
Der Zusammenbruch des Klischees vom Frauenschafts-Trampel macht manchen richtig zu schaffen. „Die Ausstellung löst Unbehagen aus“, schreibt eine Zeitung. Und es gelingt auch nicht, das Tragen von Riemchensandalen und Spaghettiträgern als Akt weiblichen Widerstands gegen Hitler auszulegen. Denn: „In jedem noch so feinen Fähnchen kann eine Magda Goebbels stecken“. Zwar machten sich NS-Blätter gelegentlich über die Modetorheiten der Damen lustig: „Müssen wir tragen, was Paris an Kleidern, Mänteln und Hüten vorschreibt? Nein, müssen wir nicht!“ Deutsche Frauen und Mädchen seien „arteigene Typen für sich“ und nicht auf Schminke und Dauerwelle angewiesen.
Wie eine „arteigene“ Anverwandlung der eleganten Damenmode aussieht, das kennen wir längst aus den Ufa-Filmen der 30er und 40er Jahre. Mit Marianne Hoppe, Marika Rökk, Zarah Leander, Heidemarie Hatheyer hat die NS-Zeit einen Frauentyp auf die Leinwand gebracht, der das Mondäne mit dem Bluthaften verbindet. Eher gehässig lautet der Titel der Ausstellung im Stadtmuseum: „Gretchen mags mondän.“ Doch so falsch ist es nicht: die Frau dieser Zeit bleibt deutsch, auch wenn sie Pariser Modellkleider trägt. Und ist von den Französinnen und Amerikanerinnen deutlich zu unterscheiden – durch die Art zu gehen, zu sprechen und zu lieben.
Für diese Ausstellung wurde der 1930er-Modebestand des Münchner Stadtmuseums gesichtet, erforscht und restauriert, so daß viele der Textilien nun das erste Mal gezeigt werden können. Der abwechslungsreiche Rundgang führt den Besucher durch verschiedene Themenbereiche und macht die modische Vielfalt der Dreißigerjahre anhand von Tages- und Abendmode, Brautkleider, Morgentoiletten, Negligés, Sportbekleidung und Tracht deutlich.













