Lügenpresse: Terrorismus von Rechts in Wahrheit rückläufig

Entsprechend des fortwährenden Kampfes gegen Rechts berichteten mehrere Medien, dass sich der sogenannte rechtsextrem motivierte Terrorismus in den vergangenen fünf Jahren im Westen (Nordamerika, Europa, Ozeanien) verdreifacht habe. Doch der Teufel steckt mal wieder im Detail.

Quelle der Meldungen stellt meistens der Global Terrorism Index, ein jährlicher Bericht über Terrorismus, der sich wiederum auf die renommierte Global Terrorism Database (GTD) der Universität von Maryland stützt, dar. Man kann also davon ausgehen, dass das Datenmaterial solide sein sollte. Das heißt jedoch nicht, dass man diese Fakten nicht beliebig interpretieren könnte.

 

Terrorismus hat sich angeblich verdreifacht

Der GTI spricht davon, dass sich die Zahl der sogenannten rechtsextremen Vorfälle vervierfacht habe (plus 320 Prozent). Eine Verknüpfung dieser Zahlen mit vermeintlichen Todesopfern, wie von den Kartellmedien praktiziert, ist dabei allerdings fragwürdig. Denn die GTD enthält auch mehrere Vorfälle, bei denen überhaupt kein Mensch ums Leben kam.

Wie viele Menschen tatsächlich ums Leben kamen, lässt sich über die GTD hingegen schnell ermitteln: Im Zeitraum zwischen 2009 bis 2013 starben im Westen 96 Menschen bei sogenannten rechtsextremen Terroranschlägen. Für den Zeitraum von 2014 bis 2018 nennt der GTI 133 Tote durch angeblich rechtsextreme Gewalt. Die Anzahl der Todesopfer stieg damit also nur um 39 Prozent und nicht, wie behauptet, um 320 Prozent.

 

Nicht alle rechtsextremen Anschläge sind es auch

Doch das ist noch längst nicht alles. Denn nicht jeder Anschlag der als rechtsextrem eingestuft wurde, ist es in Wahrheit auch. Hier einige Beispiele:

 

  • Die Statistik enthält mehrere Terroranschläge durch sogenannte „incels“ (= involuntary celibacy/unfreiwilliger Zölibat). Der Begriff bezeichnet Männer, die bei der Partnersuche keinen Erfolg haben und ihre Frustration deshalb in Gewalt münden lassen. Dieses Phänomen ist allem Anschein nach eher eine psychische Störung und kein politischer Terrorismus. Durch „incels“ starben in den Jahren 2014 bis 2018 insgesamt 30 Menschen.

 

  • Im Jahre 2016 ermordete Ali David Sonboly in der Bayerischen Landeshauptstadt München neun Menschen und richtete sich anschließend selbst. Ursächlich ist auch in diesem Fall eine psychische Erkrankung. Darauf deutet nicht nur sein Selbstmord hin, sondern auch diverse Mobbingerfahrungen, die er durch ausländische Mitschüler machen musste.

 

  • Der GTI stuft anti-islamische Gewalt grundsätzlich als rechtsextrem ein. Das ist selbstverständlich nicht immer der Fall. Ein Beispiel dafür ist Craig Stephen Hicks. Er erschoss im Jahre 2015 in den USA drei Araber. Allerdings war Hicks ein Liberaler, der sich sogar einer linken Religionskritik verschrieben hatte. Er setzte sich – eher ungewöhnlich für einen Rechtsextremisten – für LGBT-Rechte ein.

 

  • Nikolas Cruz erschoss im Jahre 2018 an seiner ehemaligen Schule im US-amerikanischen Parkland 17 Menschen. Der Lateinamerikaner vertrat zwar ein rechtes Weltbild. So ist offenkundig, dass er den Islam, das Judentum und Afro-Amerikaner nicht besonders mochte. Jedoch fällt kein einziges seiner Opfer in eine dieser Kategorien. Seine Tat ist somit eindeutig ein Amoklauf und hat mit rechtem Terrorismus nichts zu tun.

 

Daraus ergibt sich, dass 60 Todesopfer gar nicht auf rechtsextreme Gewalt zurückzuführen sind. Die richtige Zahl der Todesopfer liegt vor diesem Hintergrund also für 2014 bis 2018 bei einer Zahl von 73. Und, wer hätte das gedacht, das ist somit kein Anstieg um 320 Prozent, sondern sogar ein Rückgang um 24 Prozent! Wir sehen einmal mehr, dass selbst vermeintlich seriöse Statistiken noch in einer Art und Weise interpretiert werden können, dass ein gewünschtes Ergebnis herauskommt. Ein genauer Blick lohnt sich also in jedem Fall.

 





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