Würzburg: Polizei verharmlost Straftaten als „Jugendschutzprobleme“

Wie alle größeren Städte in der BRD von zunehmendem gesellschaftlichem Verfall betroffen sind, welcher sich zuvorderst durch Vermüllung, Vandalismus und Straftaten ausdrückt, so ist auch Würzburg ein Opfer der Zeichen der Zeit. Daß zu diesen Zeichen auch eine zunehmend ausufernde Ausländerkriminalität gehört, gegen welche die Behörden offensichtlich machtlos sind – oder sein wollen –, ist ebenso faktisch, wie der Umstand, daß die Kassandra-Rufe verzweifelter Bürger teils härter verfolgt werden, als die Trieb- und Straftäter, welche die Straßen unsicher machen.

Ein kürzlich erschienener Bericht des Polizeipräsidiums Unterfranken ist Zeugnis für die Machtlosigkeit und auch Willenlosigkeit der zuständigen Behörden, die Kriminalitätsproblematik als solche zu erkennen. Der Würzburger Hafen, v.a. die Hafentreppe am Oskar-Laredo-Platz, ist schon seit Mitte des letzten Jahres zunehmend zum Sammelplatz für die Gestalten der Nacht geworden, welche die Straßen in der Dunkelheit unsicher machen und die Anwohner nicht mehr ruhig schlafen laßen. Die Polizei spricht in ihrem Bericht von einer „negativen Entwicklung“, welcher man durch vermehrte Kontrollen entgegenwirken wolle. Daß aber jene Kontrollen nicht ausreichen, um jenes – so wörtlich – „Phänomen“ zu lösen, gesteht die Polizei im Bericht selbst ein. Ein „Runder Tisch“ soll Abhilfe schaffen. Vertreten sein werden das städtische Jugendamt, der kommunale Ordnungsdienst, die Diakonie, „Streetworker“ und der städtische Entwässerungsbetrieb – letzterem gehören die Gebäude in unmittelbarer Nähe des Ortes, von dem das „Phänomen“ ausgeht. Man fragt sich, ob es dem Entwässerungsbetrieb schmeichelt, zur Lösung eines Problems beitragen zu sollen, welches eigentlich reine Polizeisache ist…

Was ist nun dieses „Phänomen“, das eine „negative Entwicklung“ genommen hat und nimmt? Hören wir den Polizeibericht:

Alkoholexzesse, bei denen Jugendliche bis zu 13 Jahren zugegen gewesen sind. Die Polizei nennt sechs Fälle, in welchen schwer alkoholisierte Jugendliche nach Hause zu ihren Eltern gebracht worden sind. Die Fluchttreppe des örtlichen Heizwerkes und die dortige Dachterrasse sind als Feierörtlichkeiten missbraucht worden. Der gemessene Spitzenalkoholwert lag bei 2,43 Promille.

Die Vermüllung des Hafenbereichs nimmt stetig zu. Neun Fälle von Vandalismus werden genannt, wobei Fallrohre eingetreten, Gebäude mit Graffiti beschmiert, Schrankenanlagen und städtische Dienstfahrzeuge demoliert worden sind.

Von vier Diebstahldelikten weiß die Polizei zu berichten. Neben einem Handtaschendiebstahl gab es zwei Einbruchsversuche in das Dienstgebäude des Tiefbauamts und Entwässerungsbetriebs (da ist die Freude bestimmt umso größer, am „Runden Tisch“ beisitzen zu dürfen, um den Herren von der Polizei erläutern zu dürfen, daß das Festnehmen von Dieben Polizeiarbeit ist – allerdings wissen die Uniformierten gewiß, kluge Tipps gegen Einbrecher zu geben, welche der Entwässerungsbetrieb auf eigene Kosten umsetzen kann…). Hinzu kommt ein Diebstahl aus einem PKW und ein Fall von Hehlerei.

Bei Jugendlichen wurden zwei verbotene Messer konfisziert.

Auch das Rauschgift ist schon längst fester Bestandteil des Würzburger Nachtlebens am Hafen geworden. In sieben Fällen konfiszierte die Polizei Cannabis, in zwei anderen Amphetamine und in zwei weiteren nicht näher benannte Rauschgiftarten. Der Polizei gelang es zudem, einen Rauschgifthändler samt seines Drogenbunkers aus dem Verkehr zu ziehen, welcher innigen Kontakt zum Würzburger Hafen gehabt hatte.

Neben einer sexuellen Belästigung einer 16-Jährigen, listet die Polizei fünf gefährliche und 22 einfache Körperverletzungen auf. Unter den mutmaßlichen Tätern befand sich eine Gruppe jugendlicher afghanischer Intensivtäter, von denen man immerhin vier vorläufig mittels Untersuchungshaft aus dem Verkehr gezogen hatte.

Daß es zwei Fälle von Gewalt gegen Polizeibeamte und einen Fall von „Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte“ gegeben hat, sei zum Abschluß genannt.

Bleibt bei diesem kriminellen Sammelsurium nur zu hoffen, daß die Polizei mit ihrem „Runden Tisch“, wie sie es in ihrem Bericht formuliert, „eine gemeinsame Strategie zur Lösung der dort festgestellten Jugendschutzprobleme“ erarbeiten kann. Diese „Jugendschutzprobleme“ als Kriminalitätsprobleme zu erkennen, wäre ein erster sinnvoller Schritt.