Gemeinschaftsausflug zur Flugwerft in Oberschleißheim

Am 24. Oktober 2020 trafen sich Aktivisten des Stützpunktes München/Oberbayern, um gemeinsam das Flugzeugmuseum in Oberschleißheim zu besuchen. Nach einer kurzen Begrüßung am vereinbarten Treffpunkt ging es gut gelaunt und mit lockeren Gesprächen begleitet zum Museum. Schon unterwegs spürte man die Vorfreude unserer jungen Aktivisten, das eine oder andere Exponat deutschen Erfindergeistes in Augenschein zu nehmen.

 

Rückblick – Geschichte der Flugwerft

Das Gelände der Anlage wurde bereits 1912 erschlossen, so wurde für die Königlich-Bayrische Fliegertruppe ein Flugplatz angelegt. Wegen der Nähe des historischen Schlosses Oberschleißheim wurden die Bauten des Flugplatzes im “reduzierten Heimatstil” (= Architekturform, welche auf regionale architektonische Besonderheiten zurückgreift) ausgeführt. Dieser planmäßig angelegte Militärflugplatz wurde nicht nur zur Ausbildung junger Piloten, sondern auch für die zivile Luftfahrt, vor allem nach den Kämpfen des 1. Weltkrieges, zum Aufbau der Luftpost, des Transportwesens und der Personenbeförderung verwendet. Nach der politischen Wende 1933 wurde der Flugplatz zu einem Fliegerhorst der Luftwaffe der Deutschen Wehrmacht ausgebaut.

Im südlichen Teil der Anlage entstand die “Fliegertechnische Schule Schleißheim”. Aufgrund der vermehrten verbrecherischen Luftangriffe der Alliierten auf deutsche Städte während des Krieges wurde die Schule weiter ausgebaut und erhielt zusätzliche Abteilungen: So unter anderem eine Jagdflieger-, eine Zerstörer- und eine Nachtjagd-Schule.

Der Eingang der Flugwerft in Oberschleißheim
Der Eingang der Flugwerft in Oberschleißheim

Ab 1943 wurde ebenfalls auf dem Gelände eine verdunkelte Leitstelle für “Tag- und Nachtjagd”, für den süddeutschen Raum (um alliierte Bombergeschwader rechtzeitig zu erkennen), mit dem Tarnnamen “Minotaurus” errichtet. Nach Beendigung der Kampfhandlungen in Europa wurde der Fliegerhorst Schleißheim durch die Besatzungstruppen der US-Streitkräfte sowie der Bundeswehr weiterhin militärisch genutzt. Ab 1964 verlegte die in Rosenheim aufgestellte “Bundesgrenzschutz-Fliegerstaffel Süd” ihren Stützpunkt nach Oberschleißheim und übernahm die von der Bundeswehr zuvor genutzten Flughallen im Jahr 1981. In dieser Zeit war auch kurzfristig der Intensivtransport-Hubschrauber des ADAC und BRK auf dem Gelände stationiert. In der Gegenwart wird der Fliegerhorst noch von der Bundespolizei (Fliegerstaffel Oberschleißheim) sowie von sechs Luftsportvereinen genutzt, welche ihren Schwerpunkt auf die Restauration von Flugmotoren und Geschichte der Luftfahrt legen.

Unter anderem wurde daraus das Museum “Flugwerft Oberschleißheim” im Jahre 1992 eröffnet. Die Ausstellung dient zugleich als Außenstelle für das Deutsche Museum, dem für den Großteil der Exponate aus dem Bereich der Luft- und Raumfahrt schlicht der Platz fehlte.

Der Flugplatz selbst wird heute als “Sonderlandeplatz Oberschleißheim” bezeichnet und gehört zu den ältesten in Betrieb befindlichen Flugplätzen unserer Heimat, zudem ist er der älteste Flughafen Europas.

Die Büste von Wilhelm „Willy“ Emil Messerschmitt
Die Büste von Wilhelm „Willy“ Emil Messerschmitt

 

Der Besuch

Die Vorfreude unserer Aktivisten wurde natürlich nicht enttäuscht: Schon in der ersten Halle konnten die energischen Besucher mehrere Propellermaschinen und Luftgleiter in Augenschein nehmen. Beim Durchgang in die zweite Halle wurden die Besucher auf die geschichtliche Entwicklung des Fliegerhorstes aufmerksam gemacht, wobei die Aktivisten großes Interesse an den originalen Zeitdokumenten aus den beiden großen Kriegen zeigten.

Ein besonderes Augenmerk wurde auch auf den weltberühmten “Lilienthal-Gleiter” gelegt, welcher mit einem originalen Gestellkreuz des Gleiters zu besichtigen war. Dieser von Otto Lilienthal entworfene und erstmals in Serie gefertigte Flugapparat wurde in den Jahren 1894 bis 1896 für die Summe von 500 Reichsmark angeboten.

Das originale Gestell des berühmten Lilienthal-Gleiters
Das originale Gestell des berühmten Lilienthal-Gleiters

Der höher gelegene Übergang in die zweite Halle gab einen schönen Überblick auf verschiedene Propellermaschinen, Kampfjets der Bundeswehr, der polnischen Armee und auch der amerikanischen Luftwaffe; die Begeisterung der Aktivisten wurde immer größer. Zu sehen waren auch – stellenweise mit gigantischem Ausmaß – mehrere Senkrechtstarter. Ein großes Augenmerk fiel auf eine spanische Weiterentwicklung der berühmten “Heinkel HE 111”, welche während der Kampfhandlungen des letzten Völkerringens der Standardbomber der deutschen Luftwaffe war.

Hubschrauber des ADAC oder des Bundesgrenzschutzes sowie der Prototyp des modernen Eurofighters DA1 (welcher in Manching bei München seinen Erstflug hatte) konnten von den Besuchern ebenfalls begutachtet werden.

Zwei verschiedene Ausführungen der Messerschmitt BF 109E
Zwei verschiedene Ausführungen der Messerschmitt BF 109E

Besonders interessant wurde es, als man die berühmte “Messerschmitt (Me) Bf 109E” zu Gesicht bekam. Der Standardjäger der deutschen Luftwaffe wurde während des gesamten Krieges in mehrfach modifizierter Form hindurch produziert und eingesetzt. Die Baureihe E „Emil“ war hier die erste in großer Stückzahl gefertigte. Ihre Erfolgsgeschichte der bekannten Me 109 begann mit einer Ausschreibung des Reichsluftfahrtministeriums 1934, wo die Entwicklung eines leistungsfähigen Jagdeindeckers (im Vergleich zu den in jener Zeit bereits veralteten Doppeldeckermaschinen) gefordert wurde. Dies gewann die Bf 109 und wurde weiterentwickelt. Beim Internationalen Flugmeeting in Zürich erregte sie durch die überlegene Leistungsfähigkeit bei der ausländischen Konkurrenz großes Aufsehen.Aufgrund dieser enormen Leistungsfähigkeit wurden einige Flugzeuge, ausgerüstet mit dem “Junkers-Motor Jumo210” (Baureihe B) zur Unterstützung der Legion Condor im Spanischen Bürgerkrieg gegen die Roten Brigaden eingesetzt.

Doch der Höhepunkt des früheren Nachmittags war für unsere Aktivisten, als sie das besondere Exponat deutschen Erfinder- und Entdeckergeistes betrachten konnten: vor ihnen stand eine originale Messerschmitt Me 262 A-1a:

Dieses Wunderwerk der Technik ist das erste in Serie produzierte und eingesetzte Jagflugzeug mit Strahlantrieb. Mit einem Gewicht von 6100 kg, einer Spitzengeschwindigkeit von 870 Stundenkilometern (in 6000m Höhe) war der Düsenjäger, seinen Gegnern weit überlegen. Die Bewaffnung von vier Maschinenkanonen Kal. 30mm sowie 24 Luftraketen, verliehen der Me 262 eine immense Feuerkraft. Mit der Me 262 wurde ein Meilenstein in der Flugzeugentwicklung erreicht und die Ära der Düsenjäger eingeleitet.

Eines der ersten Jagdflugzeugen mit Stahlantrieb, die Messerschmitt ME 262 A-1a
Eines der ersten Jagdflugzeugen mit Stahlantrieb, die Messerschmitt ME 262 A-1a

Auf dem Rückweg besuchten die Aktivisten noch ein nahegelegenes Lokal und unterhielten sich bei einem gemütlichen Essen über die atemberaubenden Zeitreise in die Luftfahrtgeschichte unseres Volkes. Begeistert und fasziniert über den Erfinder- und Entdeckergeist unserer Landsleute in der Vergangenheit fühlen sich unsere Aktivisten erneut angespornt, dem Kampf für den Erhalt unserer Kultur und deren Errungenschaften weiter Rechnung zu tragen, um für sie in allen Lebenslagen einzustehen und diese in Zukunft zu erhalten und weiter auszubauen!

 

Fürs Vaterland! – Bereit!

Für die Heimat! – Bereit!

Fürs Volk! – Bereit!





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