Feder und Schwert XXVII – Ash Donaldsons „Blut and Boden“

Nach Gilbert Keith Chesterton sagen Märchen den Kindern nicht, daß Drachen existieren. Dies wüßten sie bereits. Vielmehr sagen sie ihnen, daß Drachen getötet werden können. Ein Märchen, den Kindern des Verfassers gewidmet, niedergeschrieben in unseren Tagen und doch Jahrtausende alt, ist Ash Donaldsons „Blut and Boden – A Fairytale for Children of European Descent“. Übersetzt lautet der Titel des Werkes, welches erst letztes Jahr in englischer Sprache erschienen ist und noch auf seine deutsche Übersetzungen wartet, „Blut und Boden – Ein Märchen für Kinder europäischer Abstammung“ und welches nach dem Verlag „für Kinder von neun Jahren und älter geeignet, flüßig für jüngere vorzulesen und ein Schatz für ältere Leser ist“.

Das Märchen behandelt in fantastischer Form die Geschichte der weißen Rasse auf dem europäischen und amerikanischen Kontinent und stellt in komprimierter Form sowohl die Wanderbewegungen der weißen Rasse zwischen diesen beiden Erdteilen, als auch ihre evolutionäre Entstehung, welche insbesondere durch die Herausforderungen der Eiszeit und eines allgemein kalten Klimas geprägt ist, als auch ihren seelischen Fall in der Moderne dar.

Im Mittelpunkt der Handlung, welche von Elfen, Zwergen, Riesen und der weißen Rasse, den „Söhnen des Arius“, handelt, stehen der tapfere Elfenprinz Boden und die wunderschöne Elfenprinzessin Blut, die je nach Tageszeit ihre Haar- und Augenfarbe ändern kann und sinnbildlich für die phänotypischen Variationen der weißen Rasse steht.

Im ersten Teil des Märchens erzählt Donaldson von den fabelhaften Wesen, die die Erde – wenn auch ungesehen von uns – die Erde bevölkern. Zwerge und Elfen, beide mit ihren eigenen schöpferischen Eigenschaften, welche schließlich auch teilweise und in unterschiedlicher Stärke auf die weiße Rasse übergegangen sind. Frostriesen, die zum einen für die Unheil bringende Kälte stehen, mit welcher unsere Rasse in ihrer Entwicklung zu kämpfen hatte – zugleich stehen sie jedoch auch für seelische Auswüchse, welche in jedem von uns stecken und zu unserem Unglück hervorbersten können. Dann erzählt Donaldson von den fünf Elfenkönigreichen, die einst im Norden Amerikas gelegen sind. Diesen droht aus dem hohen Norden die Vernichtung in Form des Frostriesen Grim Jack, welcher die Riesen vereint hat und nun gegen die Elfenreiche anführt. Ein Elfenreich nach dem anderen fällt den Riesen zum Opfer, bis nur noch jenes übrig ist, welches von Bodens Vater regiert wird. Um seiner Familie die Flucht über das Meer zur ermöglichen, stellt sich der Elfenkönig Grim Jack und wird von diesem getötet. Boden, der dies mitansehen mußte, gelingt die Flucht nach Europa. Dort werden die ansässigen Elfen gleichsam von Frostriesen aus dem Norden bedroht.

Unterstützt werden sie in ihrem Kampf von einigen Menschen, welche von den Elfen als Söhne des Arius bezeichnet werden. Diese Menschen zeichnen sich dadurch aus, daß sie den lebensbedrohlichen Kräften des Frostes getrotzt und hierdurch elfen- und zwergenähnliche Eigenschaften erworben haben. Boden kommt in die Landen, wo die Schlacht mit den Frostriesen entschieden werden soll und trifft dort auf die wunderschöne Elfenprinzessin Blut, welche von den Frostriesen gleichermaßen gehasst wie begehrt wird. Vor den Alpen kommt es zur entscheidenden Schlacht, in welcher die Elfen und Menschen die Frostriesen mit Bodens Hilfe vernichten. Nun können sich die Menschen darauf konzentrieren, ihre Heimat aufzubauen und zu kultivieren. Die Zwerge und Elfen jedoch ziehen sich mehr und mehr aus dem menschlichen Leben zurück. Manche von ihnen bleiben unter den Menschen und helfen diesen mit ihren meisterhaften Fertigkeiten, verbergen jedoch ihre wahre nichtmenschliche Natur. Nach Jahrtausenden kommen die Menschen – und mit ihnen mancher Zwerg und Elf, darunter auch Blut und Boden – nach Amerika zurück und beginnen dort, sich eine weitere Heimat aufzubauen.

Hier beginnt der letzte Teil des Märchens und erzählt von dem jungen Waisen Hagen, welcher von seiner schweren Lebenslage geprägt einen großen Neid auf die anderen Menschen entwickelt hat. Der Junge, welcher für Mienenarbeiter arbeitet, entdeckt eines Tages eine alte Zwergenhöhle, in welcher sich Wandbilder, Throne und anderes Fantastisches findet. In dieser Höhle lauert jedoch auch der Geist eines Riesen, welcher sich in der Flamme der Fackel des Jungen manifestiert. Der Geist verführt den Jungen dazu, ein Horn mit der Flüssigkeit aus einem Behältnis in der Höhle zu füllen und dieses in einer nahe gelegenen Brauerei in einen Abwasserkessel zu entleeren. Auf die Frage, was diese Flüßigkeit sei, antwortete die unheilvolle Flamme: „Oh, mein Junge, das ist der Trank der Vergesslichkeit! Niemand wird vernichtet werden, verstehst du? Die Söhne des Arius werden einfach vergessen. Sie werden wie Männer ohne Vaterland sein, Waisen der Zeit.“

Als der Junge wieder aus der Höhle kommt, erlischt die Flamme und sprüht ihre Funken in die Luft, welche davonfliegen. Mit dem Versprechen, er werde nach seiner Tat Dinge tun können, die kein Mensch sonst vollbringen kann, begibt sich Hagen in die besagte Brauerei und entleert den Trank der Vergesslichkeit in einen Kessel. Als er von einem Mann, welcher starke Ähnlichkeit mit einem Zwerg aufweist und das Horn in seiner Hand offensichtlich erkennt, angehalten und befragt wird, läßt Hagen das Horn fallen und rennt davon. In seinem Lauf befällt ihn mehr und mehr das Bedürfnis nach Wasser, welches unerträglich wird. Er wirft sich in einen Fluß und verwandelt sich sogleich in einen Fisch, womit das hinterhältige Versprechen der Flamme erfüllt wird.

Doch Hagen war noch am Leben, tief unter dem Wasserspiegel. Nur war sein Gedächtnis jetzt als Fisch schlechter als das jedes Menschen. Er wußte nicht mehr, wer er war, wie er hierher kam oder ob die Dinge jemals anders gewesen sind, als sie jetzt sind. Möchtest du so sein, lieber Leser? Nicht zu wissen, wer du bist, oder wie du hierher kamst, oder ob die Welt je anders gewesen ist, als wie sie jetzt ist? Doch ich sage dir, es gibt Millionen überall, die mit dieser Geisteshaltung umherlaufen. Doch verlaßen wir diesen Fisch, der einst ein Junge namens Hagen war, der nun eine lange Zeit in diesem Fluß sein wird – tatsächlich könntest du ihn vielleicht sogar noch sehen. Er wird wie jeder andere Fisch aussehen, nur, daß seine Augen etwas Menschliches haben. Und wie der Riese trügerisch versprochen hat, kann er nun das tun, was sonst kein Mensch kann.“

Von dieser Brauerei aus verbreitet sich der Trank der Vergesslichkeit aus und stürzt die Söhne des Arius in großes Unglück, da sie nun vergessen, wer sie wirklich sind. Sie vergessen ihre Verbundenheit, Brüderlichkeit und Bedeutung in der Welt und stürzen sich in mörderische Bruderkriege. Der letzte Teil des Märchens behandelt den Kampf Bodens gegen den Feuerriesen, welcher sich in Hagens Fackel manifestiert und seine Funken in die Lüfte geblasen hat. Diese Funken lösen die fünf großen historischen Feuer vom 08. Oktober 1871 in den US-Bundesstaaten Michigan, Wisconsin und Illinois aus. Der Feuerriese verheißt Boden den Untergang der Söhne des Arius, welche dem Trank der Vergesslichkeit ausgesetzt sind. Boden jedoch erwidert: „Je weniger echte Söhne des Arius verbleiben, desto härter werden sie kämpfen. Dies war schon immer der arische Weg.“ Boden ruft daraufhin einen starken Regenfall herauf, welcher das Feuer zum Erlöschen bringt. Das Märchen endet mit dem verheißungsvollen Ausspruch „Jedes Ende ist ein Anfang“.

Ash Donaldsons Märchen ist ein wunderbares Gegenstück wider die moderne Verdummung und Vergiftung der Kinderseelen. Editorisch gut aufgemacht – eine große Schrift zum erleichterten Lesen, wunderbare Bilder – ist es nicht nur für junge Leser eine große Lesefreude, sondern auch für Leser älteren Semesters, die sich ein offenes Herz für das Fantastische bewahrt haben. Es bleibt diesem wahrhaft europäischen Märchen eine weite Verbreitung und zahlreiche Übersetzungen zu wünschen.

Ash Donaldson, Blut and Boden – A Fairy Tale for Children of European Descent, Preservation of Fire, 2018, ISBN: 1725740419

Feder und Schwert ist die Kolumne der Netzseite der nationalrevolutionären Partei Der III. Weg. Sie erscheint regelmäßig an jedem 2. Sonntag.





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