
„Eine Huldigung an die Heimat“, loben die Filmkritiker. Und der Schauspieler Bruno Ganz erklärt: „Heidi ist ein nationaler Mythos.“ Deshalb habe er sich entschlossen, die Rolle des kauzigen Großvaters zu übernehmen, denn Ganz ist von Geburt Schweizer. Den meisten wird er besser bekannt sein aus Bernd Eichingers Bunker-Film „Der Untergang“. Die Schweizer dürfen ohne bösen Verdacht heimattreu sein, und das ist sicher ein Grund für den anhaltenden Erfolg des Buches. Mit Verachtung äußerte allerdings Benito Mussolini: „Das kriegerische Italien schuf die Renaissance, aber die Schweiz mit ihrer Friedfertigkeit hat keine anderen Kulturleistungen hervorgebracht als die Schweizer Uhren und den Schweizer Käse.“ Und die Heidi, dürfen wir hinzusetzen.
Die Heilung der gelähmten Bankierstochter Klara wirkt heute sogar überzeugender als vor hundert Jahren. Denn heute weiß man mehr über Krankheiten, die durch falsche Lebensweise, durch Einsamkeit und Traurigkeit entstehen und durch neue Eindrücke verschwinden können. Das Buch „Heidi“ arbeitet immer wieder mit den einfachen, aber starken Eindrücken, die das Leben auf der Alm prägen. Da sind die rauschenden Tannen, die herrliche Wiese, die Ziegen, die darauf weiden, das Schlafen im Stroh, das herzhafte Brot, die Milch, der glänzende Käse. Das alles läßt sich wunderbar ins Bild setzen. Ein Weihnachtsfilm, in dem Christbaum und Geschenke nicht vorkommen, aber dafür wird die Ehrfurcht vor der Natur geweckt, ihren großen und kleinen Wundern.













