Feder und Schwert L – Deutschland und Ukraine – zwei Nationen – zwei Wege zur eigenen Weltanschauung

Wenn wir davon sprechen, dass die deutsche Weltanschauung die einzige Fassung und Formung einer dem deutschen Volke wesensgemäßen Weltanschauung darstellt, so überträgt sich das Recht, ein auf alle Lebensäußerungen des Volkes zugeschnittenes weltanschauliches Fundament zu schaffen, auch auf andere Nationen Europas. Am ehesten prädestiniert für die Schaffung desselben erscheint aktuell die Ukraine, die sich durch die Maidan-Revolution 2013 aus der Umklammerung Moskaus befreit hat und den Aufbruch in eine (hoffentlich) selbstbestimmte, nationale Zukunft gewagt hat.

Zwar regieren derzeit auch in der Ukraine noch immer die alten Eliten des Parlamentarismus und Agenten des transnationalen Leihkapitals, jedoch hat sich auf Seiten der nationalistischen Jugend eine Bewegung formiert, die ihre Feuertaufe durch den „Euromaidan“ und durch die anschließenden antirussischen Abwehrkämpfe im ukrainischen Osten bereits hinter sich hat und sich nun anschickt, auch auf dem Boden der politischen Arena gegen jene Elemente ins Gefecht zu ziehen, die die nationalen Interessen der Ukraine verraten und verkaufen. Auch die nationalrevolutionäre Bewegung in der Ukraine kommt dabei, so wie ihr Pendant in Deutschland, nicht ohne ein weltanschauliches Grundgerüst aus, das Wegweiser für die Errichtung des kommenden Volksstaates sein soll. Ähnlich wie in Deutschland liegen die Wurzeln dieser Ideen in den Wirren des letzten Jahrhunders, als die alten monarchistischen Systeme in Mittel- und Osteuropa zum Einsturz gebracht wurden und die Völker einen Abwehrschirm benötigten, um sich vor dem gewaltsam vorwärts stürmenden Kommunismus zu schützen.

 

„Natiokratie“

Der ukrainische Oberstleutnant und politische Aktivist Mykola Sziborskyj verfasste im Jahre 1935 einen auch für heutige ukrainische Nationalisten noch verbindlichen Theorieleitfaden mit dem Titel „Natiokratie“ – mittlerweile auch als Übersetzung in deutscher Sprache auf dem Büchermarkt erschienen – der sich zunächst mit den vorherrschenden politischen Ideologien und Systemen beschäftigte und als Antwort darauf den Entwurf eines auf das Wesen des ukrainischen Volkes zugeschnittenen Nationalismus skizzierte. In vielen europäischen Ländern dieser Zeit setzte eine völkische Bewusstseinswerdung und der Wunsch nach Selbstbestimmung und Souveränität ein, der in den erwachenden nationalistischen Bewegungen in Europa seinen Ausdruck fand.

Erst durch das Ende des zweiten Weltkrieges setzten sich die alten universalistischen und materialistischen Ideologien der Demokratie, des Liberalismus und des Marxismus für viele Jahrzehnte durch und schienen den Nationalismus unter den Trümmern einer alten Zeit begraben zu haben. Mit dem Zusammenbruch der kommunistischen Regime und der Beseitigung der letzten prorussischen Marionettenregierungen in Osteuropa jedoch feiert der Nationalismus seine Renaissance. Eine Entwicklung, von der wir in Deutschland derzeit noch träumen können, wo nationalrevolutionäre Kräfte zwar seit den 70er Jahren wieder aktivistisch am Werk sind, um eine an die deutsche Weltanschauung angelehnte neue Ordnung herzustellen, jedoch bisher noch keine dauerhaften sichtbaren Erfolge zeitigen konnten.

 

Ukrainische Nationalrevolutionäre bei einer Demonstration in Lemberg.

 

Weder Kapitalismus noch Marxismus – für einen dritten Weg!

Obwohl es augenfällige Unterschiede sowohl in der geschichtlichen Entwicklung Deutschlands und der Ukraine als auch im Wesen beider Völker gibt, die zu unterschiedlichen Vorstellungen bei der Ausarbeitung einer passenden nationalistischen Konzeption geführt haben, so fallen beim Vergleich beider Weltanschauungen – die deutsche Weltanschauung und der Natiokratie – jedoch um so deutlicher die gemeinsamen Schnittmengen in der strukturellen und inhaltlichen Beschaffenheit auf, auch wenn hier und dort Begriffe zum Teil völlig unterschiedlich bewertet werden. So werden Parlamentarismus und Demokratie als Roß und Reiter dafür benannt, die Ausbeutung der Arbeiterschaft durch das Emporkommen einer kapitalistischen Bourgeoisie ermöglich zu haben, die sich in der Gegenwart sogar vollends in die spekulativen Sphären des westlichen Casino-Kapitalismus verlagert hat, während das produktive Unternehmertum selbst mehr und mehr durch die Globalisierung unter die Räder gerät.

Parallel dazu fördert die Plutokratie die Aufsplitterung der Gesellschaft in politische und wirtschaftliche Interessengruppen, die sich in der Parteienbildung niederschlägt und einen Konkurrenzkampf ins Leben ruft, bei dem die Gesamtinteressen der Nation nur auf der Strecke bleiben können. Der Ablehnung des „Klassenkampfes von oben“, der in den liberalen Demokratien zu einer Kapital- und Machtkonzentration im Konzern- und Bankensektor führt und Mittelstand sowie Arbeitertum erdrückt, gesellt sich sowohl in der deutschen Weltanschauung als auch in der Natiokratie die Ablehnung des „Klassenkampfes von unten“ hinzu, der in den vergiftenden Lehren des Marxismus das augenscheinlichste Merkmal darstellt. An die Stelle der im Kapitalismus herrschenden und die arbeitenden Massen unterdrückenden Großbourgeoisie, setzte der Marxismus die „Diktatur des Proletariats“ und ebnete damit lediglich einer anderen Klasse den Weg zur totalen Machtausübung über die anderen gesellschaftlichen Gruppen, die für das Funktionieren einer arbeitsteiligen nationalen Gemeinschaft ebenso unerlässlich sind, wie das einfache Handarbeitertum.

Auch wird der Marxismus von beiden nationalen Weltanschauungen als die selbe materialistische und universalistische Doktrin wie der demokratische Liberalkapitalismus gegeißelt, indem er das geistige Wesen des Menschen auf primitivem und vulgärem Niveau verkümmern lässt. Den seelenlosen Konsumrobotern der westlichen Wohlstandsgesellschaften stehen aus der Perspektive beider nationalistischer Weltanschauungen die zu Arbeiterameisen degradierten Habenichtse der kalten kommunistischen Realgesellschaft gegenüber. Schon hier wird deutlich, dass sowohl die deutsche Weltanschauung als auch die Natiokratie nur als ein dritter Weg jenseits von zügellosem Liberalismus und kommunistischer Sklaverei zu verstehen sind und weder ein kapitalistischer noch ein marxistischer Nationalismus sein können.

 

Keine Angst vorm Sozialismus!

Ein gewichtiger Unterschied ist jedoch die Einordnung des Sozialismusbegriffs. Während in der theoretischen Konzeption der ukrainischen Natiokratie der Sozialismus als ein Produkt aus den Irrlehren Karl Marx’ und als ideologischer Vorläufer des sich mit der Oktoberrevolution 1917 in Russland erhobenen Kommunismus erscheint, so erblickt der revolutionäre Nationalismus in Deutschland im Marxismus lediglich ein verfälschendes Zerrbild des Sozialismus, welcher in Wahrheit selbst untrennbar mit dem nationalistischen Gedanken verbunden ist. Rudolf Jung beschrieb den Sozialismus als einen Gemeinschaftswillen und als Gemeinschaftsarbeit, die dem deutschen Volk im Laufe seiner Geschichte abgerungen werden musste, um sich all den Lebensraum zu erarbeiten, der anderen Völkern, wie Franzosen und Engländern, nach der Übernahme des kolonisierten Bodens des ehemaligen römischen Weltreichs in den Schoß gefallen ist.

So sei Sozialismus und deutscher Geist geradezu als eins zu betrachten, was sich auch durch den weitaus späteren Eintritt Deutschlands in die nach Handelsabsatz jagende Weltwirtschaft der modernen Industrialisierung bemerkbar machte. Und Alfred Rosenberg betrachtete den Sozialismus als eine „staatlich durchgeführte Maßnahme zum Schutz der Volksgesamtheit vor jeglicher Ausbeutung und ferner eine staatliche Maßnahme zum Schutze des Einzelnen vor privater Profitgier“, um als Ergebnis ein „Freimachen vieler Einzelkräfte“ zu bewirken, welches wiederum eine „Stärkung der Gesamtheit“ nach sich zieht. Anders als das marxistische Zerrbild eines falsch verstandenen Sozialismus steht im Deutschen Sozialismus die Gemeinschaft, die Gesamtheit aller Teile des Volkes und deren gemeinsames Werk im Mittelpunkt, nicht etwa das Proletariat, dem all die Rechte zugestanden werden, die anderen Teilen des Volkes verwehrt bleiben, bis auch sie entweder Proletariat geworden oder untergegangen sind.

Die schmerzvollen Erfahrungen, die die Ukraine in den ungezählten Jahren kommunistischer Indoktrinierung und Unterdrückung erfahren hat, machen es dem ukrainischen Nationalismus wohl um so schwerer, eine Symbiose mit dem Sozialismus zu finden, wie es in Deutschland geschehen ist, das vor einer dauerhaften bolschewistischen Tyrannei verschont geblieben ist und in dem schon immer eine auf die gemeinnützige Arbeit fokussierende Sozialtradition das deutsche Wesen geprägt hat.

 

Natiokratie liegt seit diesem Jahr als deutsche Übersetzung bei dem Jungeuropa-Verlag vor.

 

 

Die Nation über alles, nicht der Staat!

Trotz dieser formalen Differenz beider Anschauungen bleibt der volksbezogene Nationalismus der essenzielle Grundkern der deutschen und ukrainischen Freiheitsbewegungen. Paneuropäische Spinnereien sind diesen ebenso fremd wie föderalistische Zersplitterung. In Sziborskyjs Natiokratie-Manifest wird die Nation als der höchste, absolut ideelle und wirkliche Wert bezeichnet, als höchste Form des menschlichen Zusammenlebens, die eine Unduldsamkeit gegenüber antinationalen Tendenzen jeglicher Form gebietet. So kommt es nicht von ungefähr, dass der ukrainische Nationalismus sich nicht nur gegen sämtliche moskauhörigen Kräfte, sondern auch gegen die polonophilen Nationaldemokraten wandte, die für eine Unabhängigkeit der polnisch besetzten Westukraine unter Kooperation mit der polnischen Regierung warben.

Die Erlangung eines unabhängigen nationalen Einheitsstaates, der alle Volkszugehörigen umfasst, ist die unverhandelbare Grundessenz. Der einheitlich politisch ausgerichtete Wille der Nation findet dabei seine Vollendung in der Organisation des Nationalstaates, in der die Nation nach den Worten Sziborskyjs erst zu einem schöpferischen Faktor in der Geschichte und vollberechtigter Meister ihres eigenen Schicksals wird. Der Staat ist dabei niemals ein vom Volke losgelöster Selbstzweck, sondern ein Mittel, um der Nation die Existenz zu sichern und ihre historische Rolle gegenüber anderen Nationen zu bestimmen. Dies deckt sich mit dem Grundverständnis des deutschen Nationalismus als integraler Bestandteil der deutschen Weltanschauung.

Unter der Losung „Menschenrecht bricht Staatsrecht“ legitimiert der Deutsche Sozialismus die Rebellion eines jeden Volksangehörigen gegen eine Regierungsgewalt, sollte diese die Belange des Volkes verraten und ein Volkstum dem Untergang entgegenführen. Eine Staatsautorität hat nur dann das Recht, Gefolgschaft und Schutz zu verlangen, wenn sie die Interessen des Volkes vertritt oder diesem mindestens keinen Schaden zufügt, da ansonsten jede Tyrannei der Welt geheiligt wäre.

 

Schluss mit dem Klassenkampf!

So wie der Staat in der Anschauung deutscher und ukrainischer Nationalrevolutionäre eine instrumentelle Funktion für den Volkskörper hat, so verstehen diese auch sämtliche Parteien, Klassen und wirtschaftliche Gruppen als Werkzeuge in der Hand der Nation. Wie bereits weiter oben beschrieben wird das Gegeneinander unterschiedlicher Interessengruppen in Politik und Wirtschaft, wie dies die liberalistischen und klassenkämpferischen Systeme kennzeichnet, abgelöst durch eine verpflichtende Zusammenarbeit aller sozialen und wirtschaftlichen Komponenten der Gesellschaft. Dieses korporatistische System, in dem sowohl leitende als auch ausführende wirtschaftliche Gruppen auf der Basis nationaler Solidarität eine nationale Interessensgemeinschaft bilden, teilen sich die deutsche Weltanschauung und Natiokratie mit dem Faschismus Italiens, der ebenfalls einen Ausweg danach suchte, um den Klassenkampf zu beenden.

Eine ebenso typische Gemeinsamkeit bildet dabei das Konzept einer gemischten Wirtschaftsordnung aus markt- und planwirtschaftlichen Elementen. Wesentliches Merkmal ist dabei die Direktion der Wirtschaft durch den Staat. Sziborskyj schreibt dazu in seinem Manifest: „Um das […] Gleichgewicht zu erhalten, verleiht die Natiokratie ihrem sozioökonomischen System einen kombinierten Charakter, bei dem das Privateigentum und die wirtschaftliche Freiheit mit den vom Staat umgesetzten Prinzipien der planmäßigen Wirtschaftskontrolle und mit gewissen Arten des kollektiven (nationalisierten, kommunalisierten und genossenschaftlichen) Eigentums, dort, wo es der Charakter der Wirtschaft selbst verlangt, verbunden werden.“ Auch dies deckt sich mit der Vorstellung des Deutschen Sozialismus, dass nicht verstaatlicht werden soll, was verstaatlicht werden kann, sondern verstaatlicht werden muss (Schlüsselindustrien, Banken, Versicherungen, Betriebe allgemeiner Daseinsfürsorge). Eine in privater Hand verbleibende Wirtschaft bedeutet dabei aber keinesfalls die freie Verfügungsgewalt darüber. Dieser werden dort Grenzen gesetzt, wo ein unkontrollierbares wirtschaftliches Eigenleben zu Profitgier und Ausbeutung anderer Wirtschaftsteilnehmer führt.

 

 

Deutsche und ukrainische Nationalrevolutionäre stehen Seit an Seit, hier bei Demonstrationen in Kiew und Lemberg.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hoch die nationale Solidarität!

Um die Wirtschaftsteilnehmer zu organisieren, verfolgen der deutsche und der ukrainische Weg jedoch zwei unterschiedliche Konzepte. Während der Deutsche Sozialismus einen Dachverband der deutschen Arbeit, bestehend aus Arbeitgebern und Arbeitnehmern, als Alternative zu Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden, fordert, um das große Ziel einer arbeitsteiligen Gemeinschaft aller schaffenden Deutschen zu erreichen, setzt die ukrainische Natiokratie auf den Staatssyndikalismus, bei dem sich die einzelnen wirtschaftlichen Gruppen, ähnlich den mittelalterlichen Zünften und Ständen, in einzelne, funktionale Teile aufteilen und in Berufsverbänden organisieren.

Dabei unterscheiden sich lediglich die Organisationsmethodiken, jedoch nicht das Ziel, das nach wie vor der Nation als Höchstwert und unteilbarer Einheit gilt. Im Deutschen Sozialismus vermitteln betriebliche Vertrauensräte und soziale Ehrengerichte in Streitfällen, um den Arbeitsfrieden für einen reibungsfreien Wirtschaftsprozess um jeden Preis aufrecht zu erhalten. Der von ukrainischen Nationalrevolutionären angestrebte Staatssyndikalismus setzt dagegen auf eine autonome Organisation aller Berufs- und Produktionsgruppen in eigenständigen Verbänden, die der staatlichen Direktive von unten entgegen wirken. Durch die funktionale Abhängigkeit aller beteiligten Wirtschaftsgruppen entsteht am Ende wiederum eine Arbeitsgemeinschaft, die wie im Deutschen Sozialismus das Fundament des Nationalstaates bildet.

In beiden Fällen wird jedoch klar, welches Ziel im Endeffekt angestrebt wird: Die Überwindung des kapitalistischen Systems mitsamt seiner Klassenegoismen und seiner materialistischen Verwertungslogik, die in der Arbeit lediglich ein Mittel zur Generierung von Gewinnen betrachtet und politische Entscheidungsprozesse aus den mit dem Volke verwurzelten Berufsständen hinaus in künstlich geschaffene Parlamente verlagert. Egal wie man die Unterscheidungsmerkmale beider Konzepte in der Organisation der nationalen Arbeit bewertet und aus welcher Perspektive man diese vergleicht, so überwiegen doch insgesamt die Gemeinsamkeiten und die Wesensverwandtschaft deutscher Weltanschauung und ukrainischer Natiokratie frappant.

Es ist klar, dass sowohl Kapitalismus als auch Marxismus ausgediente ideologische Modelle sind, die auf den Müllhaufen der Weltgeschichte gehören. Möge der vor einigen Jahren vollzogene Aufbruch junger vitaler Kräfte aus der Mitte des ukrainischen Volkes auch für Nationalrevolutionäre in Deutschland ein Signal sein, um sich der wirtschaftlichen Versklavung und Fremdbestimmung zu entledigen und Deutschland zu alter, neuer Größe im Geiste nationaler Solidarität und Souveränität zu führen.





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