Im Gespräch mit der HVIM aus Ungarn (2/3)

Kürzlich haben wir ein Interview mit Barcsa-Turner Gábor, dem Anführer der Hatvannégy Vármegye Ifjúsági Mozgalom (HVIM) aus Ungarn geführt.

 

Der III. Weg: Euer Name spiegelt ja das Gebiet des großungarischen Reiches vor 1920 wieder. Genau wie wir Deutschen nach dem ersten und zweiten Weltkrieg, habt ihr Ungarn große Gebietsverluste erdulden müssen. Welche Gebiete gingen denn verloren und wie stark ist dort noch die ungarisch stämmige Bevölkerung?

 

HVIM: Nach dem ersten Weltkrieg haben wir 2/3 von unserem Land verloren. Ungarn ist das einzige Land, welches nur mit sich selbst begrenzt ist. Selbst nach 100 Jahren leben mehr als 5 Millionen Ungarn außerhalb von Ungarn, obwohl sie nie umgezogen sind. Unsere Landsleute, die heute in der Slowakei, Ukraine, Rumänien oder Serbien leben, werden sehr stark benachteiligt. In der Slowakei wirst du als kriminell behandelt, wenn du öffentlich ungarisch sprichst. In der Ukraine ist es gesetzlich verboten in den Schulen ungarisch zu unterrichten. In Rumänien sitzen selbst heute zwei Mitglieder von HVIM als Terroristen im Gefängnis, nur weil wir für die Autonomie von Siebenbürgen kämpfen. In Serbien wirst du einfach geschlagen, wenn du ungarisch sprichst und wenn du dich wehrst, dann kommst du ins Gefängnis für versuchten Totschlag. Wenn das nicht genug wäre, die meisten unserer Kameraden dürfen ohne Begründung nicht in die meisten Nachbarstaten einreisen.

 

Der III. Weg: Gerade im Bereich der sozialen Arbeit in den abgetrennten Gebieten tut ihr euch hervor. Was macht ihr da konkret alles?

 

HVIM: Wir organisieren Kinder Camps, Vorlesungen, Konzerte und Festivals in den abgetrennten Regionen. Außerdem sammeln wir Bücher, Spielzeug, Lebensmittel und Geld im „kleinen Ungarn“, das wir je nach Bedarf an unsere Landsleute austeilen. Wir haben sehr viele Programme im heutigen Ungarn womit wir einerseits die ernste Lage in den abgetrennten Regionen zeigen wollen, etwas Mut an unsere Schwester und Brüder geben möchten und eine klare Nachricht den Regierungen übermitteln wollen „NEIN,NEIN NIE“ „Runter mit Trianon“.

 

 

Der III. Weg: Wie reagiert einerseits die dort lebendende Ungarisch stämmige Bevölkerung auf euere Aktionen und wie reagiert der jeweilige Staat in den entsprechenden Ländern?

 

HVIM: Die dort lebendende Ungarisch stämmigen reagieren meistens sehr positiv, obwohl es sehr gefährlich sein kann. Keiner unserer Nachbarn freut sich über unseren Aktionen, wie schon erwähnt. In den meisten Staaten sind Mitglieder der HVIM Persona non grata. Viel problematischer ist, daß unsere Regierung unsere Aktivitäten in unserem eigenen Land nicht anerkennt. Es sind Zeiten, in denen sie uns zumindest nicht verfolgen, aber in den seltensten Fällen unterstützen sie uns, wenn sie mehr tun können, um uns zu verhindern.

 

Der III. Weg: Sind euch slowakische, serbische oder rumänische Nationalisten feindlich gesonnen oder gibt es da eine Art Zusammenarbeit?

 

HVIM: Es gibt bestimmte Themen, wie die Flüchtlingskrise, wo unsere Meinungen übereinstimmen, aber grundsätzlich nicht. Wir haben ausgezeichnete Beziehungen zu polnischen, kroatischen und italienischen Patrioten.

 

Der III. Weg: Versucht ihr als Organisation auch parlamentarisch Einfluß zu gewinnen? Beteiligt ihr euch an Wahlen? Der Gründer der HVIM, László Toroczka schaffte es ja sogar bis zum Bürgermeister von Ásotthalom.

 

HVIM: Unsere Organisation ist eine Organisation über die Politik hinaus. Das soll nicht heißen, dass wir uns nicht mit Politik befassen, sondern dass wir unseren Kampf außerhalb des ansteckenden Schlachtfeldes der Demokratie gewinnen wollen. Aber damit unser Kampf effektiv ist, lassen wir die aktuelle Politik nicht ausgeblendet. Mehrere unserer Mitglieder haben erfolgreich an den Kommunalwahlen in 2019 teilgenommen.

 

 

Der III. Weg: Wie kann man eure politische Arbeit im Allgemeinen beschreiben? Verfolgt ihr einen Ansatz, der alle Bereiche des Lebens eines Mitgliedes abdeckt (Politik, Freizeitaktivitäten, Kultur, Kampf)?

 

HVIM: Unsere Organisation ist eine sich organisch entwickelnde hierarchische Organisation, die auf extrem starken christlichen Grundlagen basiert und eine sehr vielfältige Mitgliedschaft aufweist. Durch regelmäßige Schulungen zu verschiedenen Themen stellt unsere Organisation sicher, dass jedes Mitglied unserer Organisation in anderen Themen als seiner stärksten Seite angemessen geschult ist. Durch unser Mentoring-Programm erhalten junge Menschen, die sich vor Beginn der Probezeit aktiv für unsere Bewegung interessieren, eine solide moralische, physische und intellektuelle Grundlage, die während der Probezeit weiter verfeinert wird.

Wir haben Pädagogen, Finanzexperten, Ingenieure, Theologen, Soldaten, Landarbeiter usw. So können wir die richtige Grundlage schaffen.

 

 

Der III. Weg: Seid ihr flächendeckend in Ungarn vertreten?

 

HVIM: Im ganzen Karpatenbecken

 

Der III. Weg: Einmal im Jahr veranstaltet ihr ein großes Musikfestival in einem kleinen Dorf? Wie kam es dazu und wie erfolgreich ist das Ganze?

 

HVIM: Die „ungarische Insel“ ist ein Kultur- und Unterhaltungsfestival, das von HVIM seit 2001 im Sommer (normalerweise Juli bis August) organisiert wurde. Sein Musikprogramm wird hauptsächlich von Künstlern unter der Schirmherrschaft des National Rock aufgeführt, aber auch andere Rock- und Popformationen spielten auf der Bühne. Darüber hinaus finden zahlreiche wissenschaftliche Präsentationen und Filmvorführungen statt.

Seit 2019 findet dieses Festivel in Asothalom statt.

 

 

 

 

Fortsetzung folgt…

 

Zum Nachlesen: Teil 1





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