Vom ästhetischen Vakuum unserer Zeit

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Fachwerkhäuser in Fritzlar

Fachwerkhäuser in Fritzlar

In der hochentwickelten Zeit des noch jungen 21. Jahrhunderts gibt es bekanntlich nichts was es nicht gibt. Man denke nur an Geschlechtsumwandlungen und problematische Transgender Klassifizierungen. Man versucht den Menschen in ein universales, seit neuesten 60 Variationen umfassendes, Gleichheitsbildnis zu zwängen, welches nicht im Ansatz seiner biologischen Natur entsprechen kann.

Wenn man sich nun vor Augen führt, dass ein so geartetes, meist nur im Promillebereich auftretendes Gesellschaftsextrem, welches natürlich nur als Beispiel neben unzähligen anderen Absonderlichkeiten steht, zur Normalität gereicht werden soll und so nun für diese Normalitäten auch Wohnraum und Vegetationsraum gefunden werden müsste, verwundert es nicht, dass ästhetische und kulturelle Belange in den Schmelztiegel der Universalität gerührt werden.

Es ist zweifelsfrei zu erkennen, dass die Kultur und im Besonderen die baulich ästhetische Schaffenskraft unseres Volkes in den letzten 100 Jahren zusehends an Wirkung verloren hat und nur mehr Funktionalität und Gewinnmaximierung, oder besser Kostenreduzierung, im Vordergrund stehen. Ähnlich wie die linken politischen Utopien trat auch die moderne Architektur mit der Idee auf, eine neue fortschrittliche und egalitäre Welt zu errichten. Wo früher vor allem in ländlichen Siedlungsflächen das Hauptaugenmerk auf Beständigkeit und Naturbelassenheit zum Wohle der nächsten Erbgenerationen gelegt worden ist, wird heute selbst das schönste Fachwerkhaus zur vermeintlichen Kostenreduzierung in Plastik gehüllt um ja die böse, böse Natur nicht in seinem Vegetationskäfig hinein kommen zu lassen, den man sich dann lieber mit diversen Pilzen, Sporen und chemischen Weichmachern teilt.

Obwohl Kostenreduzierung unter Umständen nicht das richtige Wort ist. Vielmehr wäre Kostenverschiebung zu nennen, nämlich die angeblich gesparten Heizkosten oder der so oft zitierte CO² Fußabdruck eines Gebäudes oder Bauteils haben oftmals wenig bis gar keine Aussagekraft über Wohnqualität, Schadstoffbelastung oder Umweltbelastung.

So ist ein Gebäude, welches nur mit Naturbaustoffen der unteren Verarbeitungsstufen errichtet wird, womöglich nicht mit der selben hohen Energieeffiziensklasse ausgestattet wie das „Smarthome“, das mit allerlei elektronischen Schnickschnack aufwartet, um dem Benutzer durch Diagramme und Tabellen zu suggerieren, was er doch für ein guter Mensch ist.

Aber ist der naturbelassene Bau nicht der, der uns als Wesen der Erde, auf der wir Wandeln und Sind, am nächsten sein sollte? Ist denn der Bau, der von einer großen Plastikhülle eingeschlossen wird, wie es bei den meisten großen und kleinen staatlichen Bauwerken, die im Stil der kulturbolschewistischen Bauhausuniversitäten von Weimar und Dessau errichtet werden, überhaupt noch als ein an die natürlichen Bedürfnisse des Menschen angelehntes Bauwerk zu betrachten? Oder sind diese Bauwerke abartigster Form und kältester Materialwahl nicht viel mehr ein Ausdruck unserer abartigen und kalten Gesellschaft?

Bauhaus Architektur

Man kann auf jeden Fall sagen, dass ein Bauwerk immer die innere Welt des Erbauers widerspiegelt und somit ein Produkt der Lebensumstände und Erfahrungen ist, welches den Bauherren und Baumeister umtreiben. Während sich zum einen die linken Bauhausfetischisten rückhaltlos zu der durch Industrialisierung verursachten Beschleunigung, Entortung und Technisierung bekennen, stehen dieser Rückentwicklung, die Vertreter des natürlichen und ästhetischen Bauens im Einklang mit den regionalen Besonderheiten und Lebensumständen klar entgegen. So zu sehen an dem größten Zeugnissen der kulturellen Schaffenskraft unseres Volkes, wie dem Kölner Dom, die Walhalla in Regensburg oder das Brandenburger Tor. Im Angesicht dieser architektonischen Meisterleistungen unseres Volkes kann zum Beispiel der berühmt berüchtigte Berliner Flughafen oder jeder beliebige Bauhauskomplex der uns als Meisterleistung verkauft werden will, nur als Tiefpunkt unserer Schaffenskraft angesehen werden. Wo im dreizehnten Jahrhundert der Bau des Kölner Domes umgerechnet 10 Milliarden Euro gekostet hätte, ist die Summe von derzeit noch 5,4 Milliarden Euro für den Bau von einem Verkehrsknotenpunkt wie den Berliner Flughafen doch mehr als verwerflich zu betrachten. An dieser Entwicklung ist aber sehr gut erkennbar, wo die Wertigkeiten eines Volkes liegen, das sich nur noch als Menschenmaterial zu bewegen beliebt und jegliche Bindung an Blut und Boden über Bord geworfen hat.

Walhalla bei Regensburg

Kann denn nicht nur der Mensch mit einem Ideal, welches über das Greifbare und Sichtbare hinaus geht, wirklich schaffend sein, im Sinne von „schöpferisch tätig werden“?

Wenn dem so ist, müssten doch Bauwerke immer ein Ausdruck der Behauptung vor anderen sein. So müssten sich doch immer mehr Architekten von der gleichmacherischen Egalitätsbauweise abwenden und ihre eigenen individuellen aus der Schnittmenge des Volkes zusammengetragenen ästhetischen Komponenten in ein Bauwerk einfließen lassen. Sollte auch das der Wahrheit entsprechen, dann ist der heutige Wegfall geschwungener und lebendiger, an das Laben in allen seinen Erscheinungen angelehnten Formen, der klare Ausdruck der Niveauherabsetzung unserer vermeintlich gebildeten Akademikerschicht. Wo in früheren Zeiten es ganz normal war, in jedem Bau noch üppigere Formen mit einfließen zu lassen, zum Beispiel im Barock oder Rokoko, so kann man mit Leichtigkeit eine Verödung des heutigen Anblicks von Bauwerken feststellen. Nichts mehr was einen geneigten Beobachter fesselt oder länger an einer Hausfassade verweilen lässt. Nur gerade Linien und 90° Winkel lassen das Wohnen zum Übernachten im Schuhkarton schrumpfen. Und somit schrumpft auch der Anspruch an die Heimat und noch mehr an die Zukunft in der es egal sein wird, an welchem Ort auf der Welt man seinen Schlafplatz findet. Denn Schuhkarton ist Schuhkarton, egal wo er steht.

Eingangstür zum Kölner Dom

 

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