Feder und Schwert IV: Trost und Tragik der katholischen Reaktion

„Die Wahrheit ist ganz oder gar nicht.“

– Pfarrer Hans Milch (1924-1987)

Vor etwa 2000 Jahren trat auf das Wirken Jesu von Nazareth und die anschließende Verklärung dessen durch den Apostel Paulus das Christentum in die Welt. Eineinhalbtausend Jahre lang prägte diese Religion den Kontinent Europa und dessen Völker. Mit dem Katholizismus, der zahlenmäßig stärksten Konfession, wurden Monumente errichtet wie zerstört. Es wurden geistige Wissenschaft und Philosophie betrieben, Kunstwerke kreiert, das Abendland verteidigt – und zugleich wurde das freie Denken, welches nicht mit egalitistischen Träumereien und marxistischen Lügenmärchen verwechselt werden darf, unterdrückt, arteigene Denkmäler, Götter und Bräuche (welche oftmals anschließend in abgewandter Form in die Kirche aufgenommen worden waren) vernichtet und nicht zuletzt vielen Männern und Frauen das Leben genommen. Den Einfluß, welchen die catholica auf das Werden und Sein Europas hatte, ist nicht zu unterschätzen. Noch immer hängen unzählige Millionen der Kirche an, welche bis heute wohl eine der langlebigsten Institutionen der bisherigen Menschheitsgeschichte darstellt. Doch wie alle Institutionen überlebt sich auch die Kirche ab einem gewißen Punkte selbst. Dabei soll ihre relative geistige Konstanz bis ins Jahre 1965, dem Ende des II. Vatikanischen Konzils, welches eigentlich keines war, in keinster Weise geleugnet werden. Doch die Entdeckungen der modernen Wissenschaft und politische Machteinbußen forderten ihren Tribut. Am schwersten dürften wohl die Naturwissenschaften zum Niedergang des Katholizismus in Europa beigetragen haben. Herausstechend hierbei sind die Widerlegung des geozentrischen Weltbildes und die Entdeckung der Evolution durch natürliche Zuchtwahl. Schon früh begann im Christentum das, was man Apologie nennt: Das Verteidigen der eigenen Glaubenssätze. Bis ins 17. Jahrhundert hinein erfolgte diese Apologie gegen andere Konfessionen, Häretiker, Ketzer, Freidenker. Im 18. Jahrhundert kam dann jene Strömung auf, welche man grob als materiellen Atheismus bezeichnen kann. Mit diesem kamen die Ursprünge des Kommunismus.
Die Französische Revolution stellt die Geburtsstunde des katholischen Reaktionärs dar. Die Intention hinter den antirevolutionären Agitationen des Reaktionärs waren die Bewahrung der Monarchien, Erhaltung des Katholizismus als prägende Landesreligion und die Machterhaltung des Vatikans. Gerade die Verteidigung der Monarchie als eine von Gott gegebene Institution nahm eine zentrale Rolle ein. Aber auch die klassische Familie von Vater, Mutter, Kind wurde unter katholischen Gesichtspunkten wiederholt in Schutz genommen, u.a. mittels einer Übertragung des Trinitätsbegriffs auf die Familie. Typische Vertreter waren Jospeh de Maistre (1753-1821), Louis de Bonald (1754-1840) und zu gewißen Teilen Donoso Cortes (1809-1853).
Doch die Gegenaufklärer scheiterten. Der kommunistische Wahn nahm seinen Lauf. Die politische Macht des Vatikanstaates schwand, Unzählige kehrten dem katholischen Glauben den Rücken zu. Der I. Weltkrieg war der erste große Paukenschlag im 20. Jahrhundert, um das christliche Weltbild von Millionen von Europäern zu erschüttern. Die Frankfurter Schule trat auf den Plan und spuckte ihr Gift des Kulturmarxismus wider die Völker, was schließlich zu dem Degeneriertenaufstand von 1968 führte. Die dazwischenliegende materielle und kulturelle Vernichtung im II. Weltkrieg taten ihr Übriges, um die catholica, welche für ein traditionelles Gesellschaftsbild stand, in Bedrängnis zu bringen.
Die katholische Reaktion setzte sich im 20. Jahrhundert aus herausragenden Einzelpersonen zusammen. Die Bedeutendste von ihnen war ohne Zweifel Papst Pius X., mit bürgerlichem namen Guiseppe Sarto (1835-1914). Seine Schläge wider die Modernisten (heute würde man von Kulturmarxisten sprechen) wurden von ihrer Wirkkraft her höchstens von Erzbischof Marcel Lefebrve (1905-1991) erreicht, welcher zur Rettung der katholischen Lehre die Priesterbruderschaft St. Pius X. gegründet hatte. Neben Pfarrer Robert Mäder (1875-1945) war es im deutschen Raum v.a. Pfarrer Hans Milch (1924-1987), der für die katholische Reaktion stand. Letzterer hatte die actio spes unica zur „Bewahrung des reinen katholischen Glaubens“ gegründet. Viele dieser Männer hatten starke Affinitäten zu – grob gesprochen – „rechten“ Regimen, Denkern und Positionen. Lefebrve fand etwa äußerst löbliche Worte für Augusto Pinochet und Francos Spanien. In einem Brief an den Papst nannte derselbe Kommunisten, Juden und Freimaurer als die wahren Feinde der Katholischen Kirche. Pfarrer Milch zitierte ohne Umschweife Ernst Jünger. Bei ihm fand sich zudem ein starkes Geschichts- und auch Volksbewußtsein:

„Dadurch, daß ich Volk bin, bin ich nicht nur fünfzig, sechzig Jahre alt, sondern jahrhunderte Jahre alt.“

Alle verband sie mit ihren Anhängern die scharfe Ablehnung des Sozialismus, des Kommunismus und des Egalitarismus – und nicht zuletzt die Ablehnung des II. Vatikanischen Konzils (1962-1965), welches stets als „Räuberkonzil“ bezeichnet worden war. Es war dieses Räuberkonzil, welches faktisch sämtliche Dogmen, die die Einzigartigkeit des Katholizismus darstellten (und somit logisch als allein heilsbringend, so man daran glaubt), relativierten oder auflösten. Das Ergebnis können wir heute sehen, mit einer vollkommen beliebig gewordenen Kirche, die für jede linke oder egalitistische Position zu haben ist – nur nicht für eine katholische.
Nichtsdestotrotz bleibt die grundsätzliche Frage bestehen: Sind das Christentum und der Katholizismus europäische Lehren? Sind sie mit der Lebensart der weißen Völker vereinbar oder haben wir es vielmehr mit einem artfremden Glauben zu tun, der die Völker in ihrer natürlichen Entwicklung hemmt? Die Indizien für Letzteres sind zahlreich. Zum einem stammt die Lehre nicht aus Europa und ist – trotz aller Feindschaft der Kirche gegen die Juden – durch und durch auf jüdischen Wurzeln aufgebaut. Nicht von ungefähr ließ sich Papst Franziskus zu der Aussage verleiten, in jedem Christen stecke ein Jude. Daraus erklärt sich auch die Diskrepanz zwischem europäischem und christlichem Denken, wenn man als christliches Denken die Bibel zur Grundlage nimmt. Auf der einen Seite steht der heroische und faustische Mann, der sich der Pflicht-erfüllung hingibt. Auf der anderen Seite haben wir eine servile, ängstliche, schwache Gnadenlehre. Friedrich Nietzsche sprach korrekt von einer Sklavenmoral. Dietrich Schuler, ein deutscher Autor und Vortragsredner, urteilte über das Christentum wie folgt:

„Das Christentum ist der Trick, aus den Starken die Sklaven der Schwachen zu machen.“

Freilich steht die Unterwürfigkeitshaltung, welche das Christentum fordert, in unvereinbarem Gegensatz zur Seele des Europäers. Betrachten wir uns etwa nur die Gründungsfigur des Christentums und Hermann, den Stammvater der Deutschen. Der eine geschunden, gequält und ermordet, seinen Feinden keinen Widerstand leistend. Der andere seine Brüder zum Kampfe begeisternd, aufstehend, kämpferisch, pflichtbewußt. Der von Idealen geleitete Ritter des Mittelalters ist ein gutes Beispiel für den Durchbruch des europäischen Geistes, welcher durch das Christentum unterdrückt worden ist. Daß die Entdeckungen der Wissenschaften und Philosophie oft gegen die Kirche errungen werden mußten, verwundert angesichts des eben Festgestellten nicht.

Das christliche Abendland existiert nicht mehr. Insofern kann sich der nationale Widerstand nur schwerlich auf dieses berufen. Doch dies sollte er grundsätzlich nicht. Die Dynamiken, welche die Naturwissenschaften im Bereich der Rassen- und Völkerkunde aufzeigen, gehen völlig an der katholischen Reaktion vorbei. Sie ist stets gezwungen, ihre eine Lehre zu verteidigen. Dabei beweisen gerade die Wissenschaften die Unvereinbarkeit einer völkischen Afrikanisierung Europas bei gleichzeitiger Erhaltung zivilisatorischer Standards. Die Tatsachen belegen die Existenz von verschiedenen Rassen und deren evolutionär bedingten Verhaltensmustern. Die Kirche kann dem nichts entgegenhalten, da ihre Lehre auf die gesamte Menschheit zugeschnitten ist und sich für rassische Spannungen nicht interessiert. Entsprechend finden sich immer wieder egalitistische Positionen bei ihr. Papst Pius XI. verkündete etwa 1938:

„Man vergißt heute, daß das Menschengeschlecht nur eine einzige große umfassende katholische Rasse ist.“

In Jes. 40, 17 lesen wir:

„Völker sind vor Gott wie ein Nichts, für ihn sind sie wertlos und nichtig.“

Die christliche Moral ist von Grunde auf ungeeignet zur Verteidigung der eigenen Rasse, des eigenen Volkes, ja nicht einmal zur Verteidigung der eigenen Scholle oder der eigenen Person. Sie fordert, die andere Wange hinzuhalten, anstatt sich zu wehren. Der Christ soll sich selbst verleugnen. Die Idee der Nächstenliebe wurde mittlerweile vollkommen zur Fernstenliebe pervertiert, vor welcher schon Thomas von Aquin gewarnt hattte. Doch die Möglichkeit zu solcher Pervertierung hat die Kirche aufgrund ihres universalen Charakters selbst gegeben.
Die Kirche war stets ein eigenes, selbständiges und eigentümlich fremdes Organ im Körper Europas. Waren Europa und seine Völker mit der katholischen Lehre, so trat die catholica als eiserne Verteidigerin des Abendlands auf, wie etwa die Kreuzzüge und Türkenkriege eindrucksvoll beweisen. Waren die Völker Europas gegen sie, entfachte sie die Scheiterhaufen.

Die Anhängerschaft der katholischen Reaktion schwindet täglich. Viele von ihnen leben ein unpolitisches Leben und setzen ihre Hoffnungen in den Rosenkranz. Es ist ihre Treue zum Glauben, welche ihnen ein Trost ist. Ein Wiederaufflammen des alten Katholizismus muß als äußerst unwahrscheinlich angesehen werden. Die katholischen Kämpfer für das Abendland können nur noch ihre Einkreisung feststellen. Die fremden Horden bringen ihre neuen Götter mit auf die heimische Erde und verdrängen die alten. Ihre Kirche hat sie im Stich gelaßen. Der nationale Widerstand beruft sich auf die völkischen Wurzeln Europas, welche nunmal keine christlichen sind. Die katholische Lehre hat sich selbst überlebt. Es ist der Tag abzusehen, da blickt die Menschheit auf den Petersdom wie wir heuer auf die Pyramiden der Pharaonen – wissend, daß ihre Erbauer Mächtiges vollbracht haben und nun nicht mehr sind. Es ist das Schicksal der katholischen Reaktion mit Jean Raspail, dem großen katholischen Royalisten unserer Tage, das Heerlager der Heiligen zu befestigen und dem letzten Sturm standhaft entgegenzusehen. Sie sind die letzten Verteidiger einer sterbenden Weltmacht. Sie halten zum letzten Mal die Fahne einer Institution hoch, die den Gang der Menschheit mitbestimmt hat. Dies sind Trost und Tragik der katholischen Reaktion.

Feder und Schwert ist die Kolumne der Netzseite der nationalrevolutionären Partei Der III. Weg. Sie erscheint regelmäßig an jedem 2. Sonntag.





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