Nachgereicht: Feder und Schwert XXXI – Kurze Gedanken zur modernen Medizin und dem Wert der Auslese

Das Leben und die Natur sind rau und fordern dem Geschöpf zum Erhalt seiner Existenz viel ab. Das Geschöpf muss sich an seine Gegebenheiten anpassen und sein durch Anpassung lebensförderndes Erbgut weitertragen. Wodurch wir schwaches und unfähiges Leben aussondern und gesundes erhalten. Die Industrialisierung und eine enorme Technisierung, welche sich auch auf die Medizin in erstaunlichstem Maße ausgewirkt haben, erlauben dem modernen Menschen nicht nur, sich aus diesem Lebenskampf weitestgehend zurückzuziehen, sondern diesem auch entgegenzuwirken.

Die moderne Medizin erlaubt bereits vor der Geburt, weitreichende lebenserhaltende Maßnahmen zu ergreifen. Einen Menschen, welcher faktisch tot ist, nach mehreren Stunden Reanimation wiederzubeleben, ist kein Wunschtraum mehr, sondern Realität. Daß Maschinen Organe ersetzen und Lebewesen durch „Organspende“ zu Ersatzteillagern werden, ist ebenso Realität. Menschen, die biologisch nicht fähig sind, Kinder zu zeugen – oder auch Frauen, die von ihrem Alter her eigentlich nicht mehr dafür geeignet sind – wird mit modernster Medizin der Kinderwunsch ermöglicht. Schwere Krankheiten werden mit jahrelangen Therapien aus Pharmazeutik, Operationen und Rehabilitation bekämpft. Impfungen schützen Kleinkinder vor Erkrankungen, welche ihren Tod oder schwere Schäden nach sich ziehen könnten. Ist ein Mensch noch so behindert, ist er noch so krank – nichts wird unversucht gelaßen in der Industrienation, ihm nicht nur ein Leben für sich zu ermöglichen, sondern auch sein Erbgut in Form von Nachwuchs weiterzugeben.

Betrachten wir zwei Beispiele, eines am Anfang, das andere am Ende des Lebens. Beginnen wir mit einem alten Menschen, da die Problematik hier für fast jeden Betrachter klaren Verstandes offensichtlich ist. Mit welchen grotesken Mitteln wird ein alter Mensch, welcher in vernünftigeren Zeiten schon längst aus dem Leben geschieden wäre, heute unnötig am Leben gehalten? Medikamente, bis zu einem Dutzend an der Zahl, Operationen, Infusionen und professionelle Pflege halten am Leben, was kein Leben mehr ist. Man erhält sterbendes Leben – und dieses „Sterbende“ zeichnet sich nicht nur durch einen erkennbaren Sterbeprozess mit entsprechenden physiologischen Veränderungen aus, sondern beginnt schon früher mit körperlichem und insbesondere geistigem Abbau – unnötig in dieser Welt und zögert das Unvermeidliche künstlich hinaus. Die Kosten dieser lebensverlängernden Maßnahmen für eine Gesellschaft übersteigen den Nutzen in nicht aufzurechnender Form. Zu diesen Kosten gehören finanzielle, materielle, personelle, zeitliche und emotionale Aufwände. Das einzige Gegenargument, welches wiederholt für die ausführlichen Lebenserhaltungsmaßnahmen angeführt wird, besteht aus pseudomoralischen Ausführungen, welche meist in der bis dato weder philosophisch, noch logisch, noch naturwissenschaftlich nachgewiesenen Menschenwürde gipfeln.

Ist dies beim alten Leben offenkundig – der menschliche Körper ist nicht für die Ewigkeit geschaffen und nur zu existieren heißt noch nicht, zu leben – so verschließt man aus emotionaler Schwäche beim jungen Leben meist die Augen und ergibt sich eben jenen Dummheiten, welche man beim alten Leben verwirft.

Eine jahrelange, den Körper malträtierende Therapie bei einem Kinde, welches an einer unheilbaren Krankheit leidet, ist ebenso unsinnig, wie die Therapie beim Alten. Im Gegenteil sind die Auswirkungen, welche jene Therapie beim Jungen haben kann, für die Gesellschaft von noch schlimmerem Ausmaße. Durch die ausufernde Pflege des jungen Patienten und dessen damit verbundener Lebenserhaltung, ist es diesem nicht selten möglich, sein schwaches Erbgut weiterzutragen.

Ist die überzogene Erhaltung des kranken Alten eine Torheit, so ist sie beim Jungen eine Gefahr. Krankheiten haben eine Ursache. Eine solche Feststellung mag banal erscheinen, doch ihre Aussage ist von entscheidender Bedeutung. Man muß sich bewußt machen, daß Krankheitsleiden nicht vom Himmel fallen. Nehmen wir zum Beispiele eine Frau, die vom Feminismus verführt ihre jungen fruchtbaren Jahre dem Berufsleben oder dem Feierleben – oder beidem – geopfert hat und mit deutlich über dreißig, manchmal gar über vierzig Jahren ihr erstes Kind bekommt, nachdem sie festgestellt hat, daß es im Leben einer Frau doch noch Bedeutenderes gibt, als das plump Hedonistische. Diese Art von Frau ist mit ihrem Nachwuchs eine Gefahr für die ganze Gesellschaft. Ihr Nachwuchs wird, wenn er es überhaupt bis zum Geburtsvorgang überlebt, mit höherer Wahrscheinlichkeit Gendefekte oder etwaige Schädigungen mit sich tragen, denn mit jedem weiteren Jahr über Dreißig steigen die Risiken bei einer Schwangerschaft erheblich. Doch neben der späten Schwangerschaft in Industrieländern gibt es etwa auch noch die gravierenden Umweltverschmutzungen – von Giftmüll bis zu radioaktiv verseuchten Kampfmitteln – welche einen Fötus schädigen und verstümmeln können. Die mit der Versorgung eines solch geschädigten Säuglings verbundenen Kosten, welche immerhin über ein halbes Jahrhundert lang fällig sein können, tragen weder der Betroffene selbst, noch die Eltern. Diese Kosten tragen alle Mitglieder einer Gesellschaft.

Durch die Unheil bringende moderne Medizin wird dieses Leben erst ermöglicht. Was der moderne Mensch vollkommen vergessen hat, ist die Auslesewirkung der Krankheit. Schwere Krankheit wird heute als ein Unglück gesehen, welches man meiden und verhindern müße. Doch Krankheit ist etwas viel Gewichtigeres als ein Unglück. Krankheit ist Auslese, ist Teil der natürlichen Entwicklung. Den menschlichen Körper, welcher von schwerer Krankheit befallen ist, reflexartig mit der modernsten Medizintechnik von seinem Leiden zu befreien, ohne daß er selbst zu diesem Heilprozess beigetragen oder ihn gar selbständig bewerkstelligt hat, ist ein Verbrechen an der Gesellschaft und der Natur. Alles, was die Befürworter der modernen Medizin vorbringen können, sind emotionale Aufwiegelungen, welche Mitleid erregen sollen. Sie fragen „Wollen wir dieses krebskranke Kind nicht heilen und ihm ein schönes Leben ermöglichen?“ oder „Er mag zwar eine schwere Genkrankheit haben, doch wollen wir ihm mit unseren modernen Medikamenten nicht ein normales Leben mit eigenem Nachwuchs geben?“

Der vernünftige Mann hingegen fragt dies: Wieso hat dieser Körper jene Krankheit? Und ist er stark genug, sich gegen diese zu behaupten? Ein Körper, welcher von schwerer Krankheit befallen wird und diese nicht mit eigener Kraft bewältigen kann, unterliegt gleichsam der natürlichen Auslese, wie ein starker Körper, welchem dies gelingt. Wer diese Waagschale der Allschöpfung stören will, tut Unrecht.

Feder und Schwert ist die Kolumne der Netzseite der nationalrevolutionären Partei Der III. Weg. Sie erscheint regelmäßig an jedem 2. Sonntag.





6 Kommentare

  • Als Unbeteiligter möchte ich mich dennoch zu diesem Thema äußern. Wenn davon auszugehen ist, daß der Mensch Teil der Natur und dieser Welt ist, auch, wenn er sich ihr vollständig erhaben fühlt, dann wäre es wichtig, sich wieder in Richtung der natürlichen Auslese zu begeben. Wenn in Namibia ein Elefant mit einer Fehlbildung geboren wird, die verhindert, daß das Tier jemals selbständig lebensfähig sein wird und dazu führt, daß seine Familie bzw. Gruppe nicht mehr im gewohnten Tempo von einer Wasserstelle zur nächsten ziehen kann, so werden die Eltern dieses Elefanten ihn aufgeben und dem Tod überlassen. Was tut dagegen die Menschheit? Trotz des Wissens um die enorme Population, deren Wachstum bis dato keinerlei Grenzen zu kennen scheint, wird in weiten Teilen der Welt nichts unversucht gelassen, jedes Leben zu erhalten. Zu welchem Sinn und Zweck? Menschlichkeit, mag man entgegnen. Weil wir anders sind als die Tiere, wird behauptet.
    Eventuell steckt aber auch nur ein finanzielles Kalkül dahinter, denn in den meisten “westlichen” Ländern greifen die Medizin und der Kapitalismus wie Zahnräder ineinander. Behandlungen sorgen für Einnahmen, Medikamente erzeugen Gewinne. Ein Toter jedoch füllt niemandes Kasse, abgesehen vom Bestattungsinstitut.
    Langer Rede, kurzer Sinn: Ich würde mein Leben als beendet ansehen, erkrankte ich an Krebs, Demenz oder ähnlich tödlichen Krankheiten. Wozu sollte ich auch künstlich am Leben erhalten werden? Krankheiten sind nichts anderes als der Weg der Natur, um die menschliche Population konstant zu halten. Wir haben nunmal keinen Fressfeind, gegen den wir uns zu behaupten haben. Und wenn man die Mediziner jubeln hört ob des zu bezweifelnden Erfolges, man könne inzwischen sogar die Immunschwächekrankheit Aids heilen, sage ich nur: Was bringt das irgendjemandem, wenn wir eines Tages nicht mehr genug Wasser haben, um zu existieren, weil wir eines Tages mehr als zehn milliarden Individuen sein werden und diese Masse an Menschen bei weitem nicht durch die begrenzten Trinkwasservorkommen versorgt werden kann? Wenn Kriege geführt werden um Frischwasser und Bergquellen werden wir uns auf die Schultern klopfen und sagen: “Toll haben wir das gemacht, so viele Krankheiten wurden besiegt bzw. werden unter Kontrolle gehalten, aber nun sind wir zu viele und bezahlen den Preis.”

    Natürlich tragen auch todkranke Menschen einen Lebenswillen in sich und kaum jemand möchte sterben, so sind wir nunmal gepolt; dieses Verhalten sorgt seit der Steinzeit für unseren Fortbestand. Aber das, was die Menschheit seit nun schon vielen Jahrzehnten betreibt, hat nichts mehr mit Menschlichkeit oder dem puren Überlebensinstinkt zu tun, sondern dient nur und ausschließlich einem kapitalistischen System, welches die Menschen benutzt und für sich selbst am Leben erhält.
    Wenn es rein um die Menschlichkeit ginge (wie wird das überhaupt definiert), dann müsste die medizinische Behandlung weltweit kostenfrei sein und dürfte nie vom finanziellen Standpunkt aus betrachtet werden.

    Abschließend ein philosphischer Ansatz: Das Leben mag schön und angenehm sein, doch was genau ist das Problem mit dem Tod? Keiner weiß, was mit ihm kommt. Klar ist nur, daß man nicht mehr all das tun können wird, was zu tun einen im Leben glücklich machte.
    Statt sich also gegen das Unvermeidliche zu stemmen, sollte man vielmehr versuchen, die gegebene Zeit im Leben so zu gestalten, daß man sich ihrer nicht zu schämen braucht. Und ob der Tod nun im Alter von 80 oder 30 Jahren kommen mag; ist das wirklich von Bedeutung? War man ein guter Mensch, lebt man ohnehin in den Herzen derer weiter, die im Leben das Glück hatten, Kameraden / Freunde / Gefährten / Lebenspartner gewesen zu sein.

    Thomas G. 19.04.2019
    • Natürliche Auslese im Tierreich findet aufgrund von körperlichen Gebrechen, Verletzungen, Erkrankungen etc. statt.
      Ein Mensch kann aber trotz oder gerade wegen körperlicher Gebrechen, Missbildungen, Erkrankungen zu geistigen und kulturellen Höchstleistungen fähig ( und das ist nicht selten so) und dadurch wertvoll für sein Umfeld und sein Volk sein.
      Ein Mensch der Krebs übersteht und geheilt ist ( gleich ob ohne Therapie, Naturheilverfahren, oder trotz ihm dem Tode näherbringender Chemotherapie ) hat sicherlich starke Lebenskräfte und gute Anlagen, die wichtig und wertvoll sind.
      Jede überstandene Krankheit, jedes bewusst durchlebte Leid stärkt das Individuum ungemein.
      Alte gebrechliche Menschen, auch demente Menschen erfüllen innerhalb ihrer Familien oft wichtige, soziale Aufgaben, im Leben mit ihnen kann man viele wichtige Kompetenzen entwickeln.
      Andererseits halte ich ein künstlich am Leben erhalten von Menschen, die dem Tod geweiht oder deren Dasein nur aus Krankheit und Siechtum und Leiden besteht, für das betreffende Individuum und für die Gemeinschaft unmenschlich.

      Judith Sch. 05.05.2019
  • ich wurde mit meinem 8./9. lebenjahr mit einer chronischen krankheit diagnostiziert und habe seit ende 2015 eine PEG
    aus gesundheitlichen gründen. wenn ich diesen artikel so lese, kommt es mir so vor, als ob ihr mich als “unnützes,
    aussortierbares und künstlich in die länge gezogenes leben” bezeichnet. ich weiß nicht, wo ich jetzt stände, wenn ich die PEG
    damals nicht bekommen hätte. ich wurde mit dieser erkrankung nicht geboren, habe ich deshalb trotzdem schwaches erbgut euren aussagen nach?
    bin ich in euren augen unwürdig mich fortzupflanzen oder habe ich euren ansichten nach, das recht kinder zu bekommen verwirkt,
    aufgrund “schwachen erbguts” ? wurde mein leben durch die PEG euren aussagen/werten nach sozusagen künstlich hinausgezögert?
    meine diagnose ist laut ärzten derzeit nicht heilbar, ist das also grund genug einen Kameraden aufzugeben?

    ich sympathisiere schon länger mit eurer partei, doch dieser artikel gibt mir sehr zu denken, ja, ich bin sogar schockiert und entsetzt.

    ich bitte um stellungnahme

    J 13.04.2019
    • Hallo,

      generell verhält es sich so, daß Eltern mit schwerwiegenden Erbkrankheiten, die mit hoher Wahrscheinlichkeit auf ihren Nachwuchs übergeben werden und deren Leben im schwersten Maß negativ beeinflussen, besser auf Nachwuchs verzichten sollten. Zum Wohle des Volkes wie zum Wohle des Kindes. Aber wir reden hier von wirklich schwerwiegenden Erbkrankheiten, die auch ein Leben massiv im negativen Sinne beeinflussen.

      admin 13.04.2019
      • schwach. einfach der frage ausgewichen und keine konkrete antwort gegeben.

        hab mehr von euch erwartet

        J 15.04.2019
        • Die Aussage sollte ausreichend sein. Wir kennen jetzt nicht deine Krankheit bzw. deine Krankengeschichte im Detail.

          admin 16.04.2019