Systempresse erklärt Beileidsbekundungen für verstorbenen Fußballfan zum „Skandal“

 

Thomas „Tommy“ Haller war Nationalist, Hooligan und prägende Figur in der Fanszene des Chemnitzer FC. Nach langem und schwerem Kampf ist er einem Krebsleiden erlegen. Um ihm einen würdigen Abschied zu bereiten, organisierten Weggefährten eine große Gedenkaktion beim Heimspiel gegen die VSG Altglienicke. Der Verein Chemnitzer FC beteiligte sich an dem Gedenken im Stadion. Im Nachhinein berichteten die Systemmedien vom „Nazi Skandal“ von Chemnitz. Verein, Politik und Sponsoren zeigten, wie schnell die hochgepriesenen eigenen Werte Toleranz, Menschlichkeit und Nächstenliebe über Bord geworfen werden können.

„Tommy“ Haller war in Chemnitz eine lokale Berühmtheit. In den 1990iger Jahren baute er die Hooliganformation „HooNaRa“ (Hooligans, Nazis, Rassisten) auf. Zudem betrieb er einen Sicherheitsdienst, der Heimspiele des Fußballclubs absicherte. Immer blieb er dem Verein treu und engagierte sich im Umfeld. Als die Nachricht von seiner schweren Krankheit die Runde machte, sorgte das im Umfeld für Betroffenheit. Die Fanszene unterstützte Haller bestmöglich, doch leider erlag er nach schwerem Kampf seiner Krankheit.

Zu seinen Ehren reisten viele alte Kameraden von nah und fern an, um Abschied zu nehmen. Im Stadion gab es eine große Choreografie mit Pyrotechnik und einem Kreuz auf Papptafeln. Ein schwarzer Trauerflor mit der Aufschrift „Ruhe in Frieden, Tommy“ hing von der Fantribüne. Auf der Videoleinwand wurde zu Spielbeginn ein Bild von Haller gezeigt und der Stadionsprecher sprach den Angehörigen sein Mitgefühl aus und bat um eine Schweigeminute. Nach einem Tor für den Chemnitzer FC zeigte der Spieler Daniel Frahn ein Solidaritäts-T-Hemd für Haller mit der Aufschrift „Support your local Hools“. Mit dem Geld, das durch den Verkauf der T-Hemden eingenommen wurde, wurden der schwerkranke Haller und seine Familie unterstützt.

Die Geschichte könnte damit abgeschlossen sein, doch die „Bild“ Zeitung und Konsorten machen auch vor dem Andenken eines Verstorbenen nicht halt. „Regionalliga-Skandal“, „Nazi-Gedenken“, „Neo-Nazi-Skandal“, so titelten diverse lokale und überregionale Medien, allen voran die berüchtigten vier Buchstaben.

Im unmittelbaren Nachgang hatte sich der Chemnitzer FC noch erklärt: Man habe nicht das Lebenswerk von Tommy Haller würdigen wollen. Man sehe die Aktion als „ein Gebot der Mitmenschlichkeit, den Fans des CFC und Hinterbliebenen, die darum baten, die gemeinsame Trauer zu ermöglichen“. Auch die Fansprecherin des Chemnitzer FC, Peggy Schellenberger, kondolierte dem Verstorbenen in einem Facebook-Post. Das Besondere daran ist, dass Schellenberger SPD-Stadträtin ist. Sie schrieb: „Wir lebten in komplett verschiedenen Welten und entschieden uns irgendwann für völlig andere Wege. Es gab grundlegende Dinge, die haben uns strikt getrennt. Aber es gab eben auch die andere, menschliche Seite. Wir waren immer fair, straight, unpolitisch und herzlich zueinander – das hat dich ausgezeichnet. Ruhe in Frieden!“

Weiter berichtete sie: „Ich bin früher mit Thomas Haller oft angeeckt, als er noch für die Security im Stadion zuständig war und nationalsozialistische, rassistische Ansichten und kranke Gesinnungen hatte. Später wurde er zwar kein Aussteiger aus der Szene, aber er war nicht mehr so aktiv, viel wichtiger wurde für ihn die Familie. Nach langer Zeit sah ich Haller vor zwei Wochen wieder. Er war schwer gezeichnet von seiner Krankheit, er konnte seinen Enkel mit letzter Kraft hochheben und sagte, er habe seinen Frieden gefunden. Unter dem Eindruck dieser letzten Begegnung habe ich meine Trauerbekundung bei Facebook geschrieben.“

Die SPD-Politikerin und die Vereinsoffiziellen lebten das, was sooft von Politikern propagiert wird. Die Gesellschaft dürfe sich nicht spalten lassen und Menschen sollten nicht in Schubladen gesteckt werden. Obwohl man deutlich machte, dass man die politischen Positionen von Haller nicht teilt, akzeptiert man jedoch das Andenken des verstorbenen Familienvaters als Menschen.

Die Reaktionen auf diese kleinen Gesten der Menschlichkeit fielen jedoch, insbesondere aufgrund der Medienhetze, heftig aus. Die Fanbeauftragte Schellenberger, der Stadionsprecher und Kommunikationsmitarbeiter wurden vom Verein vor die Tür gesetzt. Torjäger Frahn wurde zu einer Geldstrafe durch den Verein verurteilt. Ein Vorstandsmitglied wurde zum Rücktritt gedrängt. Die SPD hat angekündigt, Schellenberger nicht als Kandidatin für die Kommunalwahl im Mai zu nominieren. Die Sparkasse Chemnitz ist als Hauptsponsor beim Chemnitzer FC ausgetreten. Auch die Chemnitzer Chemieanlagen GmbH prüft, ihre Leistungen als Sponsor mit sofortiger Wirkung einzustellen. Der Verein steht finanziell ohnehin bereits äußerst schlecht da.

Der Deutsche Fußballbund (DFB) hat sich „in aller Deutlichkeit von den Vorkommnissen im Chemnitzer Stadion“ distanziert. Der zuständige untergeordnete Nordostdeutsche Fußballverband (NOFV) hat bereits Maßnahmen eingeleitet. Sachsens CDU-Innenstaatssekretär Günther Schneider hat eine konsequente Aufklärung angekündigt und will eventuell strafrechtlich vorgehen. Zitat Schneider: „Ich sehe bei solcher Herangehensweise eines Fußballclubs keine nennenswerte Basis dafür, dass so ein Club in den Profifußball gehört.“ Der Chemnitzer FC ist souveräner Spitzenreiter und könnte dieses Jahr als Aufsteiger in die dritte Liga in den Profifußball zurückkehren.

Die Grünen forderten, weitere finanzielle Unterstützung für den lokalen Fußballverein an Bedingungen zu knüpfen, an ein klares Bekenntnis gegen „Rassismus, Nationalismus und gegen entsprechende Bestrebungen unter den Fans“. Auch Robert Claus, selbst ernannter Hooligan-Experte mit marxistischem Hintergrund, meldete sich zu Wort. Der Chemnitzer FC habe einen viel zu laschen Umgang mit seinen extrem rechten Fans. Claus‘ Beruf besteht darin, vermeintliche rechtsextreme Skandale in Fußballfankreisen aufzudecken, weswegen Claus mit Vorliebe über die Fanszene von Energie Cottbus herzieht. Auch dort wurde, wie in mehreren anderen Kurven, ein Trauerflor für Haller aufgehangen, sodass auch dort mit neuem Ungemach gerechnet werden darf. In anderen Stadien untersagte die Polizei im Vorfeld schon auf Verdacht das Zeigen von Bannern für Haller.

Die völlig übertriebene Hetze und Dramatisierung des Gedenkens um Haller zeigt, dass Antideutsche auch vor Verstorbenen und ihren Angehörigen nicht haltmachen. „Nazis“ sollen aus der Gesellschaft vollkommen ausgeschlossen werden und jede Annäherung, sei es auch nur auf menschlicher Basis, muss für die „Täter“ Konsequenzen nach sich ziehen. Einmal mehr zeigt sich drastisch auf, wie sehr die „demokratische Zivilgesellschaft“ Druck ausübt, um die Bevölkerung der BRD auf Linie zu halten.