Feder und Schwert – XLVII Die Blume auf dem Gipfel im Auge des Sturms

Feder und Schwert Arbeitsgruppe Der Dritte WegDie Tanzenden wurden für verrückt gehalten von denjenigen, die die Musik nicht hören konnten.

Ein letzter Blick auf das All, das uns umgibt, das uns formt, dessen Teil wir sind. Ein letzter Blick ins Zurück und ins um uns, dann auf zum Fanal. Ein Fühlen und Eintauchen in den Sturm des Seins und Lebens, die Essenz kosten und spüren. Das Ganze erkennen, um unserer Selbst gewahr zu werden, unsere Bestimmung zu faßen, unserer Sache gerecht zu werden, unser Schicksal zu erfüllen.

Wir sehen den Sturm um uns herum. Wie er uns packt, fühlen wir. Wir werden hineingewirbelt in diesen Orkan, der uns nicht zweifeln läßt, sondern belebt. In ihn von ihm hineingeschleudert zu werden ist unsere Bestimmung, wir empfinden es als unsere Pflicht. Nicht verkriechen wollen wir uns vor ihm, der Leben und Tod zugleich ist. Für die armen Gestalten, die sich vor ihm in Löchern zu verkriechen versuchen, haben wir nur Unbill übrig. Was verkriecht ihr euch, ihr Zaghaften? Glaubt ihr denn, euch erfaßt jener Sturm des Lebens nicht? Glaubt ihr denn, ihr könntet euch vor eurer eigenen Existenz retten? Den Kopf wegdrehen und somit dem Unentrinnbaren entgehen? Ihr Zaghaften, ihr Ungläubigen! Hinein! Rufen wir ihnen entgegen und wagen den Sprung.

Dieser Sprung ist unser Lebenswille und unser Lebenswille läßt uns springen. Wir werden erfaßt vom Sturm und hoch und hineingeschleudert. Ein Entkommen gibt es nicht, wir wollen es nicht. Der Sturm läßt uns echt Mensch sein, unsere Seelen spriesen, den Geist erquicken. Der Sturm hebt uns empor, wirbelt uns zurück. Wir sehen unsere Vorfahren, unsere Ahnen. Blutbande verbinden, Ruinen erinnern, Kulturen untergegangen, Völker und Sprachen verschollen. Wir sehen sie, wir fühlen sie.

Der Sturm wirbelt uns zu den Seiten. Wir werden bedrängt und bedrängen selbst. Unsere Feinde haßen uns und zugleich fürchten sie uns. Wir strecken ihnen die Faust entgegen, bereit zum Hieb, wird fürwahr ein schöner Tanz. Sie wollen uns, wollen unsere Heiligtümer, welche uns anvertraut worden sind durch die Jahrhunderte. Sie sollen sie haben, doch erst sollen sie sie uns nehmen.

Der Sturm wirbelt uns weiter. Können wir voran blicken? Wo ist in jenem wüsten Durcheinander vorne? Was erwartet uns dort? Der Sturm wird es richten. Er wirbelt auf und beruhigt, reißt auseinander und mag zugleich zusammensetzen. Es soll kommen, wie es will. Wir wissen, was wir zu tun haben. Umschlungen vom peitschendem Wind, der uns zuweilen zu zerreißen droht – ja, wir leben – erblicken wir im heftigen Wirbelsturm jenen Berg des Lebens, der emporragt über alles andere. Sein Gipfel, unsere Bestimmung, ruft uns, zu ihm streben wir. Mag uns der Sturm auch wirren, wir wissen um den Gipfel.

Der Sturm hebt uns an, er wirbelt um den Berg herum. Wir dürfen aus der Ferne auf den Gipfel blicken. Dort steht sie. Eine Blume, schlicht und doch schön. Der Sturm konzentriert sich, er wird heftiger. Wir wissen, es ist soweit. Wir haben den Sprung gewagt und hier sind wir nun. Die Dunkelheit nimmt zu. Wir blicken ein letztes Mal auf den Gipfel und die Blume scheint uns durch die Winde, durch den Regen, durch das peitschende Naß entgegen zu lächeln. Ruft sie uns? Wir können sie nicht hören. Es gilt nun, sich zu sammeln. Der letzte und doch ewige Tanz steht uns bevor, unser letzter Tanz, welcher schon von vielen Generationen vor uns begangen wurde und noch nach uns begangen werden wird. Doch dies ist unser letzter Tanz. Er gehört nur uns. Und auf dem Gipfel steht die Blume im Auge des Sturms.

Feder und Schwert I – XLVII war der erste Abschnitt der Feder-und-Schwert-Kolumne der Netzseite der nationalrevolutionären Partei Der III. Weg. Sie erscheint künftig wie gewohnt in regelmäßigen Abständen aus neuer Feder.





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