Gedenkaktion zu Ehren Bismarcks in Gießen und Wetzlar

Zum Todestag des „Reichskanzlers“ Otto von Bismarck besuchten Aktivisten des Stützpunktes Westerwald / Taunus die Bismarcktürme in Wetzlar und Gießen.

 

Bismarckturm in Wetzlar

Der 18 m hohe Aussichtsturm mit Befeuerungsmöglichkeit behielt nach dem Umbau seinen wehrhaften und mittelalterlichen Wartturm-Charakter. Der hochliegende Eingang konnte ursprünglich nur über Außenleitern erreicht werden. Eine seitliche angebaute Außentreppe windet sich bis zum  spitzbogigen Eingangsbereich und bildet dort einen kleinen Altan. Unterhalb des Altans ist an der Außenseite die Inschrift (Gedicht von Rektor Luerssen)

 

Schier ein halbes Jahrtausend/
steh‘ ich auf ragender Höhe.
Kündete treulich der Stadt/
wenn sich der Feind ihr genaht.
Jetzt auf höherer Warte ver-/
künd ich flammend dem Reiche:
Sieghaft dauert das Werk,
/sank auch der Meister ins Grab.
/1901

 

angebracht. Oberhalb des Eingangsbereich wurde ein Bismarck-Wappen, eingerahmt von der Inschrift

Unserm/
BISMARCK

eingelassen.

 

 

Auf der leicht auskragenden zinnenbekrönten Aussichtsplattform erhebt sich mittig der hoch herausragende Feuerschalen-Aufsatz, der auf einer Seite mit einer stufenartig hochgemauerten Zinne und einem Steg verbunden ist. Auf den Aufsatz wurde ein Feuerkorb fest eingemauert.

Ende Juli 2013 wurde der Bismarckturm für Besucher gesperrt, da sich am Mauerwerk ein Stein gelöst hatte. Das Bauwerk ist aktuell immer noch durch einen Bauzaun gesperrt, eine Sanierung ist bisher nicht erfolgt und wahrscheinlich auch nicht gewollt.

 

 

Der Bismarckturm in Gießen

Der 15 m hohe Aussichtsturm mit Befeuerungsmöglichkeit mit quadratischem Grundriss ist über eine der Eingangsseite vorgelagerte Terrassenanlage zugänglich, die über fünf mittige Steinstufen zu erreichen ist.

In einen Stein der Terrassenanlage (rechtsseitig der Eingangstür) wurde folgende Inschrift eingelassen:

 

ERRICHTET/
VON DEN LEHRERN/
UND STUDIERENDEN/
DER UNIVERSITAET/
GIESSEN 1905-1906

 

Durch das Eingangsportal gelangt man in den Innenraum, in dem eine steinerne Innentreppe zwei Meter unter die Aussichtsplattform führt. Auf der Aussteighaube wurde eine achteckige Feuerpfanne mit abgestumpften Ecken angebracht. Der Aufstieg zur Feuerschale war mittels Leiter möglich. Die Feuerpfanne wurde an bestimmten Tagen mit Scheitholz, Teer und Petroleum befeuert. Die Holzscheite wurden mannshoch aufgeschichtet, die Zwischenräume mit Hobelspänen und Teer ausgefüllt. Schließlich wurde alles mit Petroleum übergossen. Dies führte zu einem lang anhaltenden und hellen Feuer. Das Gurtband des oberen Turmteils trägt auf der Eingangsseite in erhabener Schrift den Namen „BISMARCK“, darüber befindet sich ein Reichsadlerrelief von Bildhauer Prof. Augusto Varnesi aus Frankfurt am Main.

 

 

Lebenslauf Bismarcks

Otto von Bismarck, geboren am 1. April 1815, wurde 1862 preußischer Ministerpräsident und Minister des Auswärtigen, 1871 Deutscher Reichskanzler und Fürst, am 20. März 1890 aus seinen Ämtern entlassen, war seit 1847 zunächst als eifriges Mitglied der konservativen Partei Preußens politisch tätig, trennte sich aber von der Parteidoktrin, als er zuerst als Bundestagsgesandter in Frankfurt (1851 – 1859), dann als Gesandter in Petersburg (1859 – 1862) und Paris (1862) mit der großen Politik vertraut wurde, und entwickelte sich zum deutschen Staatsmann, der das seit 1815 brennende Problem der Einigung zu lösen vermochte. Seit 1862 Leiter der preußischen Politik, führte er zuletzt die Auseinandersetzung mit Österreich im Kriege 1866 herbei, die mit dem Ausscheiden Österreichs aus dem Deutschen Bund und der Errichtung des Norddeutschen Bundes endete, und gab diesem Werk mit dem siegreichen Kriege gegen Frankreich 1870/71 mit der Gründung des deutschen Kaiserreiches den Abschluß.

Seit 1871 wurde seine Politik von dem Gedanken geleitet, das Reich gegen die geschichtlich und geographisch gegebene Möglichkeit einer Einkreisung durch friedliche Bündnispolitik zu sichern, deren Hauptpfeiler das 1879 geschlossene, 1882 zum Dreibund erweiterte Bündnis mit Österreich – Ungarn und der sogenannte Rückversicherungsvertrag mit Russland von 1887 waren.

Auch für die innere Politik des Reiches hat er die Grundlagen gelegt. Das Übergewicht der monarchischen Führung über das Parlament, den staatlichen Schutz der nationalen Arbeit durch Schutzzölle und die Sozialpolitik zugunsten der arbeitenden Schichten, der es freilich nicht gelang, der sozialdemokratischen Bewegung Abbruch zu tun. Seine nach der Entlassung geschriebenen “Gedanken und Erinnerungen” geben einen großartigen Einblick in die Sorgen, mit denen er die außenpolitische Zukunft des Reiches betrachtete.

Am 30. Juli 1898 verstarb Otto Eduard Leopold von Bismarck in Friedrichsruh bei Hamburg.

Im Jahre 1815 wurde unserem Volke ein Sohn geschenkt, welcher die Geschichte unseres Landes maßgeblich beeinflusste. Der „Eiserne Kanzler“ wurde zum Reichsgründer. Er setzte die Sozialgesetze durch und festigte durch seine Außenpolitik die Sicherheit und das Ansehen des Reiches.


Anlässlich seines Todestages am 30. Juli, möchten wir zu Ehren des „Reichsgründers“ ein Gedenkwochenende ausrufen. Seine Ideen eines sozial verantwortungsbewussten und starken Nationalstaates leuchten uns heute noch als Vorbild für die Zukunft. Sein Erbe ist unser Auftrag!


Weitere Infos zu den Bismarcktürmen findet man hier.

Auch ein Museumsbesuch zum Thema bietet sich an:


– Bismarck-Museum in Bad Kissingen

– Bismarck-Museum in Radevormwald

– Bismarck-Museum in Schönhausen (Elbe)

– Getreuen- und Bismarckmuseum in Jever

– Bismarck-Museum Friedrichsruh in Aumühle bei Hamburg





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