Vortrag zur Lage in Syrien im Vogtland

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Am Sonnabend, den 4. Februar 2017, fand die nächste Veranstaltung vom „III. Weg“-Stützpunkt Vogtland in Plauen statt. Im vollbesetzen Raum begrüßte Stützpunktleiter Rico Döhler die Mitglieder und Interessenten und ging in seiner Rede auf die Aktivitäten seit der Eröffnung des Parteibüros ein. Nach seinen klaren Worten übergab er das Mikrophon an den langjährigen Aktivisten Tony Gentsch.

Elternbeiträge, Babygeld, Müllgebühren und die Kürzung der Öffnungszeiten der Bibliothek in Rodewisch waren die Themen, die Gentsch ansprach. In nur wenigen Wochen zeigten die Stadt- und Kreisräte im Vogtland mal wieder, was sie von Familie und Bildung halten. Immer wieder werden solche volksfeindlichen Beschlüsse mit den leeren Kassen gerechtfertigt, und immer wieder verwiesen die Damen und Herren „Volksvertreter“ auf die Landes- und Bundespolitik und dass sie sich danach zu richten haben. Natürlich stehen Bund und Länder über den Kommunen, doch wenn Angehörige der etablierten Parteien mit dem Finger auf die große Politik zeigen und sich beschweren, dann kann die Frage gestellt werden, warum unterstützen sie mit ihrer Mitgliedschaft und ihrem Einsatz diese Parteien noch? Milliarden werden jedes Jahr aus dem Fenster geschleudert, und im gleichen Atemzug stehen immer weniger Gelder für die Kommunen zur Verfügung. In solch katastrophalen Zeiten der volksfeindlichen Politik, helfen keine leeren Worte mehr, sondern es muss gehandelt werden. „Wir möchten gar nicht versuchen, dass die Volksverräter ihr Tun und Handeln verändern, wir wollen, dass diese Damen und Herren aus den Parlamenten verschwinden, damit wieder Platz für wahre Volksvertreter ist“, waren die abschließenden Worte von Tony Gentsch. 

Im Anschluss trat der Hauptredner des Abends ans Pult. Ein junger Aktivist vom Stützpunkt München / Oberbayern besuchte im Mai 2015 Syrien. Über seine Erlebnisse aber auch über die derzeitige Entwicklung vor Ort und die Hintergründe des Konfliktes referierte er in einem etwa einstündigen Vortrag.

Tief beeindruckt zeigte er sich zum einen von der tapferen Haltung der Syrer, die auch nach nun fast 6 Jahren des Krieges ungebeugt sind. So konnte er Eindrücke von der Lebensfreude trotz des harten Schicksals in Damaskus und Latakia sammeln, sah allerdings auch schlimme Zerstörungen, insbesondere in Homs.

Der Krieg hat letztlich viele Väter und zieht sich insbesondere deshalb so in die Länge, da er von ausländischen Mächten immer wieder neu befeuert wird. Im Vortrag wurde insbesondere auf die sogenannte „Free Syrian Army“, kurz FSA, näher eingegangen. Diese Gruppen werden in westlichen Medien gerne als „moderate Rebellen“ verkauft.

Tatsächlich gibt es eine einheitliche FSA nicht, sondern viele Gruppen die unter dieser Flagge agieren. Die meisten dieser Gruppierungen haben einen sehr fragwürdigen Hintergrund, der schnell ermittelt wäre, wenn man denn das Interesse hierzu hätte. Das haben aber Systemmedien nicht, und so wird der Europäische Konsument über vieles im Dunkeln gelassen.

In Nordsyrien kämpfen beispielsweise die „Syrischen Türkmen-Brigaden“. Hinter dieser FSA-Truppe verbergen sich etwa 5000 Kämpfer, die als militärischer Arm einer „Syrischen Türken Vereinigung“ mit Sitz in Istanbul fungieren. Ihr Ziel ist die Annektion bzw. zumindest der Ausbau des Einflusses der Türkei in der Region. Zudem bekämpfen sie mit Vorliebe Kurden, so waren sie auch an der Bombardierung des Stadtteil Scheich Maksud in Aleppo beteiligt, in dem ausschließlich   kurdische Zivilisten leben. Auch die türkischen Ultranationalisten „Graue Wölfe“ kämpfen an ihrer Seite, zum Teil von regulären türkischen Streitkräften unterstützt. Diese stellen sich mitunter jedoch sehr unvorteilhaft an, so gingen türkische Kobra-Panzer bei der jüngsten Offensive auf die vom Islamischen Staat gehaltene Stadt Al-Bab an selbigen verloren.

Doch auch Gruppen, die sich ideologisch kaum vom Islamischen Staat unterscheiden, kämpfen unter „FSA“-Flagge und werden regelmäßig von Ländern der sogenannten „westlichen Wertegemeinschaft“ unterstützt.  Genannt sei hier die salafistische Islamisten-Vereinigung Dschaisch al-Fatah.  Sie verwendet an Stelle der syrischen Nationalflagge das schwarze Banner des Islam, möchte ein Kalifat einführen und auch die Scharia einführen anstelle eines säkularen juristischem Systems.  Sie verfügt über mehr als 10.000 Kämpfer. Geführt wird diese Gruppe von der Türkei, in Zusammenarbeit mit Saudi-Arabien.

Der Ausdruck gemäßigte Rebellen ist also mit Vorsicht zu genießen. Dennoch herrscht momentan ein Waffenstillstand zwischen den syrischen Truppen und ihren Verbündeten auf der einen und den FSA-Einheiten auf der anderen Seite. Dennoch tobt der Krieg weiter mit unverminderter Härte. Vom Waffenstillstand ausgenommen sind der Islamische Staat so wie Dschabhat Fatah as-Scham (ehem. Al-Nusra-Brigaden).

Derzeit kämpft die Syrische Armee insbesondere in Ostsyrien, in Deir ez-Zor, erbittert mit dem Feind. Diese Stadt und ihr strategisch wichtiger Flughafen liegen inmitten des von der Terrormiliz Islamischer Staat besetztem Gebiet. Seit mehr als 2 Jahren befindet sich die Stadt im Dauerbelagerungszustand, und erst vor kurzem gelangen kleine Erfolge nach hartem Kampf, auch dank der Unterstützung durch die russische Luftwaffe.

Einen Rückschlag gegen die Terrormiliz musste hingegen im Distrikt Damaskus hingenommen werden, wo ein strategisch wichtiger Militärstützpunkt größtenteils durch den IS erobert wurde. Es läuft eine Offensive zur Rückeroberung.

Erfolgreich wurde jedoch in Richtung des Weltkulturerbes Palmyra Terrain erkämpft. Ebenfalls Fortschritte macht auch der Kampf um das bereits genannte Al-Bab, wo die syrische Armee auf der einen, die türkisch-arabische Rebellenallianz auf der anderen Seite versuchen, die Stadt einzunehmen. Hier läuft sozusagen ein Wettrennen zwischen den beiden Armeen, wer zuerst die Stadt vom IS erobert hat.

Ein endgültiger Friede jedoch scheint in weiter Ferne zu liegen. Insofern wird es auch in Zukunft unerlässlich bleiben, das Land und die darbende Zivilbevölkerung zu unterstützen. Vorgestellt wurde daher auch die Syrien-Hilfe des „Dritten Weges“ aus dem letzten Jahr, wo letztlich 60 Familien mit Winterkleidung und Schulmaterialien durch die gesammelte Spende versorgt werden konnten.

So konnte jeder Besucher des Vortrages einige neue Informationen für sich gewinnen, die auch in zukünftigen Diskussionen eine Argumentationsbasis darstellen können.

Beendet wurde der gelungene Abend mit großem Beifall und der Überreichung einer Windeltorte inklusive einem gefüllten Briefumschlag an ein Mitglied vom Stützpunkt Vogtland, der vor wenigen Tagen zum ersten Mal Vater geworden ist. Während die Stadt Plauen durch die Streichung des Babygeldes die finanzielle Unterstützung für Familien mit Nachwuchs entzogen hat, ist es für unsere Partei eine Selbstverständlichkeit, dies zu fördern.

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