
Um die Corona-Pandemie einzudämmen, wird der sogenannte „Teil-Lockdown“ in Deutschland voraussichtlich bis kurz vor Weihnachten verlängert. Die Ministerpräsidenten der Länder einigten sich am Montagabend darauf, dass die bislang bis Ende November befristeten Maßnahmen zunächst bis zum 20. Dezember fortgeführt werden sollen – ungehört oppositioneller Ansichten. Ebenso ist die Rede von der Verschärfung der bisherigen Maßnahmen.
„Das Robert-Koch-Institut ist politisch gesteuert“
In einem Fernseh-Interview mit ZDF heute kritisierte der Kölner Professor Matthias Schrappe die Corona-Maßnahmen scharf. Die Politik verliere sich in ständigen Entscheidungen über die Frage: Verlängerung des „Teil-Shutdowns“, ja oder nein, so der Professor. Kritik brachte der Infektiologe auch dem RKI entgegen. „Das Robert-Koch-Institut ist politisch gesteuert und dem Bundesministerium für Gesundheit untergeordnet. Wir sind im Bereich der Mutmaßung, es werden Grundrechte eingeschränkt, ohne dass wir verlässliche Zahlen haben. Ich halte das als Wissenschaftler und Bürger für ein Unding, dass wir ohne eine feste Zahlenbasis zu solchen Maßnahmen schreiten.“
Erhobene Daten sind nichtssagend
Schrappe definiert in dem Interview zwei große Problembereiche: die Dunkelziffer bei Corona-Infektionen und die Vernachlässigung von Risikogruppen hinsichtlich der bisherigen Maßnahmen. Die Dunkelziffer sei extrem hoch, weil es sich um eine asymptomatische Krankheit handele, bei der viele Träger nichts von ihrer Infektion wüssten. Demnach könne man mit den erhobenen Daten und Antikörper-Studien nur kumulative Schätzungen vornehmen – aber dafür nichts über das akute Infektionsgeschehen in Deutschland aussagen.
„Wir testen 1,5 Millionen Leute pro Woche und haben dann meinetwegen 120.000 Test-Positive – aber wenn man 2,5 Millionen Leute testen würde, wie viele Infizierte hätten wir dann?“, so Schrappe weiter. „Das hat keine Basis. Diese Zahlen sind das Papier nicht wert, auf dem sie geschrieben werden.“
Wissenschaftler fordern Kurswechsel
Ebenso forderte Schrappe einen Kurswechsel in Bezug auf Risikogruppen und ältere Menschen, etwa in Pflege- oder Seniorenheimen. Man müsse insgesamt eine differenzierte Betrachtung von Schutzmaßnahmen auf den Weg bringen, so der Professor.
Ein neues Vorgehen im Kampf gegen die Pandemie könnte zu einem Umschwung der Stimmung in der Bevölkerung führen. Dabei könne viel Positives entstehen. Aber die Politik versuche es erst gar nicht, kritisierte Schrappe. Stattdessen verliere sie sich in ständigen Entscheidungen über die Frage der Verlängerung des Teil-Shutdowns.
Am Mittwoch (25.11.2020) beraten die Länder-Chefs mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) über weitere Maßnahmen und Einschränkungen für die Bürger. Offen ist bislang unter anderem noch, ob die Anti-Corona-Maßnahmen ab 20. Dezember immer um jeweils 14 Tage verlängert werden sollen, wenn das Infektionsgeschehen nicht deutlich abnimmt.
Unmut der Bevölkerung wächst
Unterdessen wächst der Unmut in der Bevölkerung über die willkürlichen Verbote des Söder-Regimes. So demonstrierten in vielen bayrischen Städten wie in Aichach, Nürnberg und in Regensburg tausende Menschen gegen die Corona-Maßnahmen, wie die Polizei mitteilte. In Nürnberg fanden sich am Sonntag, den 22. November, ca. 1000 Menschen für einen Schweigemarsch zusammen. Eine Gegenkundgebung gab es hier nicht (siehe auch Schweigemarsch gegen Corona-Maßnahmen in Nürnberg).

„Nein! zum zweiten Lockdown“, hieß es etwa auf Transparenten in Regensburg. Die Veranstalter hatten in beiden Fällen 2000 Teilnehmer angemeldet, die Behörden beschränkten die Zahl auf die Hälfte. Bei einer Gegendemonstration kamen in Regensburg lediglich 100 Menschen zusammen.
[i] https://www.zdf.de/nachrichten/politik/corona-strategie-alternative-schrappe-100.html













