Gastbeitrag: „Volk“ folgt notwendig aus Geist und Kultur des Menschen

Der Gastbeitrag stammt von Dr. Gunther Kümel.

Das Bekenntnis zum Volk („Nationalismus“) ist mehr als nur eine gute Idee unter vielen.

Zunächst beruht Heimatliebe auf einer biologischen Gesetzmäßigkeit.

Es gibt ein angeborenes, spezielles System von Nervenzellen, die „Spiegelneuronen“. Sie machen es möglich, sich in den anderen einzufühlen, ihn zu verstehen und sich mit ihm zu identifizieren. Sie vermitteln die Empathie, stellen einen gemeinschaftlichen Resonanzraum bereit und haben große Bedeutung für das soziale Leben und das Weltverständnis. [Siehe Michael Birthelm, „Komm heim ins Reich“ (S.403), dort viele Gedanken von HORST MAHLER]

Spiegelneuronen bewirken im Neugeborenen durch Blickkontakt das Gefühl der Vertrautheit mit der Mutter. Allmählich wird dieses Gefühl der Vertrautheit dann auf die Familie ausgeweitet, auf die Umgebung, auf die Heimat, auf den Kulturraum, in dem die gleiche Sprache gilt wie daheim.
Ist das Bekenntnis zu Heimat und Volk aber zulässig; oder notwendig als Grundlage sozialen Lebens, als rationales Konzept der Politik? Ist dieses Bekenntnis „menschengemäß“? Das ist die Frage nach der eigentlichen Natur des Menschen. Das ist die Kernfrage des Humanismus.

Die essentielle Eigenschaft des Menschen ist seine geistige Dimension, Vernunft, Verstand, Spiritualität. Geist entfaltet sich aber ausschließlich im geistigen Austausch zwischen Personen, und nicht alleine deshalb, weil der Mensch auch ein soziales Wesen ist. Selbst das Genie, das im Stillen gewaltige Gedankengebäude zimmert, bedarf des geistigen Austauschs; vom Erlernen der Muttersprache an ist der Gedankenaustausch die Grundlage seines Wirkens.

Die Frucht des geistigen Austauschs sind Sprache, Philosophie, Religion, Kunst, Wissenschaft, Lebensart und Brauchtum, materielle Zivilisation.
Die Gesamtheit aller dieser Werke des Geistes ist eine Kultur. Sie ist das Ergebnis der gemeinsamen geistigen Entwicklung von Menschen einer Gruppe über viele Generationen. Diese Kulturgemeinschaften sind die Völker; ihre Kulturen sind unterschiedlich wie die Stilrichtungen in der Kunst. Die Völker sind die ausschließlichen Träger der Kulturen als Bausteine der Weltkultur.

Die Kulturen entwickeln sich und werden von einer Generation auf die nächste übertragen (“Tradition”). Schon wegen der der Jahrhunderte übergreifenden Dauer gemeinsamer geistiger Entwicklung sind Völker mehr als Kulturgemeinschaften, sie sind auch Siedlungs-, Herkunfts- und Schicksalsgemeinschaften, und, wegen des durch Spiegelneuronen vermittelten gemeinsamen Bedeutungsraumes, Vertrauensgemeinschaften.

Nationalismus beruht also auf der Anerkennung der Kulturfähigkeit, dem eigentlich Menschlichen. Das Bekenntnis zum Volk, zur Kulturgemeinschaft ist deshalb die Grundlage jeder humangerechten Weltanschauung. Eine Abkehr von diesem Grundsatz bedeutet eine Abkehr von der menschlichen Kultur, und deshalb eine Abkehr vom eigentlichen Wesen des Menschen.

Die Linke dagegen stellt an die Spitze ihrer Überlegungen ökonomische Zusammenhänge: „Erst kommt das Fressen“.

Das BRD-Grundgesetz beruht auf der Wahrung der „Menschenwürde“, also ebenfalls auf der Kulturfähigkeit des Menschen. Träger der Kultur ist das Volk, folglich: „Staatsziel die Erhaltung, Behauptung und Entwicklung der deutschen Kulturgemeinschaft“. Konsequent fordert Grundgesetz, Art.56, alle Politik sei nach dem „Wohle des Deutschen Volkes“ auszurichten, sein Nutzen müsse gemehrt, „Schaden von ihm gewendet“ werden.

Das abendländische Christentum beruht auf seinem Gottesverständnis: „Gott ist Geist“ (Joh.4,24). Der höchste Wert im christlichen Wertgefüge ist also der Geist, an dem der Mensch Anteil hat: denn Gott hat am Menschen keine Grenze. Der Geist des Menschen entfaltet die Kultur, ihr Träger ist das Volk.

Die Lehre des Humanismus, das BRD-Grundgesetz, und auch das Christentum sind also „völkisch“, sie fordern die Anerkennung des Volkes als hohen ethischen Wert.





1 Kommentar

  • Hier könnte man sich auch mal fragen, wie sehr der Effekt der Coronapolitik, diesen geistigen Austausch wenigstens nach Möglichkeit zu verkomplizieren insofern er nicht vollends unterbunden werden kann, eigentlich eine Nebenwirkung ist: Das Objekt dieser Politik ist der Mensch als von allen sozialen Bindungen losgelöstes Einzelwesen, dem nahegelegt wird, jeden anderen als potentiell lebensgefährdenden Virenträger zu betrachten und sich selber für einen zu halten.

    Das ist eigentlich an Menschenverachtung kaum noch zu überbieten.

    RW 12.04.2021

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