Feder und Schwert II – Die ewige Langeweile der modernen Welt

Oft verleiten mehrere Gründe einen Mann, sein Leben in den Dienst einer Weltanschauung zu stellen. Dies können Gründe von höchster Ehrbarkeit und größtem Glanze sein. Pflichtbewußtsein, Treue, faustischer Wahrheitsdrang, die Liebe zum Eigenen und das Gefühl, Teil von etwas Größerem zu sein. Doch ebenso wie es jene erhabenen Gründe gibt, so gibt es auch die niederträchtigen jeglicher Couleur. Seelische Korruption, Hass auf das Wahre, Liebäugelei mit dem rein Materiellen zum eigenen Vorteile, geistige Verblendung.

Die Ideen suchen sich den Menschen aus, nicht der Mensch die Ideen – so lautet die Weisheit eines Mannes, dessen Namen mir zu meiner eigenen Beschämung entfallen ist. Die Ideologie der kulturmarxistischen Egalitaristen vor Augen, welche derzeit die Oberhand hat, erschaudere ich ob des Persönlichkeitstypi, welcher sich schon vor viel zu langer Zeit normalisiert hat. Man könnte sich nun gewiß über die geistige Beschränktheit, die intellektuellen Bombenkrater, das enorme Unwissen in geschichtlichen, philosophischen, religiösen und überhaupt den meisten Angelegenheiten echauffieren. Doch es soll an dieser Stelle ein spezieller Punkt herausgegriffen werden: Die unglaubliche Langeweile, welche der moderne Mensch ausstrahlt – sowohl der unpolitische als auch der durchschnittliche Egalitarist.

Beginnen wir beim Durchschnittsbürger. Gerade bei den jüngeren, sprich den 20- bis 30-Jährigen, wird man Zeuge banalster Gespräche und Lebensinhalte. Für diese Altersgruppe scheint sich zuerst einmal vieles um die Arbeit zu drehen, für welche sie selten ein gutes Wort übrig haben – ein Muß eben, um das zu finanzieren, wofür sie zu leben glauben. Die Arbeit als notwendiges Übel, das Mittel zum Zweck. Der Zweck scheint für viele neben der Funktionserhaltung ihrer hochgeschätzten intelligenten Mobilfunkgeräte („Smartphones“) das allwöchentliche Betrinken an Wochenenden zu sein. Die Grundlage vieler Konversationen ist das derb Erotische. Der Begriff der Erotik ist eigentlich fehl am Platze, denn so, wie der heutige Durchschnittsmensch über den Sexus denkt und mit ihm umgeht, entbehrt oftmals jeglicher Erotik. Es heißt Quantität vor Qualität – im wahrsten Sinne des Wortes. Wenn sie dann die neusten Geschmacklosigkeiten aus dem Bereich der zwischenmenschlichen Anatomie ausgetauscht haben, gehen sie häufig dazu über, sich gegenseitig den aktuell angesagten Negermusikanten über ihre Mobilfunkgeräte abzuspielen. Nicht selten wetteifern hierbei Musik und Kommentare der Zuhörer um den ersten Rang auf der Liste der mentalen Retardierung.

Nun könnte man meinen, daß der politische Egalitarist mit etwas mehr Esprit in seinem Leben aufwarten kann. Immerhin hat er eine Ideologie – und sei sie noch so realitätsfern – welche er geistig bearbeiten kann (oder bearbeitet sie vielmehr ihn?). Man blickt gebannt auf den Egalitaristen und ruft innerlich: Sage etwas Intelligentes! Du hast immerhin eine Weltanschauung, die auf Schriften und Taten basiert! Sage etwas, auf dessen Basis man eine vernünftige Diskussion einleiten kann. Sobald der Egalitarist den Mund aufmacht, erscheinen jedoch sogleich Dantes berühmte Worte vor dem geistigen Auge: Ihr, die ihr hier eintretet, laßt alle Hoffnung fahren. Stets dieselben Plattitüden, immerzu die gleichen Lügen, nie verlegen um eine weitere Dummheit. Hat man einen Egalitaristen gehört, hat man sie alle gehört. Kennt man die Behauptungen eines Gutmenschen, kennt man sie alle. Lauschte man einem Gespräch unter Leuten auf der Straße, lauschte man allen. Ad infinitum. Die moderne Welt kann unter der Patina der Banalitäten nichts bieten. Es gibt keine echte Auseinandersetzung mit den Eigenheiten der Welt mehr. Wissenschaftliche Erkenntnisse werden zu Meldungen auf dem Mobilfunkgerät, welche mit einem Klick im Niemandsland verschwinden. Philosophisch angehauchte Artikel (denn echt Philosophisches findet man nur noch im Buche), welche zweifelsohne eine Seltenheit sind, werden spätestens mit der nächsten Trinkorgie am Wochenende vergessen. Die Erkundung des eigenen Körpers durch sportliche Ertüchtigung weicht bei vielen dem schnellen ungesunden Essen – immerhin bietet man etwas für seine Geschmacksnerven.

Der Mensch wird nicht mehr gefordert, weder geistig noch körperlich. Sämtliche Unterhaltungsprogramme, vom Fernsehen bis zum Theater, sind entweder grotesk einfallslos oder politisch übersäuert. Was nicht genutzt wird, verdirbt. Man sieht es kaum besser als an den geistigen Fähigkeiten. Unser Gehirn ist zu erstaunlichen Leistungen fähig. Gerade auch die ausgefeilte Sprache des Menschen ist eines seiner Merkmale. Doch kann jemand ernsthaft den heutigen Sprachverfall leugnen? Im Jahre 1812 kämpften die Deutschen darum, ihre Muttersprache vor der Ersetzung durch eine andere hochentwickelte Sprache zu verhindern: dem Französischen. Heuer kämpfen die Völker Europas darum, daß ihre Sprachen überhaupt noch als solche erkennbar sind. Es grenzt fast an ein Wunder, daß das Grunzen noch nicht zum legitimen Stilmittel deklariert worden ist. Der moderne Mensch verfällt. Er ist das, was man eine Tragik nennen könnte.

Jeder frage sich selbst: Wann hat er das letzte Mal auf offener Straße, im Freundeskreis oder bei der Arbeit ein wahrhaft interessantes und intelligentes Gespräch gehört oder selbst geführt? Die Evolution gab dem Menschen eine unglaubliche Fülle an Fähigkeiten und Möglichkeiten. Der Mensch nutzte dies ihm Gegebene, um seine Art bis zum Mond zu bringen. Er erschuf Großes und Erhabenes, an welchem er sich ergötzen kann. Jeder Einzelne hat das Potential in die Wiege gelegt bekommen, an diesem Großen und Erhabenen mitzuwirken. Belletristik und Architektur, Kunst und Wissenschaft, Technik und Sport – all dies bereichert den Menschen und macht ihn zu dem, was er ist. Welch überwältigende Universen eröffnen sich uns angesichts der Fülle des menschlichen Schaffens!
Der moderne Mensch jedoch gibt sich einer trostlosen, scheinbunten Welt hin, deren kümmerliche Wurzeln schon längst verdorrt sind. Er lebt in einer toten Welt, welche den wenigen, die ihre wahre Natur zu erblicken vermögen, keine Hoffnung und vor allem eins entgegenhält: unendliche Langeweile.





  • Kann dem Vorredner mich nur anschließen: wirklich exzellenter Artikel, welcher viele faule Früchte der völligen Gottlosigkeit der Moderne beleuchtet. Wir erleben die völlige Entmenschlichung der Welt.
    Machen wir daher es besser: Für Gott uns fürs Vaterland!

    Epochenwandler 04.02.2018
  • Exzellent geschriebener Artikel, der einen Teil der Dekadenz treffend zu beschreiben weiß.

    MB 04.02.2018
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