Buchrezension „Sicherheit und Anonymität im Internet“

Bedauerlicherweise kann man geradezu gebetsmühlenartig darauf hinweisen, wie wichtig der richtige Umgang mit sensiblen Daten bei der Nutzung des Computers und des Internets ist. Viele Nationalisten verstehen einfach nicht, dass ein allzu sorgloser Umgang mit sensiblen Daten nicht nur sie selbst, sondern auch Personen aus ihrem politischen Umfeld gefährdet. Die Problematik wird vielfach zu wenig ernst genommen.

Jeder sollte sich immer wieder bewusst machen, dass wir alle in den zurückliegenden Jahren zum sogenannten „gläsernen Bürger“ geworden sind. Die Digitalisierung hat uns in unserem täglichen Leben viele Vorteile gebracht: Mit Hilfe von Suchmaschinen kommen wir blitzschnell an gewünschte Informationen; neue Kommunikationsmittel und Internetplattformen ermöglichen es, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen etc. Selbstverständlich gilt das auch für unseren politischen Kampf: Die politische Arbeit ist in vieler Hinsicht durch das Internet und neue Kommunikationsformen zum Teil erheblich erleichtert worden. Man denke hier beispielsweise an die enorme Reichweite politischer Propaganda, die durch die Erstellung von entsprechenden Internetseiten erreicht werden kann. Wie mühsam war es dagegen früher, ausschliesslich mit Hilfe von Flugblättern, der Herausgabe von Zeitungen usw. Informationen über unsere politischen Ziele zu verbreiten.

 

Nicht nur Vorteile, sondern auch Risiken

Doch wie so oft im Leben ist auch hier festzuhalten, dass letztlich nichts umsonst ist. Die Vorteile der digitalen Revolution und der Nutzung der neuen Kommunikationsmöglichkeiten bringen auch erhebliche Nachteile mit sich. Unsere Daten sind nicht mehr sicher, unsere Privatsphäre ist bedroht. Es ist heute ohne grossen Aufwand möglich, umfangreiche Daten – selbst solche äusserst sensibler Natur – über uns zu sammeln.

Einerseits lässt sich das nicht vollständig verhindern, wenn wir nicht auf die Vorteile der Digitalisierung und der neuen Kommunikationsmittel verzichten wollen. Andererseits gehen wir alle aber oftmals viel zu sorglos mit unseren Daten um und bieten diese interessierten Stellen quasi auf dem Präsentierteller an.

Was tun wir im Allgemeinen eigentlich, um unsere Daten zu schützen? Fast immer lautet die Antwort auf diese Frage: Viel zu wenig! Es scheint, als habe sich eine einfache Erkenntnis noch immer nicht in unserem Kopf festgesetzt: Wer Internet und Handy nutzt, wird zum „gläsernen Bürger“. Das ist die Kehrseite der digitalen Welt. Die Benutzung von Internet und Funknetz hinterlässt eine riesige Datenspur.

 

Keine absolute Sicherheit möglich

Eine absolute Sicherheit für unsere Daten gibt es nicht. Wir können nicht vollständig verhindern, dass wir ausgespäht werden. Aber wir können unseren Gegnern mit bestimmten Massnahmen das Leben schwer machen. Anstatt unsere Daten auf dem Präsentierteller anzubieten, können wir es Datenschnüfflern erheblich erschweren, an unsere sensiblen Daten zu gelangen.

Im Kopp-Verlag ist kürzlich ein Buch in neuer Auflage erschienen, dass einen guten Einblick in diese Thematik bietet: „Sicherheit und Anonymität im Internet“. Es wendet sich primär an Leser, die sich bislang gar nicht oder nur sehr rudimentär mit dieser Problematik befasst haben. Als Einstieg in die Materie ist dieses Buch sehr empfehlenswert. Für Fortgeschrittene ist es dagegen eher weniger geeignet, da erfahrene PC- und Internetnutzer die Grundlagen eines verantwortungsbewussten Umgangs mit Computer und Internet beherrschen dürften.

In leicht verständlicher Sprache und unter Verzicht auf Fachchinesisch zeigt der Autor Thorsten Petrowski auf, welche Gefahren und Sicherheitsrisiken konkret bei der Nutzung des Internets drohen. Es wird erläutert, wie verräterische Spuren im Internet, die bei jeder Nutzung hinterlassen werden, gelöscht und dauerhaft beseitigt werden können. Die wichtigsten Schutzprogramme und Anonymisierungsdienste, die es ermöglichen, sich unerkannt im Netz zu bewegen, werden vorgestellt. Darüber hinaus verdeutlicht der Autor, welche Funktionen im Browser besondere Gefahren darstellen und wie der Browser richtig konfiguriert werden muss, um derartige Gefahrenquellen von vornherein zu minimieren. Spionageprogramme und Viren sind besonders heimtückisch, da diese oft, vom Internetnutzer gänzlich unbemerkt, den verwendeten Computer befallen. Im Buch wird detailliert erklärt, wie man sich davor schützen, solche Programme auf dem Computer entdecken und wirksam beseitigen kann.

 

Viele Gefahrenquellen, doch auch leichte Lösungsmöglichkeit

Weitere wichtige Themen des Buches sind die Verwendung sicherer Passwörter sowie das richtige Löschen von sensiblen Daten. Passwörter sollen u.a. dazu dienen, brisante Daten oder die E-Mail-Kommunikation vor fremdem Zugriff zu schützen. Das funktioniert jedoch nicht, wenn ein unsicheres Passwort gewählt wird. Leider benutzen immer noch viel zu viele Aktivisten unsichere Passwörter: Die Verwendung von Telefonnummern, Geburtstagen, Fussballvereinen oder Wohnorten bietet selbstverständlich keinen wirksamen Schutz. Solche Passwörter sind blitzschnell zu knacken. Im Buch wird ausführlich erläutert, welche Anforderungen an ein wirklich sicheres Passwort zu stellen sind und wie man das Schutzniveau des gewählten Passwortes testen kann.

Nicht korrekt gelöschte Daten stellen eine weitere erhebliche Gefahrenquelle dar. Was passiert eigentlich, wenn wir bspw. eine Datei löschen? Sehr viel weniger, als man zunächst vermutet. Man wiegt sich in falscher Sicherheit, da man die betreffenden Daten gelöscht und somit vermeintlich vor unbefugtem Zugriff gesichert hat. Der Autor erklärt, warum dies ein gefährlicher Trugschluss ist, und auf welche Weise man Daten sicher und endgültig von der Festplatte löschen kann.

Das Buch zeichnet sich insgesamt durch eine auch für Laien verständliche Darstellungsweise aus, die eine sofortige Umsetzung der gewonnenen Erkenntnisse ermöglicht. Komplexe Sachverhalte werden durch die Verwendung zahlreicher Grafiken und Illustrationen veranschaulicht. Die im Buch zur Verwendung empfohlenen Computerprogramme sind nahezu ausschliesslich kostenlos erhältlich und deren Anwendung wird durch zahlreiche Screenshots Schritt für Schritt erläutert.

 

Das Buch kann hier bezogen werden.

Thorsten Petrowski, Sicherheit und Anonymität im Internet, 254 S., 19,95 Euro.





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