Familienausflug in Oberfranken

Der sogenannte Vatertag oder auch Herren- oder Männertag genannt, welcher jedes Jahr an Christi Himmelfahrt begangen wird, artet, gemäß dem vorherrschenden hedonistischen Zeitgeist, meist in ein hemmungsloses Besäufnis aus. Mittlerweile ist es für den ein oder anderen aber auch ein Tag, der für Ausflüge und Erlebnisse mit der Familie genutzt wird. So auch in Oberfranken, statt sich dem Totalabsturz an diesem Tag hinzugeben, nutzte man das schöne Wetter lieber für einen Ausflug mit der Familie. Der Plan wo es hingehen sollte stand und so machte man sich auf den Weg.

Die Luitpoldeiche

Der Weg sollte uns vorbei an Wiesen und Felder führen, sowie durch den heimischen Wald.  Der erste Zwischenstopp war an der Luitpoldeiche, welche sich mitten im Wald befindet. Diese Eiche wurde am 12. März 1891 gepflanzt, anlässlich des 70. Geburtstages von Prinzregent Luitpold von Bayern ( 1821 – 1912 ). Der Prinzregent hatte die Regierungsgeschäfte, nach der Entmündigung von Ludwig II übernommen. Nach dem Tod des sogenannten Märchenkönigs (1886 am Starnberger See ), hätte normalerweise Otto I von Bayern ein Anrecht auf die Regierungsgeschäfte gehabt. Da dieser aber geisteskrank war, blieb Luitpold von Bayern der Regent, bis zu seinem Tod. Luitpold war sehr beliebt beim Volk und so widmete man ihm mehrere Denkmäler, sowie die Benennung von Straßen, Plätzen und Brücken.

Vor der Eiche befindet sich ein Gedenkstein, dieser wurde am 12.3.1911 von Johann Hymon aufgestellt. Es war nicht der einzige Stein dieser Art, welcher Hymon fertigte. Insgesamt stellte er drei Grenzsteine auf, welche auch im Volksmund „Die Marksteine“ genannt werden. Hierbei handelt es sich um eine sehr alte Steinsetzung. Am Ende des 18. Jahrhunderts stießen an diesen Punkten drei Herrschaftsbereiche aneinander, der Wald der Ritterschaft Dankenfeld-Trabelsdorf, der Wald der Grafen Schönborn und der Wald des Fürstentums Würzburg. Heutzutage sind diese Steine die Bezirksgrenzen zwischen Oberfranken und Unterfranken.

Friedleinsbrunnen (bekannt seit 1336)

Wir wandern weiter durch den Wald, begleitet von dem Zwitschern der heimischen Vögel und den Sonnenstrahlen, welche durch das Blattwerk der Bäume hindurch scheinen. Das Quaken der Frösche, vom Weiher vor dem Friedleinsbrunnen, war schon zu hören, bevor dieser zu sehen war. Radfahrer, Wanderer, sowie eine Familie mit Kindern, besuchten an Himmelfahrt den Friedleinsbrunnen.

Schon Charlotte von Kalb ( 1761 – 1834 ), genoss die Idylle von diesem Flecken Erde. Goethe und Schiller erwähnten den Ort in ihrem Roman „Cornelia“. Charlotte von Kalb geb. Marschalk von Ostheim, war nicht nur eine Freundin von Goethe und Schiller, sie war auch die damalige Herrin von Trabelsdorf und Dankenfeld. Nach einer Rast und einer Brotzeit, ging es weiter durch den Wald. Ein Hinweisschild am Wegesrand erweckte unsere Aufmerksamkeit.

Nachdem wir nun auch dieses skurrile Schild hinter uns gelassen haben, ging es an den Feldern, welche einst in dem Besitz der Charlotte von Kalb waren, weiter in Richtung Dankenfeld. Auf unserem Weg, machen wir eine kurze Rast an einem Denkmal, welches in der Kaiserzeit errichtet wurde. Es wurde zu Ehren der Gefallenen, des Deutsch-Französischen Krieges 1870-1871 erbaut. Neben diesem sehr gut erhaltenen und auch gepflegten Denkmal, befinden sich 2 weitere Tafeln, mit den Namen der Gefallenen, des Ersten und Zweiten Weltkrieges.

Unser Rückweg, führt uns nicht den Weg entlang, den wir gekommen waren, sondern wir wandern entlang der Felder noch ein Stück weiter. Wege die man selbst so noch nicht kannte, muss man beschreiten, um zu sehen wie schön diese doch sein können. Allein und ohne eine Menschenseele auf dem Weg, genießen wir die Idylle der Natur. Ein kleines Dorf wurde durchquert, bevor es entlang einer befahrenen Straße in den nächsten Ort ging. Mittlerweile war es früher Nachmittag und eine kleine Einkehr in einen örtlichen Biergarten, war nach dem vielen Laufen, eine kleine Wohltat. Bevor sich allerdings die Trägheit einschleichen konnte, geht es weiter. Es wurde ein Weg gewählt abseits der Straße, vorbei an kleineren Seen. An unserem Ausgangspunkt angekommen, machte man sich nach einem langen Tag, auf den Weg nach Hause.

Die Zufriedenheit, sowie die schönen Bilder welche die Natur einem zeigte, wirkten auch am Abend im heimischen Garten noch nach. Es gibt so vieles zu entdecken, versteckt und doch sichtbar. Man muss sich nur auf den Weg machen und es finden.

„Geheimnisvoll am lichten Tag lässt sich Natur des Schleiers nicht berauben, und was sie deinem Geiste nicht offenbaren mag, das zwingst du ihr nicht ab mit Hebeln und mit Schrauben.“ (Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832)

 





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