
Wir stehen daher in der Pflicht, ihr Andenken zu bewahren. Verdanken wir doch unseren Ahnen so viel. Ohne ihre Existenz wäre auch die unsere nicht vorstellbar. Sie mussten vor über 70 Jahren Elend, Leid und Qualen über sich ergehen lassen, in der unerschütterlichen Hoffnung, dass ihre Kinder und Kindeskinder noch eine Zukunft in ihren Händen halten können. Ihr Glaube und ihre Zuversicht ließen sie zu einer Gemeinschaft verschmelzen, in der jeder seinen Platz fand und für das Überleben seiner Volksgenossen in treuer Pflichterfüllung kämpfte. Dabei spielte es keine Rolle, ob eine junge Mutter das eigene Leben für das Leben ihrer Kinder gab, der Frontsoldat, trotz feindlicher Übermacht, bis zum letzten Atemzug ritterlich kämpfte, um die Flucht deutscher Frauen, Kinder und Greise zu ermöglichen oder aber heranwachsende Jungen und Mädel, aber auch alte Männer zu den Waffen griffen und ihre Familien und die Heimat verteidigten. Ihnen allen verdanken wir heute unser Dasein. Ohne ihren Opfermut und ihre Hingabe für Volk und Vaterland wäre noch eine weitaus größere Zahl an Deutschen ermordet worden.
Doch die Toten mahnen uns, nicht nur die Vergangenheit in lebendiger Erinnerung zu behalten, das Andenken an diese unerschütterlichen Seelen hoch zu halten, sondern vielmehr den Blick nach vorne zu richten. Einst wuchs ein Spross unbändiger Lebensbejahung in den Adern unserer Vorfahren. Reich an Geist, Tatendurst und Blut blickten unsere Brüder und Schwestern in eine hoffnungsvolle Zukunft. Der 8. Mai sollte daher nicht nur ein Tag der Trauer sein, denn schon lange vor diesem Datum und noch viele Jahre danach, wurde deutsches Blut sinnlos vergossen und unsere Identität verstümmelt. Nein, dieser Tag muss uns auch daran erinnern, dass wir nun diejenigen sind, welche die Gegenwart gestalten, damit auch noch in ferner Zukunft unsere Menschenart existieren kann.
Deshalb haben wir uns vom „III. Weg“-Stützpunkt Thüringer Wald/Ost dazu entschlossen gehabt, gemeinsam mit unseren Familien den 8. Mai 2016 in der Gemeinschaft zu verbringen. Auch der eine oder andere von uns trägt das Leid der Vertreibung in seinem Blut. Wir suchten einen Ort auf, der die Schicksale der Vertreibungsopfer in den Ostgebieten annähernd so darstellt, wie man sich dies von sämtlichen öffentlichen Bildungseinrichtungen wünschen würde. Auch wenn einige meinen dieses Thema wäre nichts für Kinderohren, so sind wir der Ansicht, dass gerade Kindern vermittelt werden muss, was Heimat bedeutet und das der Verlust der Heimat, einer Gewalttat gleich kommt. Das Schicksal von unzähligen Landsleuten sollte unseren Sprösslingen ebenso kindgerecht nahe gebracht werden. Wie sollen sie sonst zu aufrichtigen deutschen Persönlichkeiten heranwachsen, wenn sie nur die volksfeindlichen Inhalte aufnehmen, die ihnen durch Medien und Schule eingetrichtert werden? Nur wer seine Geschichte kennt, seine Vorfahren in Erinnerung behält und ehrt, ist später auch in der Lage im Hier und Jetzt dafür Sorge zu tragen, dass auch die Zukunft für folgende Generationen gesichert bleibt.


















