Julfeier in Baden-Württemberg

Seit jeher kennen die Menschen unserer Breiten eine ganz besondere Zeit. Diese Tage und Nächte erlebte man fern vom Alltag, hineingesunken in eine Phase der Stille, des Rückzuges in die Stube, während draußen Stürme tobten und es fror. Man blieb am Ofen sitzen, ruhte sich von den Mühen des letzten Jahres aus und lauschte den Sagen und Märchen der Alten. Familien und Freunde verbrachten besonders viel Zeit miteinander, man sang, aß und feierte miteinander. Bauern erlaubten ihrem Gesindel länger in der warmen Stube zu bleiben. An den hysterischen Konsumwahn, der heutzutage zu dieser Zeit herrscht, war damals nicht zu denken.

Auch unsere Mitglieder und Freunde der Partei ließen dieses Wochenende den Rummel und diese Alltagshektik zurück und taten es unseren Ahnen gleich. Auf einer abgelegenen Hütte fand man sich zusammen, um in gemütlicher Runde alte Bräuche und Traditionen aufleben zu lassen. Sobald die ersten Kinder angekommen waren, stürmten sie sogleich auf den liegengebliebenen Schnee zu und es wurden Schneemänner gebaut. Zur Stärkung wärmte man sich dann am Holzofen und es gab Würstchen, Ofenkartoffeln und andere mitgebrachte Leckereien. Mit neu gewonnener Kraft durften nun unsere Kleinen mit Hilfe der Großen Lebkuchenhäuser bauen und verzieren.

Das Lebkuchenhaus entwickelte sich aus dem Märchen „Hänsel und Gretel“, in dem die böse Hexe in einem Lebkuchenhaus wohnt. Ebenso wie das Märchen ist auch das Lebkuchenhaus eng mit der Weihnachtszeit verbunden. Das Basteln des Häuschens ist eine Tradition, die auch die Kinderaugen zum Strahlen brachte. Als die schönen Kunstwerke nun fertig waren, hämmerte es plötzlich an der Tür, alles wurde still und Nikolaus und Krampus kamen herein. Dies ist ein Brauch der besonders im süddeutschen Raum, in Teilen der Schweiz und in der Ostmark bekannt ist, vor der Christianisierung war dieser Brauch aber allgegenwärtig. Um Dämonen und Geister zu vertreiben, verkleideten sich die Menschen nämlich mit Fellen und Masken und zogen in die Dunkelheit. Später übernahm man dann den Brauch im Christentum.

Julfeier BadenGanz im Sinne des Mottos “Umweltschutz ist Heimatschutz” stand in diesem Jahr die Mutter Erde im Mittelpunkt unseres Sonnwendrituales. Schon immer war sich unser Volk der Wichtigkeit bewusst, die eigene Heimat, unsere Erde zu schützen. Man feiert, auch wenn jetzt erst die härtesten Tage des Winters beginnen, denn die Tage werden nun bald wieder länger und das Rad des Lebens dreht sich weiter. Für unsere Kleinen war dies der Ausklang der Feier und das Abendprogramm des Julfestes startete.

Man ließ das Jahr mit einem Rückblick passieren, dachte an den anstrengenden Wahlkampf zurück, aber auch an die spaßigen Ausflüge, interessanten Vorträge und ehrwürdigen Gedenken, die dieses Jahr stattgefunden hatten.

Es gab einen Vortrag über die Bräuche des Julfestes, die Rituale der alten Zeit, welche fernab der schädlichen Hektik und des Weihnachtswahnsinns ganz natürlich sind. Alles hat seine Gründe, seinen richtigen Platz im Kreislauf des Lebens der Welt und des Universums.

Es gibt:
Ein Bleiben
im Gehen.
Ein Gewinnen
im Verlieren.
Im Ende
einen Neuanfang.





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