Feder und Schwert V: Naturbetrachtungen: Das Mäuseparadies

Die Kontemplation der Natur könnte allein durch ihre Erhabenheit ein Selbstzweck sein. Doch oftmals verrät uns diese viel über unser eigenes Verhalten und Sein, sind wir, der Mensch, doch auch Teil der Natur und nur als solcher zu begreifen. Nun gibt es neben der reinen Betrachtung der natürlichen Wildnis die Möglichkeit des wissenschaftlich korrekten Experiments. Letzteres liefert uns interessante Ergebnisse, welche oftmals frappierende Ähnlichkeiten zu Begebenheiten in der menschlichen Geschichte bzw. den menschlichen Verhaltensweisen aufweisen.
Eines eben dieser Experimente führte der amerikanische Verhaltensforscher John Calhoun (1917-1995) durch, welcher in den 60er und 70er Jahren des letzten Jahrhunderts eine Reihe von Versuchsreihen zum Thema Bevölkerungsdichte aufgestellt hatte. Calhoun hatte sich überhaupt in seiner wissenschaftlichen Laufbahn auf die Frage spezialisiert, wie sich die Bevölkerungsdichte auf das Verhalten einer Population auswirkt. Sein berühmtestes Experiment – „Universum-25“ – führte er zusammen mit dem Nationalen Institut für psychische Gesundheit (NIMH) im Jahre 1972 an Mäusen durch. Der Experimentaufbau sah wie folgt aus: Calhoun und seine Mitarbeiter richteten ein besonderes Gehege für Mäuse ein, welches es an nichts missen ließ. Rund um die Uhr wurden die Mäuse mit genügend Trinkwasser und Nahrung versorgt, die Wissenschaftler achteten auf die Gesundheit der Tiere, boten vollkommenen Schutz vor Fressfeinden und stellten ausreichend Nistplätze zur Verfügung. Einer starken Populationszunahme stand nichts im Wege, weshalb diese auch rasch einsetzte. Theoretisch hätte das Gehege 9500 Mäuse gleichzeitig füttern und 6144 tränken können. Praktisch wurde diese Populationszahl nie erreicht. Der offiziele Höchststand während des Experiments belief sich auf 2200 Tiere. Angefangen hatten die Wissenschaftler mit vier gesunden Mäusepärchen. Als die Zahl der Mäuse etwa 600 erreichte, konnte man eine Hierarchiebildung beobachten und deutlich soziale Verhaltensmuster feststellen. Unter den Mäusen bildete sich ein Typus heraus, welcher als „Außenseiter“ tituliert wurde. Diese Gruppe wurde ins Innere des Geheges gedrängt und oftmals von den anderen attackiert, was man an entsprechenden Bißwunden beobachten konnte. Oftmals traf es die jungen Mäuse. Der natürliche Gang, daß die alten Mäuse dem Nachwuchs durch Wegsterben Platz machen, war aufgrund der „paradiesischen“ Umstände im Gehege nicht gegeben. Die geschundenen Männchen zeigten nach ihrer Vertreibung ins Innere des Geheges keinerlei Aggressionsbereitschaft mehr, verteidigten ihre Weibchen nicht mehr und nahmen keinerlei soziale Rollen mehr ein. Lediglich untereinander bekämpften sich die Außenseiter von Zeit zu Zeit, wobei sie manchmal auch wahllos andere Mäuse angriffen.

Da sie nun keinen zuverläßigen Beschützer mehr hatten, wiesen die schwangeren Weibchen ein erhöhtes Aggressionspotential auf, welches sich nicht nur gegen Fremde, sondern sogar paradoxerweise gegen den eigenen Nachwuchs richtete. Die Weibchen, die nun oftmals ihren eigenen Nachwuchs totbißen, siedelten sich vermehrt in den höher gelegenen Nistplätzen an, besetzten diese als Einsiedler und verteidigten diese Nester rabiat gegen andere Mäuse – ihre Fortpflanzungstätigkeiten stellten sie ein. Die Todesrate stieg enorm.
Dann setzte die letzte Phase ein. Calhoun nannte sie die Todesphase. In ihr trat ein neuer Mäusetyp, der „Schönling“, auf. Diese Männchen wiesen kein arttypisches Verhalten mehr auf. Sie zeigten keinerlei Fortpflanzungsbereitschaft oder Aggressivität, widmeten sich nur der Nahrungsaufnahme und Fellpflege, und gingen keine sozialen Beziehungen zu anderen Mäusen ein. Die letzten Überlebenden der Mäusepopulation bestanden fast auschließlich aus Schönlingen und den aggressiven Weibchen, die sich in den Nistplätzen vergraben hatten.
Die Mäuse zeigten gegen Ende überhaupt sonderliches Verhalten, obwohl sie doch eigentlich alles im Überfluß hatten: Es kam zu Homosexualität, Kannibalismus, unerklärlichen Aggressionen und schwindender Fortpflanzungsbereitschaft. 1780 Tage nach Experimentsbeginn starb das letzte Exemplar der Mäusepopulation. Calhoun versuchte zwischenzeitlich, kleine Gruppen aus der Population herauszunehmen und in eine natürlichere Umgebung zu setzen. Doch auch in der neuen Umgebung pflanzten sich die Mäuse nicht fort und verharrten in ihren artuntypischen Verhaltensweisen.

Calhoun formulierte als Antwort auf das Experiment eine Theorie: Da die Mäuse keinen Platz mehr in der Hierarchie finden und keine sozialen Rollen mehr einnehmen können, erleiden sie den „ersten Tod“, welcher der Tod des Geistes ist. Der physische Tod folgt diesem unaufhaltsam. Calhoum prägte den Begriff der „Verhaltenssenke“, welcher für den Zusammenbruch arttypischer Verhaltensweisen aufgrund von Überbevölkerung steht.

Wie bei den Mäusen, so können wir auch bei den Völkern Europas Verhaltensmuster beobachten, welche den oben erwähnten stark ähneln. Wir beobachten stets sinkende Geburtenzahlen und eine zunehmend geringer werdende Aggressionsbereitschaft bei den Männern dieser Völker, gerade im Hinblick auf die Verteidigung der eigenen Person, aber auch im Hinblick auf die Verteidigung der eigenen Frauen. Es gibt wissenschaftliche Studien, die nachweisen, daß der Testosterongehalt bei heutigen Männern im Vergleich zu deren Vorfahren Anfang und Mitte des letzten Jahrhunderts deutlich geriner ist. Ob dies nicht zuletzt auch auf die heutige Nahrungszusammensetzung zurückzuführen ist, sei dahingestellt. Fakt ist jedoch, daß die Überbevölkerung und die damit einhergehende Auflösung von klaren Hierarchien, welche durch politische Ideologien begünstigt wird, existiert. Die Jungen wissen sich nicht mehr in der sozialen Einheit namens Volk einzugliedern. Zugleich wird die stete Zunahme von Hochaltrigen, welche mehr und mehr zur Belastung werden, durch die moderne Medizin geradezu garantiert. Erschwerend kommt der Wohlfahrtsstaat hinzu, welcher jeden Schmarotzer – sei er nun Angehöriger des eigenen Volkes oder fremdländischer Herkunft – am Leben hält. Der Wohlfahrtsstaat muß grundsätzlich als eines der Hauptübel in dieser Entwicklung gesehen werden, stellt er doch das dar, was im Experiment die Wissenschaftler gewesen sind, welche die Mäuse ohne jegliche Gegenleistung mit allem versorgt und gehegt und gepflegt hatten.
Sollen die Völker Europas demnach überleben, so ist eine Reduzierung der Bevölkerung auf ein gesundes Maß obligat. Jedes Abwehren fremdländischer Konkurrenz um Lebensraum muß letztendlich scheitern, wenn die inneren Strukturen der Population nicht ins Gleichgewicht gebracht werden.

Feder und Schwert ist die Kolumne der Netzseite der Partei Der III. Weg. Sie erscheint regelmäßig an jedem 2. Sonntag.





×

Schneller und einfacher Kontakt über WhatsApp - Einfach auf den unteren Button klicken!

 

Kontakt über Threema unter der ID:
ZYSHY9EH

×