Die Vollgeld-Initiative – steht ein Wechsel des Geldsystems in der Schweiz bevor?

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In den Augen des Vereins Monetäre Modernisierung (kurz „MoMo“) ist die Tatsache, dass Banken eigenes, fiktives Geld – sogenanntes Buchgeld – erschaffen können einer der Hauptgründe für die heutigen Finanzkrisen. Das elektronische Buchgeld entsteht vereinfacht ausgedrückt durch Kreditvergabe und verschwindet wieder, sobald der Kredit zurückbezahlt ist. Auf diese Weise werden Finanzblasen gefördert und es wurde laut MoMo eine gefährliche Schuldenspirale in Gang gesetzt. Denn alles Geld gelangt heute per Kredit in den Wirtschaftskreislauf. Alle Akteure in der Wirtschaft – Bürger, Staat und Unternehmen – sind demnach auf Schulden angewiesen. Dazu bezieht der Verein deutlich Stellung „Ein Geldsystem, das auf Kredit gegründet ist, raubt uns die Freiheit.“

Doch der Verein belässt es nicht bei der bloßen Kritik, sondern strebt einen Wechsel des Geldsystems an. Um dies zu erreichen hat MoMo die Eidgenössische Volksinitiative „Für krisensicheres Geld: Geldschöpfung allein durch die Nationalbank! (Vollgeld-Initiative)“ ins Leben gerufen.

Die Vollgeld-Initiative verfolgt dabei drei Hauptziele:

  1.     Allein die Schweizer Nationalbank stellt künftig elektronisches Buchgeld her (so wie heute schon beim Bargeld).
  2.     Banken dürfen selbst kein eigenes Buchgeld mehr erzeugen, sondern nur noch das Geld verleihen, das es schon gibt.
  3.     Neues Vollgeld bringt die Nationalbank in der Regel durch schuldfreie Übergabe an Bund, Kantone oder die Bürgerinnen und Bürger in Umlauf.

Seit Juni 2014 hat der Verein Unterschriften für eine Volksabstimmung über die Vollgeld-Initiative gesammelt. Nach Übergabe der Unterschriften teilte die Bundeskanzlei im Dezember 2015 mit, dass die erforderlichen 100‘000 gültigen Unterschriften für die Zulassung der Volksabstimmung erreicht worden seien. Das Schweizer Volk darf also demnächst über das Geldsystem abstimmen.

Das sorgt inzwischen auch für ein entsprechendes Presseecho im internationalen Medienwald. So berichteten unter anderem der britische Telegraph und das Forbes-Magazin.

Und auf dem in der Schweizer Finanzbranche beliebten News-Portal „Inside Paradeplatz“ kochen die Emotionen hoch. Befürworter, wie z.B. Prof. Dr. Mark Joob von der Universität St. Gallen, und Gegner, wie z.B. der Nationalökonom Dr. Marc Meyer, liefern sich Argumentationsgefechte.

Wir dürfen also gespannt sein: steht ein Wechsel des Geldsystems in der Schweiz bevor?

Quelle: Reto Flückiger / www.umweltundaktiv.de

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