Krisenvorsorge: Wie bereite ich mich darauf vor?

Seit Sonntag kann man es in jeder größeren Zeitung lesen. Die Regierung empfiehlt, Vorräte für mindestens 10 Tage anzulegen, so oder ähnlich lauten die Titel von „Stern“, „Spiegel“ und Co. Am Mittwoch wurde nun das neue Konzept im Kabinett beschlossen. Innenminister Thomas de Maizière (CDU) präsentierte anschließend die Pläne der Öffentlichkeit.

Mal abgesehen von der Eintrittswahrscheinlichkeit dieses Szenarios, sollte man doch wissen, wie man sich richtig Vorräte anlegt.

Wichtig bei der Vorratshaltung sind mehrere Dinge.

Erstens darf man sich keine starren Vorräte wie einen 50 kg Sack Reis anlegen, da ist die Gefahr zu groß, dass im Ernstfall irgendetwas damit ist, sei es Schimmel oder Insektenbefall. Besser sind sogenannte „Lebende“ Vorräte. Das heißt, dass man sich einen Lebensmittelvorrat für 2-3 Monate in unverderblichen Lebensmitteln anlegt, die man eh öfter benötigt. Die am längsten gelagerten Lebensmittel werden zuerst verbraucht, alles, was verbraucht wird, wird nachgekauft. Hierfür eignen sich alle möglichen Konserven und Gläser, von Würstchen über Fischkonserven bis hin zu Fertiggerichten. Aber auch ein größerer Vorrat an Reis, Nudeln und sonstigen Getreideprodukten ist ratsam. Wichtig sind kleine Packungen, sodass bei Schädlingsbefall oder Schimmel nicht gleich der ganze Vorrat zerstört wird.

Zweitens muss die Wasserversorgung sichergestellt werden. Hierfür reichen in Deutschland Vorräte für ca. 10 Tage, da wir in einem sehr wasserreichem Land leben. Eine weiter gute Möglichkeit ist es, in dem Moment, wo der Strom ausfällt, die Badewanne und jedes Waschbecken mit dem Leitungsrestdruck zu füllen. Dieser kann für über 100 Liter reichen. Allerdings ist es wichtig dass man auch darauf achten Möglichkeiten zu haben, nicht sauberes Wasser zu sterilisieren. Die einfachste Methode ist dabei es abzukochen.

Drittens braucht man mobile Vorräte. Das heißt solche, welche man einfach transportieren kann. Besonders geeignet sind hierfür EPAs oder MREs oder sonstige Militär-Notfallrationen. Aber auch zivile Anbieter haben dafür ein breites Angebot.

Viertens die Medizinische Grundversorgung. Hier ist Verbandsmaterial genauso wichtig wie Schmerzmittel, Desinfektionsmittel und Antibiotika. An Verbandsmaterial reicht in der Regel ein KFZ-Verbandskasten, dort ist alles drin, was gebraucht wird. Dabei ist darauf zu achten, dass das Haltbarkeitsdatum nicht überschritten ist, damit die Sterilität weiterhin gewährleistet ist. Die Schmerzmittel sind in geringen Dosen meist frei erhältlich, es eignen sich alle Arten, wobei auf die persönliche Verträglichkeit geachtet werden muss. Gute Wirkung haben Medikamente wie Ibuprofen oder dass leider nur auf Rezept erhältliche Novalgin. Aber auch Aspirin oder Paracetamol sind im Notfall hilfreich. Als Desinfektionsmittel eignet sich jeder Hochprozentige Alkohol, wobei natürlich professionelle Desinfektionsmittel zu empfehlen sind, einerseits wegen der besseren Wirkung, andererseits wegen des Günstigeren Preises, da darauf keine Alkoholsteuer wie bei herkömmlichen Trinkalkohol fällig wird. Bei den Antibiotika wird es schwieriger, da die meisten ohne Rezept nicht frei erhältlich sind. Die einfachste Möglichkeit ist, diese zu horten, wenn man sie wegen einer Krankheit vom Hausarzt verschrieben bekommt. Wichtig ist, dass es sich um allgemeine Antibiotika handelt und nicht um welche, die speziell für eine Erkrankung vorgesehen sind. Benötigt werden diese im Ernstfall nämlich meistens bei Entzündung von Wunden und nicht wegen Krankheiten. Weiterhin ist es natürlich wichtig sich ausreichende Mengen an solchen Medikamenten anzulegen, die man aufgrund von Erkrankungen benötigt. Sei es einfache Pantoprazol gegen Magenprobleme oder Insulin wegen Diabetes.

Und zuletzt sonstige Gerätschaften. Hierbei ist ein scharfes Messer (Bsp. Überlebensmesser), eine Karte der direkten Umgebung bzw. der Route zu möglichen Fluchtpunkten und ein Kompass sehr wichtig. Desweiteren ist ein Feuerzeug oder Feuerstab stets griffbereit zu haben. Weitere Hilfsmittel wie Klappspaten, BW-Rucksack und Schlafsack/Zelt sind ratsam. Allerdings nicht in leuchtenden Farben, sondern in dunklen Farben. Ideal ist Oliv, Flecktarn oder Schwarz. Auf jeden Fall muss man sich darüber im Klaren sein, dass ein möglicher Rückzug nicht mit dem Auto möglich sein wird. Am sichersten ist in einer Gefahrenlage der Weg zu Fuß, querfeldein. Hauptverkehrsadern sollte man meiden. Außerdem werden sämtliche Mobilfunknetze außer Betrieb sein, egal ob ausgefallen oder absichtlich ausgeschaltet.

Abschließend ist wichtig, so bald wie möglich mit der Vorbereitung anzufangen. Noch ist alles frei erhältlich. Wer unvorbereitet in eine Notsituation gerät, hat nur wenige Überlebenschancen. Außerdem ist es ratsam sich regelmäßig mit seinen Vorräten und Notfallplänen zu befassen, damit man keine bösen Überraschungen erlebt. Ein Katastrophenfall kann jederzeit und unvermutet eintreten und gerade in Deutschland sind zu wenige Menschen darauf vorbereitet. Weder materiell noch geistig. Wenn es zu einem solchen Fall kommen sollte, ist das wichtigste Ruhe zu bewahren. So weit wie möglich informieren und alle Möglichkeiten durchgehen. Mit Nachbarn, Kameraden und Freunden treffen und gemeinsam agieren. In der Gemeinschaft liegt die Kraft. Dann hat man die Besten Möglichkeiten jedwede Gefahrenlage zu überstehen.
 





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