Prinz Eugen, der edle Ritter

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Prinz Eugenius auf der Rechten
Tät als wie ein Löwe fechten,
Als Gen’ral und Feldmarschall.
Prinz Ludewig ritt auf und nieder,
Halt’t euch brav, ihr deutschen Brüder,
Greift den Feind nur herzhaft an!

So lautet die 8. Strophe des deutschen Volklieds „Prinz Eugen, der edle Ritter“. Es entstand zu Beginn des 18. Jahrhunderts, der Verfasser vermutlich ein bayerischer Soldat. Es beschreibt die Vorgänge um die Belagerung Belgrads im Jahre 1717 durch die Truppen des österreichischen Kaisers. Die Schlacht endete mit dem Triumph der deutschen Truppen über die türkischen und markiert einen Meilenstein in der langen Auseinandersetzung zwischen Europa und dem Osmanischen Reich.
Bezeichnend für diese Schlacht war ihr Ablauf – die Festung Belgrad wurde nicht von Lande aus angegriffen, sondern überraschend mittels einer Pontonbrücke vom Wasser aus. Hinter dieser Taktik steckte der Anführer deutschen Truppen und damalige Generallfeldmarschall Prinz Eugen von Savoyen.
Geboren wurde Eugen am 18. Oktober 1663 in Paris als Sohn des Prinzen Eugen Moritz von Savoyen-Carignan und der Olympia Mancini, einer Kardinalsnichte. Aufgewachsen und erzogen am Hofe Ludwigs XIV war Eugen lange Zeit für die geistliche Laufbahn bestimmt gewesen, doch seine persönliche Neigungen verwiesen ihn eher in eine andere, die militärische, Richtung. Daß ihm diese Laufbahn in Frankreich verwehrt wurde, sollte einer der größten Glücksgriffe für das österreichische Kaiserreich sein. Mit dem französischen König zerstritten, floh Eugen 1683 aus Paris und trat der österreichischen Arme bei. Sein erstes Aufeinandertreffen mit seinen späteren Erzrivalen, den Türken, hatte Eugen auch gleich in selbigem Jahr bei der 2. Wiener Türkenbelagerung, bei deren Entsatzschlacht er teilnahm. Hierbei muß er einen herausragenden Eindruck bei seinen Vorgesetzten gemacht haben, denn noch im Dezember des Jahres erhielt Eugen vom Kaiser die Führung über das Dragonerregiment Kufstein. 1685 erfolgte seine Ernennung zum Generalfeldwachtmeister, nachdem er bei der Schlacht bei Gran erneut brilliert hatte.
1697 befehligte Eugen den österreichischen Gegenstoß in Ungarn während des Großen Türkenkrieges. Mit der Schlacht bei Zenta errang Eugen einen ersten vernichtenden Schlag gegen die Türken. Als er kurz darauf Sarajevo einnahm, mußten sich die Türken geschlagen geben und den Frieden von Karlowitz im Jahre 1699 unterzeichnen. Die daraus resultierenden Gebietsgewinne beförderten das Habsburgerreich in den Status einer Großmacht.
Bevor ihn seine Rolle im 1716 ausbrechenden Venezianisch-Österreichischen Türkenkrieg unsterblich machen sollte, kämpfte Eugen im Spanischen Erbfolgekrieg. In diesem errang er mehrere glänzende Siege, so etwa bei Capri, Luzzara, Höchstädt und Turin – um nur ein paar zu nennen. Sein militärisches Genie war für die Habsburger unbezahlbar, was sie ihm 1703 mit der Ernennung zum Präsidenten des Hofkriegsrates und zum Generalleutnant dankten.
1716 dann endlich jener Krieg, der zu denen gehören sollte, die – wie man sagt – Geschichte machen. In jenem Krieg sollte das Schicksal Europas, insbesondere Südosteuropas, entschieden werden. Auf der einen Seite jene Bedrohung in Form der Türken, welche die europäischen Völker so lange bedroht und gegeißelt hatte. Auf der anderen die Venezianer und Österreicher. Das Kommando über die Habsburgertruppen hatte Eugen inne. Gleich im ersten Kriegsjahr kam es zur folgenschweren Schlacht bei Peterwardheim. Eugen vermochte die Türken regelrecht aufzureiben und damit endgültig aus Ungarn zu vertreiben. Nach jahrhundertelanger Ausbeutung und Marterung waren die Ungarn endlich vom türkischen Joch befreit. Doch der Krieg war noch nicht vorbei. Die Entscheidung kam im nächsten Jahr, genauer am 22. August 1717. An diesem Tag nahm Eugen die türkische Festung Belgrad ein und zwang die Türken somit, 1718 den Frieden von Passarowitz zu unterzeichnen. Mit diesem Frieden wurde den Türken das nördliche Serbien, das Banat und die westliche Walachei entrissen. Die Türkengefahr war endlich gebannt. Prinz Eugen von Savoyen, einer der glänzensten Feldherren der europäischen Geschichte, war zum Retter des Abendlandes geworden. Seine Siege, durch welche das Osmanische Reich heftig geschwächt und zurückgedrängt worden war, ermöglichten im Laufe der nächsten zwei Jahrhunderte den südosteuropäischen Ländern sich nach und nach gegen die türkische Fremdherrschaft zu erheben und unter verlustreichen Kämpfen ihre Freiheit zu erlangen.
Und Eugen? Nach seinem monumentalen Triumph über die Türken widmete er sich einem ganz anderen Metier. Er betätigte sich als Kunstmäzen und legte mehrere Sammlungen an. Besonders beachtenswert ist seine großartige Büchersammlung, die Eugeniana, welche heuer im Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek bewundert werden kann. Neben seiner Sammlertätigkeiten wurde er auch noch zu einem der bedeutendsten Bauherren des Barock.
Am 21. April des Jahres 1736 schied Eugen aus dem Leben. Sein Leichnam wurde in einem gewaltigen Trauerzug durch Wien in den Stephansdom – seiner letzten Ruhestätte – gebracht.

Wie kein zweiter verkörpert Prinz Eugen von Savoyen das hehre Ideal des europäischen Helden. Beherzt für die Heimat eintretend, das Eigene selbstlos verteidigend, sich im Kampfe tapfer schlagend und weise die seinen führend. Nach erfolgreicher Verteidigung der ihm anvertrauten Heimat trat er sofort dazu über, eben diese durch zahlreiche Aktivitäten zu fördern und zu hohem Glanze zu bringen – sei es durch die Förderung der Künste oder das Errichten prächtiger Bauten.

Schon zu Lebzeiten war Eugen äußerst beliebt – sowohl im gemeinen Volk, als auch bei seinen Bediensteten. Er galt gemeinhin als sehr gutmütiger Dienstherr. Sein Andenken wird in vielen Ehrenmälern hochgehalten, so etwa in Form von Reiterstatuen in Budapest und Wien. Mehrere Kriegsschiffe sollten seinen Namen tragen. Ihm zu Ehren wurde das bereits erwähnte Lied „Prinz Eugen, der edle Ritter“ komponiert. Die 7. SS-Freiwilligen-Gebirgs-Division wurde nach ihm benannt, da er es war, der durch seine Siege Volksdeutschen die Besiedlung des Balkans ermöglichte. Der Bund der Deutschen Pioniere vergibt heute noch einen Prinz-Eugen-Preis.

Prinz Eugen, der edle Ritter, zählt zu jenen historischen Gestalten, welche Europa das Leben ermöglichten. Wie so oft mit eben jenen, ist auch er immer wenigeren bekannt. Es sollte die Aufgabe jedes aufrechten Europäers, aber auch gerade jedes aufrechten Deutschen sein, diesen großen Mann nicht dem Vergessen anheimfallen zu laßen.

„Man soll niemals seinen eigenen Nutzen oder das Loben und Schelten der Menge zur Richtschnur seines Lebens nehmen.“

„Alles läßt sich durch Standhaftigkeit und feste Entschloßenheit erreichen.“

– Prinz Eugen von Savoyen

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