Gekommen, um zu bleiben – weiterer Ausbau der US-Militärpräsenz geplant

Deutschland wurde am 8. Mai 1945 bekanntlich nicht befreit, sondern gemäß der Besatzungsdirektive JCS 1067 als besiegter Feindstaat besetzt. Und weil das so war und damit das so bleibt, befinden sich auch fast 75 Jahre nach Ende der Kampfhandlungen immer noch mehrere zehntausend Soldaten der Besatzungsmächte, allen voran die USA, auf deutschem Boden. Sogar Wolfgang Schäuble, beileibe kein Nationaler, bekannte im November 2011 auf dem “European Banking Congress” in Frankfurt am Main, Deutschland sei seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs zu keinem Zeitpunkt ein souveräner Staat gewesen.

Deutschland als Drehscheibe für das US-Militär

In einem ihrer seltenen lichten Momente stellte die Linkspartei Mitte Januar im Bundestag den Antrag, die Bundesregierung möge für den vollständigen Abzug aller US-Luftstreitkräfte aus ihrem Stützpunkt im pfälzischen Ramstein sorgen. Ramstein ist nicht irgendeiner der zahlreichen rund um den Globus verteilten US-Basen – Ramstein ist die größte Einrichtung der US-Luftwaffe außerhalb der USA. 50.000 Amerikaner leben in und um die Basis, von der über eine wichtige Satelliten-Relaisstation zahlreiche Drohneneinsätze in Afrika und dem Nahen Osten gesteuert werden. Und Ramstein ist keineswegs der einzige US-Stützpunkt auf deutschem Boden.

Einheitsfront gegen den Abzug fremder Truppen

Natürlich wurde der Antrag der Linken, es war nicht der erste in dieser Richtung, abgelehnt – Lizenzparteien wie CDU und FDP, die nach 1945 unter Aufsicht der Siegermächte gegründet wurden, beißen nicht die Hand, die sie einst fütterte. Der ihnen seinerzeit gewährte Startvorsprung vor der politischen Konkurrenz ist bis heute uneingeholt.

Im Übrigen haben nur souveräne Staaten die Freiheit, vollumfänglich über ihr Hoheitsgebiet zu bestimmen, Wolfgang Schäuble lässt grüßen.

Dem Antrag der Linkspartei kommt insofern nur symbolische Bedeutung zu. Umso erstaunlicher ist, dass sogar die AfD gegen einen Truppenabzug stimmte. Siehe hierzu (AfD stimmt im Bundestag gegen den Abzug von US-Besatzertruppen).

Alternativlosigkeit als Alternative? Die deutsche Rechte täte gut daran, ihre Hoffnungen nicht allein auf eine Partei zu setzen, deren Führungsgrößen viele Jahre Fleisch vom Fleisch der Bundesrepublik waren, sei es in ihren Institutionen, den Altparteien oder der liberal-kapitalistischen freien Wirtschaft.

Weiterer Ausbau der US-Militärpräsenz

Doch es kommt noch schlimmer. Anstatt die Besatzungspräsenz zumindest zu verkleinern, erfolgt der weitere Ausbau. Zur Vorbereitung auf den Umzug der US-Truppen aus Großbritannien nach Deutschland hat die US-Luftwaffe Aufträge im Wert von 425 Millionen US-Dollar vergeben, um ihre Stützpunkte in Kaiserslautern und Spangdahlem weiter auszubauen. Die Maßnahmen erfolgen im Rahmen der “Neuausrichtung der europäischen Infrastruktur“. Dabei werden Tankflugzeuge des Typs Boeing KC-46 „Pegasus“ zusätzlich nach Ramstein verlegt. Mehrere Tausend Militär- und Zivilangehörige des 352. Special Operation Wing, einer Einheit für Sondereinsätze, 20 Flugzeuge der Typen Boeing-Bell CV-22 Osprey und Lockheed MC-130J Commando II haben den Stützpunkt Spangdahlem in der Eifel als Ziel.

Unternehmen Barbarossa 2.0?

Zusätzlich wird Deutschland zunehmend zur US-Drehscheibe für das Säbelrasseln gegen Russland. Seit 2017 landet das US-Militär regelmäßig im Rahmen der “Atlantic Resolve”-Rotationen Waffen und Gerät u.a. in Bremerhaven an, das dann via Landweg quer durch deutsches Staatsgebiet ins Baltikum, nach Rumänien oder Polen geschafft wird. Auch für das geplante US-Militärmanöver “Defender Europe 20” wird Deutschland eine zentrale Rolle in Bezug auf Logistik und Infrastruktur spielen.

Transportkolonnen in der Nacht auf deutschen Autobahnen, lange Güterzüge, die durch deutsche Bahnhöfe gen Osten rollen, Panzer auf Binnenschiffen im Ruhrgebiet: Wenn die Amerikaner im kommenden Jahr mit US United States DEFENDER Europe 2020 die Verfahren zur Verlegung von umfangreichen Kräften aus den USA nach Osteuropa üben, wird Deutschland aufgrund seiner geo-strategischen Lage im Herzen Europas zur logistischen Drehscheibe, schreibt die Bundeswehr völlig unkritisch auf ihrer offiziellen Netzseite.

Aus der Geschichte lernen

Eine bedenkliche Entwicklung – im „Kalten Krieg“ markierte das geteilte Deutschland die Frontlinie zwischen den beiden ehemals verbündeten, nach Kriegsende schnell verfeindeten Siegermächten. Eine Stellung, die im Falle eines auch nur begrenzten Atomkrieges die vollständige Auslöschung bedeutet hätte.

Nur Vasallen müssen ihre Treue mit dem Tod bezahlen. Die von den USA gegen deutsche Interessen erzwungenen Wirtschaftssanktionen gegen Russland und der drohende Handelskrieg wegen einer unabhängigen deutschen Energieversorgung durch die Pipelines „Nord-Stream 1 und 2“ machen deutlich, was von den USA als Verbündetem zu halten ist.

Russland bringt uns auf Wunsch Gas in die Häuser, die USA ohne zu fragen ihre Soldaten – wir können es vielleicht nicht verhindern, aber wenigstens nicht auch noch beklatschen.





  • Hinzu kommt noch: im Falle eines kriegerischen Konfliktes/Ausbruchs wird Deutschland definitiv eines der wichtigsten militärischen Anschlagsziele werden. Ganz unbeachtet, ob es (unschuldige) Deutsche trifft, die keine Provokation hervorbrachten, doch aber stillschweigend vom deutschen Volk geduldet und somit mitgewirkt wurde.

    Ron 19.02.2020
  • Es gibt Parallelen zu Japan, die aufhorchen lassen: Wie die BRD als ehemalige Achsenmacht steht das Land nach wie vor unter US-Besatzung. Rund 39.000 Soldaten, nicht gerechnet ziviles Personal, ist permanent auf Japan stationiert und weitere Kasernen werden errichtet. Ebenso auffällig ist die extrem niedrige Geburtenrate in Japan, welche im weltweiten Vergleich unter den letzten dreissig Nationen in Sachen Geburten pro Jahr einen traurigen Platz 198 einnimmt, während die BRD gleichfalls weit abgeschlagen auf Platz 213 liegt, von weltweit 226 erfassten Ländern. Trotz der niedrigen Geburtenrate dürfte das japanische Volk noch wesentlich länger überleben wie eben das deutsche, denn der Ausländeranteil beträgt in Japan 2%, wohingegen die BRD bei mindestens 25% steht. Die Japaner haben das Glück, daß ihr Land nicht in Europa liegt und sie niemand ausrotten möchte, jedenfalls nicht mithilfe der Migration.
    Was uns noch von Japan unterscheidet, ist der bis heute fehlende Friedensvertrag. Während das Land der aufgehenden Sonne seinen Frieden bereits 1951 vertraglich zugesichert bekam, warten die Deutschen bis heute auf diesen – wenn auch formalen – Akt. Nach der Denkart so mancher Gutmenschen hat ein Friedensvertrag gar keine Bedeutung, da ja bei uns niemand erschossen würde; Es gäbe ja keinen Krieg, also wozu Frieden schließen? – Schon diese Denkweise zeigt auf, wie drastisch die Umerziehung vorangeschritten ist. Hätte man sich vor vierzig oder fünfzig Jahren noch in der breiten Bevölkerung wohlwollend zu einem Friedensvertrag geäußert, sind es heute nur noch sehr wenige, die überhaupt noch darüber nachdenken.

    Thomas G. 19.02.2020
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