
Die Löhne bei der deutschen Post fallen seit Jahren gering aus, verglichen mit der hohen Arbeitsintensität, der die Angestellten ausgesetzt sind. Der Mindeststundenlohn liegt derzeit bei 11,50 Euro. Nach Streiks hat die Gewerkschaft Verdi nun ein Angebot für die Belegschaft angenommen, dass eine Lohnerhöhung von drei Prozent vorsah. Eine magere Steigerung im Vergleich zu den Lohnzuwächsen beispielsweise im öffentlichen Dienst. Doch auch dieses Angebot könnte nicht allen Mitarbeitern zugute kommen. Der Konzern unterhält eine Tochterfirma, die sogenannten DHL Delivery Gmbh, die rein für Paketzustellungen zuständig ist.
Die Mitarbeiter der Tochterfirma leisten eine vergleichbare Arbeit, erhalten jedoch teils deutlich niedrigere Löhne (bis zu 25 %). Zudem leisten sie eine höhere Regelarbeitszeit. An 49 Standorten sind hier etwa 10.000 Mitarbeiter beschäftigt. Künftig sollen alle Zusteller in die Tochterfirma ausgegliedert werden und würden somit nicht mehr dem Tarifvertrag, sondern den regional variierenden Verträgen unterliegen. Es droht so insgesamt eine Absenkung des Lohnniveaus.
Eine weitere rücksichtslose Praxis gegenüber den Mitarbeitern ist die Entfristung von Arbeitsverhältnissen. Die genaue Anzahl der befristeten Arbeitsverhältnisse bei der Post ist unbekannt. Doch angesichts der harten Bedingungen zur Umwandlung in unbefristete Arbeitsplätze dürfte sie recht hoch liegen.
Wie nun bekannt wurde, dürfen Mitarbeiter nicht länger als 20 Tage innerhalb von 2 Jahren krank werden. Für ihre Touren dürfen sie nicht länger als 30 Stunden in 3 Monaten zusätzlich brauchen. Wer in Gegenden mit hohem Verkehrsaufkommen fährt, erreicht diese leicht. Zudem sind viele Empfänger nicht leicht erreichbar, was die Mehrarbeitsstunden schnell in die Höhe treibt. Auch Unfälle werden den Mitarbeitern negativ angerechnet. Wer zwei Autounfälle oder einen Schaden über 5000 Euro verursacht, hat ebenso keine Aussicht auf Entfristung.
Die Überraschung und Empörung seitens der Systempolitiker – von Grünen bis Union – ist groß. Doch der Grundstein für die gegenwärtige Entwicklung der Post zu einem rücksichtslosen, rein profitorientierten Konzern wurde durch die herrschenden Politiker bereits 1989 gelegt. In den Jahren 1989 bis 1995 wurde die Bundesbehörde Deutsche Post privatisiert. Seit dem 20. November 2000 wird die Post auf dem organisierten Kapitalmarkt gehandelt. Zum ersten Januar 2008 wurden der Post Exklusivrechte entzogen, der Markt somit weiter liberalisiert. Die etablierten Politiker sind verantwortlich für den häppchenweisen Verkauf der deutschen Post und somit selbstverständlich auch an der Lage der Arbeiter.
Zwischen 2005 und 2013 reduzierte die Staatsbank KfW ihren Anteil auf nun gerade einmal 21,0 Prozent. Der Großteil der Aktien befindet sich nun im Streubesitz. Großaktionäre jedoch sind vor allem im Ausland zu finden – vor allem in den USA. Insbesondere die jüdisch geführte BlackRock Inc., auch als „heimliche Weltbank“ bezeichnet, hat mit einem Anteil von 7,00 Prozent einen nicht zu unterschätzenden Einfluss. Auch die ebenfalls amerikanische Capital Group hat einen Anteil von 2,90 Prozent.
Um eine gerechte Entlohnung zu garantieren, muss bei der deutschen Post ein Paradigmenwechsel, weg vom kapitalistischen Streben nach Gewinnmaximierung erfolgen. Hierfür muss die deutsche Post wieder deutsches Volkseigentum werden. Auch die deutsche Post darf nicht Spielball internationaler Mächte sein. Die Partei „Der III. Weg“ fordert unter Punkt 2 ihres Parteiprogrammes eine raumgebundene Volkswirtschaft:













