Von „erfolglosen Belagerern“ und „Räubern im Wald“

National Revolutionär SozialistischIn einem aktuellen Artikel auf der Netzseite Sezession.de beschäftigt sich Martin Sellner mit der Metapher vom „erfolglosen Belagerer“. Er greift dabei einen Begriff auf, den wir sowohl bei Götz Kubitschek als auch bei Rolf Sieferle finden. Unter dem „erfolglosen Belagerer“ versteht man eine revolutionär ausgelegte Bewegung, die den Widerstand gegen das System zwar aufrechterhält, gleichzeitig jedoch nicht vorankommt. Das liberal-kapitalistische System gibt sich gegenüber solchen Oppositionellen scheinbar duldsam, nutzt den praktisch harmlosen „Belagerungszustand“ jedoch für seine Zwecke. Diese Analyse kann sowohl auf linke wie auf rechte oppositionelle Gruppierungen ausgelegt werden. Der „erfolglose Belagerer“ ist eine zutiefst defätistische Metapher. Die Konsequenz aus dieser Analyse kann nur ein Abtauchen in den Untergrund sein, der „Räuber im tiefen Wald“, um dem System nicht in die Karten zu spielen. Warum diese Strategie grundverkehrt ist:

 

Der „erfolglose Belagerer“

Das liberalkapitalistische System befindet sich heute in einer scheinbar bequemen Situation. Fundamental-oppositionelle Kräfte treffen heute auf wenig Resonanz in der Mitte der Gesellschaft. Freilich, antideutsche und kulturmarxistische Positionen gehören heute fast schon zum guten Ton. Dennoch ist die Linke heute weit davon entfernt, einen wirklichen Systemumschwung zu erreichen. Kommunismus und Anarchie sind Theoreme, die heute allenfalls noch in wenigen vergammelten Studentenbuden diskutiert werden. Linksradikaler Antikapitalismus ist heute vom System absorbiert worden. Die Toten Hosen laufen heute auf MTV, Feine Sahne Fischfilet wird vom Innenminister gefeiert, diverse Politiker bekennen sich zur Antifa und „Wir sind mehr“ in Chemnitz wird von Coca Cola mit Freigetränken unterstützt. Nur mit wirklich extremen Aktionen gelingt es Linksextremisten heute als „verfassungsfeindlich“ wahrgenommen zu werden, nur um nach wenigen Tagen wieder vergessen zu werden.

Nur selten schrecken Repressionen wie die Räumung der „Liebig 34“ die Antideutschen in ihrer Wohlfühlzone auf. Aus solchen Momenten schöpfen Linksextreme ihr Selbstverständnis als vermeintlich rebellische Bewegung. Doch in der Regel werden sogar selbst erklärte Staatsfeinde geduldet, wie das Beispiel der Besetzung des ehemaligen Kulturzentrums „Dete“ in Bremen zeigt. Dort bezeichnen sich Linksextreme selbst als aggressiv und gewalttätig, bedrohten sogar den Hauseigentümer und bekamen zum Dank von der zuständigen Bausenatorin sogar noch Wasser, Gas und Strom kostenlos zugesichert. Für mondäne Großstädte gilt es heute als „en vogue“, sich ein „besetztes Zentrum“ zu halten. Linksextreme können sich also bequem in ihrer Rolle als Belagerer einrichten.

Auch die deutsche „Rechte“ kann seit Jahren allenfalls Nadelstiche gegen das System setzen. Freilich ist die Ausgangslage eine völlig andere. „Rechtsextreme“ gelten quasi als „Teufel in Menschengestalten“, als Erben von blutrünstigen Menschenschlächtern. Im Gegensatz zur linken Opposition verfolgt das System selbst missliebige Facebook-Kommentare mit Hausdurchsuchungen, inhaftiert Menschen für Meinungsäußerungen und zerschlägt zahllose Gruppierungen. Dennoch lässt das System, verglichen mit der DDR, einen gewissen Spielraum offen. So sind Demonstrationen möglich und Parteien werden zumindest nicht von vorneherein verboten. Während in der DDR nationale Oppositionelle schlicht totgeschwiegen wurden, werden Nationalisten in den Systemmedien oft schon aufgrund unspektakulärer Aktionen thematisiert.

Das hat zwei Gründe. Zum einen kann durch eine beinahe schon aufgebauschte „rechtsradikale Bedrohung“ die Bevölkerung in „Hab-Acht-Stellung“ gehalten werden. So wird mit dem alljährlichen Verfassungsschutzbericht wahlweise postuliert, die „Szene“ sei gewachsen oder wenigstens gefährlicher geworden. Nach jedem AfD-Wahlerfolg sehen bestimmte Personen vor ihrem geistigen Auge Lagertore aufschwingen und der „Kampf gegen Rechts“ ist nie ausreichend geführt. Das System braucht diesen Bedrohungszustand, weil es keinen „Antifaschismus“ ohne Faschisten geben kann und weil man vor einem klar umrissenen Antagonisten selbst an Kontur gewinnt. Die Mühlen des Systems mahlen langsam im Kampf gegen den nationalen „Don Quijote“, um den Schein der Toleranz anderen Meinungen gegenüber vor dem Volk zu wahren. Dennoch bleibt festzuhalten, dass das System linksextreme Opposition absorbiert, zumindest aber toleriert, nationale Opposition jedoch perspektivisch vernichten will.

 

Der „Räuber im Wald“

Aus einer defätistischen Sichtweise heraus ist die Rolle des „erfolglosen Belagerers“ kontraproduktiv. Statt dem System zu schaden, es ins Wanken zu bringen, festigt man es sogar noch. weil man als abschreckendes Anschauungsmaterial benötigt wird und als Rechtfertigung für den Überwachungsstaat dient. Weil man die Grundlage für Aussteigerhilfen, Verfassungsschutzbehörden und „zivilgesellschaftliche Vereine“ als vermeintliche Daseinsberechtigung liefert. Alternativ wird ein Rückzug aus der Öffentlichkeit empfohlen. Wo keine „Nazis“ mehr sind, kann es auch keinen Kampf gegen Rechts mehr geben. So könnten verborgene Netzwerke gegründet, in Ruhe Familien groß gezogen werden. Der politische Kampf würde erst dann wieder aufgenommen werden, wenn Aussicht auf eine „erfolgreiche Belagerung“ besteht. Das nationale Lager würde gewissermaßen die Rolle eines Räubers einnehmen, der sich im tiefen Wald vor seinen Häschern versteckt, um diese zu entmutigen.

Tatsächlich ist dieser Ansatz feige und bedeutet letztlich die freiwillige Aufgabe von Optionen für das nationale Lager. Zudem ist ein Erfolg mehr als fraglich. Eine systemimmanente Krise kann plötzlich eintreten. Die aktuelle Corona-Krise kann beispielsweise zu einer verheerenden Wirtschaftskrise führen, von der die nationalrevolutionäre Bewegung profitieren könnte. In diesem Fall ist es jedoch notwendig, als verlässliche Struktur präsent zu sein. Kleine Freundeskreise können diese Arbeit nicht ersetzen. Zudem dürfte der Punkt wohl nie eintreffen, an dem das System keine „Rechtsextremisten“ mehr findet. Es wird immer einzelne „einsame Wölfe“ geben, die das System als Beweis für die Existenz des latenten „Rechtsextremismus“ heranziehen kann und im Gegenzug auch noch so um Unauffälligkeit bemühte Nationalisten mit Repressionen überhäufen. Unterdessen ändert sich zudem an dem schleichenden Niedergang unseres Volkes nichts.

 

Vor die Wahl gestellt zwischen dem „erfolglosen Belagerer“ und dem „Räuber im Wald“ kann es folglich nur eine Entscheidung geben. Angriff!





  • Die Geschichte hat schon oft genug gezeigt, dass erfolglose Belagerer irgendwann wieder abgezogen sind. Aber wir sind immer noch hier. Seit 1945 gibt es Nationalisten die mehr oder weniger in Erscheinung treten. Sie zeigen aber immer, dass sie da sind und ziehen nicht ab. Das wäre ja noch schöner. Das diese Nationalisten geduldet werden, liegt auf der Hand, aber bedeutet auch, dass sie jeder sehen und hören kann. Und dieses passt garnicht, darum versuchen die Medien und die Politik diesen Gruppen den Zulauf erschweren.
    Aber so ganz scheint das nicht zu fruchten, denn auch wenn nicht jeder einer nationalen Partei angehört, werden es immer mehr Stimmen die aufbegehren.

    Wilhelm 26.10.2020
  • Hier liegt ein Mißverständnis vor: Der Autor (Sellner) nennt diesen «Rückzug auf sich selbst» zwar als Gegenkonzept, das jemand anderer vorgeschlagen hatte, verwirft ihn aber (ausführlicher in einem Folgeartikel) weil er ihn für aussichtslos hält: Das, was er «das System» nennt, würde jede solche «Privatorganisation» aufspüren, als politischen Gegner auffassen und letzlich eliminieren. Stattdessen schlägt er vor, den grundsätzlichen Widerspruch dieses Systems, nämlich die Notwendigkeit demokratischer Legitimisierung von etwas, das dem angeblichen Wahlvolk in Wirklichkeit alternativlos vorgegeben wird und dessen Akzeptanz dort gewaltsam durchgesetzt wird, wo sie auf andere Weise nicht Fuß fassen kann, dazu zu benutzen, es in einer Art Resonanzkatastrophe zum Einsturz zu bringen: Durch Einfordern von Demokratie und Meinungsfreiheit soll die Abwesenheit beider für eine «kritische Masse» der Bevölkerung offen sichtbar gemacht werden (meine Formulierung).

    2020 kommt einem diese Idee etwas surreal vor, denn das zu allen in Artikel 1 – 19 des Grundgesetzte aufgeführten Rechten ein zusätzlicher Absatz «außer die Regierung will aus Gründen, die sie für gut ausgibt, etwas anderes» dazugehört ist mittlerweile hinlänglich klargeworden. Die Masse des Stimmviehs interessiert es nicht groß, wenn dazu in ganz klassischer Weise ein «äußerer Feind» konstruiert wird (die «Pandemie»), zu dessen Abwehr alle für notwendig gehaltenen Maßnahmen legitim sind. Es gibt eben kein Recht auf freie Religionsausübung das noch nicht mal unter Gesetzesvorbehalt steht, es gibt lediglich das Recht zu einer Regligionsausübung, die die Regierung für «gesundheitlich unbenklich» hält. Um das Sicherzustellen, kann sie essentiell beliebiges anordnen. Es gibt auch kein Recht zur freien Entfaltung der Persönlichkeit, sondern lediglich eine Erlaubnis, während eines bestimmten Teil des Tages manchen Aktivitäten nachzugehen. Auch hier wird bis ins letzte Detail auf dem Verordnungswege geregelt, welche Aktivitäten erlaubt sind und wann sie stattfinden dürfen. Dh (um Sellners Begriffe zu benutzen), daß «System» hat überhaupt kein Legitimationsproblem damit, offen gegen alle sehr repressiv vorzugehen: Es dient angeblich dem Schutz des Lebens und da haben alle anderen Belange zu schweigen (Diese Forderung wird auch genau so erhoben: Wo jemand sein eigenes Leben gefährdet wähnt, darf niemand anderer mehr legitime Ansprüche anmelden. Spaßigerweise nennt sich dieser krasse Egoismus «Selbstlosigkeit»).

    RW 25.10.2020
  • Auch hier hat das System vorgesorgt. Selbst wenn es keine latente Rechtsextremistische Bedrohung oder ( Zitat oben) “einsame Wölfe” mehr geben sollte, schafft man sich welche.
    Es gab und gibt genügend Beispiele dieses Systems wo Kameradschaften gegründet wurden, Parteien unterwandert etc.
    Die Liste der V-Leute ist lang beim VS.

    Dieses zu erkennen kann man auch Angriff nennen.

    EST66 25.10.2020
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