Albrecht Dürer: deutsche Abstammung geleugnet

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Ohne Migranten keine deutsche Leitkultur“, lautet der Titel einer Kolumne in der Wochenzeitung „Die Zeit“ von Anfang Januar. Die Multikulti-Fraktion hat eine neue Strategie entdeckt. Statt die „deutsche Leitkultur“ als rassistisch abzulehnen, soll der migrantische Anteil daran nachgewiesen werden. Doch welche Rolle spielen schon Moslems und Farbige in der deutschen Kunst- und Kulturtradition? Der Beweis dürfte schwierig werden.

Die „Lösung“ aber ist ebenso frech wie unverschämt. Als Beispiel muß der Nürnberger Maler Albrecht Dürer herhalten. Dürer (gestorben 1525) gilt nicht nur als einer der bedeutendsten Künstler, sondern mit seiner Verbindung von Naturfrömmigkeit und Wissensdrang auch als Inbegriff des deutschen Wesens. Durch alle Schichten hindurch bekannt sind der „Hase“, das „Bildnis meiner Mutter“ und die betenden „Hände“. In vielen deutschen Wohnstuben hingen Reproduktionen dieser Kunstwerke.

Laut Aussage der etablierten Wochenzeitung haben wir es jedoch mit einem „Migranten“ zu tun. Wie die vielen Türken, die nach den Worten Thilo Sarrazins in Deutschland „den Gemüsehandel beleben“, so soll Dürer die Stadt Nürnberg mit seinen künstlerischen „Produkten“ bereichert haben. Ein Flüchtling oder Gastarbeiter sei er angeblich, weil sein Großvater aus Ungarn stammte. Auch Ludwig van Beethoven, der große Komponist, ist nach neuester Lesart kein Deutscher, da seine Familie aus Flamen kam. Die Romantiker Clemens und Bettina von Brentano, später von Arnim, sind ebenfalls mit jedem orientalischen Flüchtling gleichzusetzen – warum? Weil sie Nachkommen einer lombardischen (norditalienischen) Adelsfamilie sind.

Was soll man zu dieser Propagandamasche sagen, die immer mehr um sich greift? Nachdem das gewollte Aufwerten weitgehend kulturloser Völker nicht geklappt hat, bemächtigt sich der Migrantismus jetzt des deutschen Kulturerbes. Es hat wenig Sinn, dagegen zu argumentieren. Man sollte lieber auf das berühmte Selbstbildnis Albrecht Dürers hinweisen, etwa das „Selbstbildnis im Pelzrock“ aus dem Jahre 1500. Das längliche Gesicht ist von dunkelblonden Locken umrahmt, die weißen Finger halten einen Pelzkragen, die hellen Augen blicken ernst und besonnen. Das könnte eventuell ein Ungar, ein Belgier oder Norditaliener sein – ein Türke, Araber oder Afrikaner ist es definitiv nicht. Wenn auch die rein deutsche Herkunft bei manchen Kulturstiftern umstritten sein mag, den Nordeuropäer sieht man Dürer, Beethoven, Brentano an der Nasenspitze an. Und wem der Nationalismus verwehrt wird, muß zu anderen Mittel greifen – notfalls sogar zum Rassismus.