Jungautorenwettbewerb Platz 3: Heimat der Heimatlosen

Eine Heimat haben oder ihrer entbehren zu müssen ist keine Frage persönlicher Entscheidung, welche das Individuum für sich selbst frei entscheiden kann. Es gilt nicht, das Für und Wider einer Heimat abzuwägen und sich schließlich für das eine oder das andere zu entschließen. Die Frage der Möglichkeit oder Tatsächlichkeit einer Heimat ist eine Schicksalsfrage, die der Mensch vor sich gestellt bekommt. Er hat sie oder er hat sie nicht, diese Heimat, die sein Menschsein ausmacht.

Ohne Heimat keine Kultur, ohne Heimat keine Tradition, keine Volksseele. Heimat ist der materielle und auch spirituelle Boden, der den Mann wachsen und stark werden läßt. Ohne Heimat wird er wurzellos und verirrt sich in den dunklen Fängen der Nichtigkeit, muß zuerst seine Seele, dann seinen Geist und mit diesem seinen Körper aufgeben. Heimat ist Leben und wer seine Heimat nicht verteidigt, verteidigt sein Leben nicht. Wenn die materielle Heimat verloren geht – der Acker, auf dem die Vorfahren gepflügt haben, die Landesgrenze, die das Heer verteidigt hat – so zieht sich der Mann in die innere Heimat zurück. Die innere Heimat, das ist das seelische Refugium, welches das reiche Erbe eines Volkes und die Wahrheit der Schöpfung in sich speichert und den Mann nährt, wenn er in äußere Bedrängnis gerät.

Unsere äußere Heimat steht in Flammen. Stadtteile und ganze Städte sind verloren gegangen an fremdländische Scharen, weitreichender Ackergrund ist in Besitz internationaler Finanzhand, Bauwerke herrlicherer Zeiten, Zeugen eines einstmals starken Volkes, werden eingerissen oder geächtet dem Verfall anheim gegeben. Die Demokratie wird ihrer Aufgabe als Knechtin wurzelloser Gestalten gerecht und ersucht, jegliche Rückgewinnung der äußeren Heimat im Keime zu ersticken.

Der Kampf um den Boden ist schwer und kräftezehrend, und er scheint zumal verloren in Anbetracht der inneren Verfassung des Volkes, das keinen Lebenswillen mehr zu haben scheint. Lediglich kleine Nester harren in Verteidigungshaltung, bereit für letzte Husarenstreiche, Freischärler im Geiste halten die letzten Stellungen, die zu halten nutzlos, aber nicht sinnlos ist. Mit der äußeren Heimat verloren, beginnt der Kampf um die innere – sollte dieser verloren gehen, wird das Schlachten kein Halten mehr kennen, dann werden die Wurzellosen ihre willigen Helfer und Helfershelfer über die verbleibenden Reste gestandener Kulturvölker herfallen lassen – ein haitianisches Schlachtfest gewaltigen Ausmaßes, von den Strippenziehern desselben als entlohnendes Opferwerk für ihre teuflische Tat interpretiert. Ein Schlachtfest, wie es an der Spitze des Kontinents südlich des Mittelmeeres schon bald abgeschloßen sein wird und auf dem Kontinent jenseits des Atlantiks zu beginnen droht.

Mit dem Halten der inneren Heimat steht und fällt der Mann, dessen Untergang von so vielen niederen Gestalten unter schändlichsten Flüchen sehnlichst herbeigewünscht wird. Bewahrt er seine innere Heimat, vermag er seine äußere zurückzuerobern. Gibt er sie auf, gibt er alles auf.
Die innere Heimat ist der Lebensfunke, der den Mann handeln läßt, ihn glauben, ihn lieben und hoffen läßt. Seine innere Heimat ist zugleich seine Seele und umgekehrt. Seine innere Heimat ist ihm von Gott gegeben, auf daß er sich seine äußere aneigne. In ihr vereint sich göttlicher Wille und schöpferische Kraft vergangener Generationen. Wer kann dem Mann das Recht absprechen, seine innere Heimat – sein innerstes Heiligtum – zu verteidigen? Niemand, ist sie ihm doch von Gott selbst gegeben. Mögen die Anstürme heftig sein, die Schnitte und Schläge grausam, die Zungen hinterhältig, nichts ist vergebens im Kampf um die innere Heimat.

Wenn die Heimat verloren scheint, so besinne dich, Mann, und blicke in dich. Was du dort erkennst, das ist dein Leben und dein Schicksal. Magst du deinen Leib geben, deine Seele bleibt dir. Deine innere Heimat wirst du nie verlieren und mit ihr bläst du an zum Sturme, die äußere zu halten. Trage weiter deinen Funken, auf daß auch nach dir wackre Streiter kämpfen um der Heimat Scholle. Trittst du dann vor deinen Richter – jenen ewigen, der über allen irdischen Richtern steht – dann freue dich, ob deiner reinen Seele, die deine erste Heimat ist.





1 Kommentar

  • Sehr stark! Beim Lesen bekommt man Gänsehaut. Grüße aus der deutschesten Stadt.
    “Deutschland, wird immer leuchtend stehn – mögen Wir auch untergehen, Vorwärts, Vorwärts schmettern die hellen fanfaren”

    Eduard Konrad 30.07.2020
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