptieren. Die Botschaft, die viele verstanden haben: jeder kann hier bleiben, der die Ellenbogen dazu hat.

Dann geht Stephan auf die zu erwartenden Probleme ein: „Nüchterne Zahlen aber lassen eine Zukunft erkennen, die es verbietet, beschönigend das "Bunte" und "Kulturbereichernde" zu beschwören. Migranten sind keine besseren Menschen, sie bringen ihre Konflikte mit. Aus Afrika und dem Nahen Osten kommen überdies vor allem junge Männer, darunter in der Mehrzahl Muslime, deren Integration an Sprache und Ausbildung scheitern dürfte. Das begünstigt die Entstehung ethnisch und kulturell abgegrenzter No-go-Areas, in denen das Gewaltmonopol des Staates nicht gilt. Die Polizei ist jetzt schon überfordert, während die Bundeswehr als Technisches Hilfswerk anderswo beschäftigt ist.“

Insbesondere die deutschen Frauen haben Grund zur Besorgnis: „Die Lage verbessert sich übrigens nicht gerade dadurch, daß die vielen jungen Männer im Zweifelsfall keine Frau finden. Das ist seit Menschengedenken die denkbar ungünstigste Basis für ein friedliches Zusammenleben. Man nehme das islamistische Frauenbild hinzu und man ahnt, daß sich Jahrzehnte des Kampfs um Gleichberechtigung der Frauen als vergebens erweisen könnten. Die derzeitige Debatte aber sieht nur eine Gefahr: die einer rechtsradikalen deutschen Minderheit. Das ist Wunschdenken. Oder der Versuch, die explosive Situation zu verschleiern.“

Schließlich geht die Kolumnistin auf die Unterschiede zwischen alten und neuen Bundesländern in der Wahrnehmung des Flüchtlingsstroms ein. „Dunkeldeutschland“ ist ein Begriff, der ursprünglich für die DDR gebraucht wurde. Doch gerade die Lehren aus der DDR-Zeit sind eine gute Vorbereitung auf das, was sich derzeit abspielt: „Mir fällt bei vielen Gesprächen allerdings immer wieder etwas auf, das die in "Dunkeldeutschland" lebenden zu den helleren Köpfen macht: eine besondere Empfindlichkeit gegen jede Form von "Neusprech", ein Mißtrauen gegenüber allen Beschönigungsvokabeln, eine ausgeprägte Wachsamkeit, wenn Politiker von "(unseren) Menschen" und dem Guten und Richtigen schwadronieren oder die raue Wirklichkeit schön lügen. Sprachkosmetik macht mißtrauisch, wenn man die Verschleierungsvokabeln der SED und ihrer gleichgeschalteten Presse noch im Kopf hat.

Und weiter: „Im Westen ist man "Fremde" eher gewohnt, das ist sicher richtig. Aber man ist auch, Verzeihung, in vieler Hinsicht besser domestiziert. Das ist in härteren Zeiten nicht immer von Vorteil.“

Wir wissen schon: eine bürgerliche Dissidentin wird nicht erfreut darüber sein, wenn ihr Artikel auf unserer Seite so ausführlich zitiert wird. Darum machen wir noch ein bißchen Werbung für ihr Buch: „Angela Merkel. Ein Irrtum“, heißt es, erschienen bereits 2011. Kann sein, daß man da noch fündig wird.

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