Besuch im deutschen Südtirol

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Auf die Spuren Andreas Hofers begab sich Mitte November  ein Mitglied unserer Partei vom Stützpunkt Vogtland und gibt hiermit seine Eindrücke und das Erlebte in einer kurzen Darstellung wieder.

In Meran begann ich meinen kleinen Ausflug am frühen Morgen, nachdem ich am Vorabend mit dem Zug schon dort ankam und den Ort etwas erkundete. Meran war über Jahrhunderte die Tiroler Landeshauptstadt und ist nach Bozen die zweitgrößte Stadt des italienisch besetzten Südtirol. Mehr als die Hälfte der dort lebenden Menschen sprechen noch immer deutsch. Nach einem deftigen Tiroler Frühstück besuchte ich den örtlichen Soldatenfriedhof, auf welchem 1058 deutsche Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg begraben liegen. Ich hielt inne und legte ein Gesteck und eine Kerze nieder. In der Nähe befindet sich ein weiterer Soldatenfriedhof aus dem Ersten Weltkrieg, den ich ebenfalls besuchte. 1528 österreichisch- ungarische Soldaten liegen dort begraben. Beide Friedhöfe sind sind durch ein Hochkreuz verbunden.

Auf dem Meraner Bahnhofsvorplatz befindet sich ein schönes Denkmal, das dem Tiroler Freiheitskämpfer Andreas Hofer gewidmet ist. Das Denkmal gab mir einen ersten Vorgeschmack auf meine weitere Reise nach St. Leonhard, wo ich mir das Geburtshaus Hofers ansah.

Denkmal von Andreas Hofer in Meran

Andreas Hofer wurde am 22. November 1767, also fast auf den Tag meines Besuches vor 248 Jahren, dort geboren. Am 21. Juli 1789 heiratete er Anna Ladurner aus Algund, welche dem Tiroler Volkshelden sieben Kinder gebar.

Geburtshaus von Andreas Hofer

Im August 1786 griff Andreas Hofer das erste mal zu den Waffen, seine Kompanie verteidigte den Tonalpass vor den anrückenden napoleonischen Truppen. Bis ins Jahr 1809 kämpfte Hofer siegreich gegen Napoleons Truppen, was ihn noch heute für das nationalistische Tirol zum Helden macht. Durch massive Eingriffe der Bayern in das religiöse, kulturelle und  gesellschaftliche Leben der Tiroler und durch die Niederlage des dritten Koalitionskrieges veränderte sich auch der Tiroler Alltag. Hofers Anhänger fochten ungebrochen gegen die bayrische Knechtschaft. In den Folgejahren wurden immer wieder die Tiroler Freiheitstruppen und Landstürmer mobilisiert, so kam es am 13. August 1809 zur dritten Bergiselschlacht. Am 18.  August 1809 verließ Marschall Lefèbvres Armee den Boden Tirols. Im Namen des Kaisers nahm Andreas Hofer als Oberkommandant von Tirol die Regierung in die Hand. Im Oktober 1809 wurde in Wien der Frieden von Schönbrunn unterzeichnet, der die endgültige Aufgabe der Tiroler Gebiete durch den Kaiser beinhaltete. Danach kam es am 1.  November 1809 zur vierten und letzten Bergiselschlacht, die mit einer Niederlage endete. Andreas Hofer rief erneut zum Widerstand am 11. November auf, was aber wenig Wirkung zeigte. Er mußte flüchten, wurde von Franz Raffl verraten und am 28.  Januar 1810 auf der Mähderhütte der Pfandleralm (Alm des Prantacher Hofes gegenüber St.  Martin in Passeier) gefangengenommen. Am 20. Feburar 1810 wurde Hofer in Mantua vor ein Kriegsgericht gestellt und erschossen.

„Ade, meine schnöde Welt, so leicht kommt mir das Sterben vor, daß mir nicht die Augen naß werden“

In St. Leonhard bestieg ich am nächsten Morgen einen Wanderweg und begab mich somit direkt auf die Spuren Andreas Hofers. Bis auf 1.700 Höhenmeter ging es schließlich zu der Hütte, in welcher sich Hofer 1809 versteckte.
Im Dorf Tirol verbrachte ich die Nacht. Am nächsten Morgen besichtigte ich das Schloss Tirol, das ein schönes Kultur- und Landesmuseum beinhaltet.

Auf meiner weiteren Reise besuchte ich noch den Soldatenfriedhof in Bruneck im Pustertal, auf welchem neben 677 österreichisch- ungarischen Soldaten sowie 116 russischen Kriegsgefangenen des Ersten Weltkrieges auch 25 deutsche Soldaten des Zweiten Weltkrieges begraben liegen.

Am Ende meines Aufenthalts im wunderschönen Südtirol besuchte ich noch befreundete Südtiroler Kameraden, bei denen ich auch die Nacht verbrachte. In geselliger Runde tauschten wir uns aus und verlebten einen Abend in kameradschaftlicher Atmosphäre, bevor es am nächsten Tag für mich wieder zurück in die vogtländische Heimat ging.
Was bleibt, sind die zahlreichen Eindrücke der vergangenen Tage und ein kleiner Gruß ins noch immer besetzte Südtirol.


 

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