Gastbeitrag: Mordplanungen und Massenmorde im 20. Jahrhundert (Teil 1/3)

Der Gastbeitrag stammt von Dr. Gunther Kümel

Es ist erschreckend: Kriege halten die Weltmächte für ein legitimes Mittel ihrer Machtpolitik! Seit 1945 wurden etwa 300 Kriege geführt, die 25 Millionen Opfer forderten, über 85 % davon Zivilisten (1). Allein im Jahre 1992 wurden 52 Kriege verzeichnet. Auch millionenfacher Massenmord an Unschuldigen, Ausrottung und Vertreibungen sind gängige Mittel, auch von modernen Demokratien, auch in neuester Zeit. Die moderne Völkermorddefinition umfaßt bereits die Planung, eine Gruppe von Menschen zu vernichten; Vernichtung einer Führungselite ist Politizid oder Ethnozid. Es gibt ein ganzes Lexikon der Völkermorde(2).

 

 

Delikt Massentötung, Genozid und Vertreibung

Im britischen Krieg gegen den Burenstaat deportierte 1901 der Generalstabschef der britischen Armee die wehrlosen Angehörigen der im Feld stehenden Buren in riesige Hungerlager in einem Trockengebiet und brannte ihre Farmen nieder. Von den 120.000 Frauen und Kindern starben mehr als 25.000 an Hunger, Durst, fehlender Versorgung und Krankheiten. Dies war im 20. Jh. der Ausgangspunkt und Auftakt für die Deportation in Konzentrationslager von Zivilisten in Russland, Kanada, Polen, Japan, CSR, Australien, China, Deutschland, USA, Frankreich, Österreich, Großbritannien und vielen anderen Staaten.

1908 gab der belgische König Leopold den Kongo ab, den er 23 Jahre lang als seinen Privatbesitz versklavt und ausgeplündert hatte. Handabhacken war eine übliche Methode zur Disziplinierung und Bestrafung. Seine extrem brutale Herrschaft hatte 15 – 25 Millionen Menschen das Leben gekostet („Kongogräuel“).

Sieben Jahre später ermordeten die „Jungtürken“ (geleitet von „Dönmeh“) nach akribischen Ausrottungs-Planungen etwa 1 ½ Millionen armenische, assyrische und griechisch-orthodoxe Christen. Großbritannien verursachte den Tod von bis zu 800.000 Deutschen durch die Hungerblockade nach dem Waffenstillstand im WKI. 1923 verfügten die Demokratien die Vertreibung von 1 ½ Millionen Christen aus Kleinasien, die schon 1500 Jahre dort gesiedelt hatten, bevor die Türken in Anatolien einfielen.

Lenin, Stalin, Mao, Pol Pot mordeten durch Terror im Bürgerkrieg, Gulag, Holodomor, Kulakenausrottung weit über 100 Millionen Menschen, zumeist Angehörige ihrer eigenen Völker. Lew Kopelew bezifferte die Zahl der Opfer allein in der SU mit 120 Millionen, wobei er die im WKII durch (hinter der Front aufgestellte) „Sicherungstruppen“ Ermordeten und alle Opfer mitzählt, die indirekt durch Stalins Regime ums Leben gekommen sind. Dem Kommunismus fielen in China 65 Millionen, in Afrika 1,7 Millionen, in Afghanistan 1,5 Millionen, in Nordkorea 2 Millionen, in Kambodscha 2 Millionen, in Vietnam 1 Million und in Lateinamerika 150.000 Menschen zum Opfer(35).

Polen, von den Mittelmächten 1916 neu begründet, unternahm es 1939 nach dem erzwungenen (präventiven) Einmarsch der Deutschen, die Millionen umfassende deutsche Minderheit auszurotten, die schon seit 1918/23 hart bedrängt und dezimiert worden war. Dank dem raschen Vormarsch der deutschen Truppen konnte der Großteil der Deutschen gerettet werden, oft in letzter Minute. Etwa 6000 Menschen wurden umgebracht. Dasselbe widerfuhr Polen von seiten der Sowjetunion 1940, als Stalin den Mord an rund 25.700 Intellektuellen unter den polnischen Kriegsgefangenen befahl(26,27).

Der Angriff mit Kernwaffen vernichtete in Japan Hunderttausende an Zivilisten. Millionen von indischen Muslimen und Hindus wurden 1947/48 im Bürgerkrieg massakriert.

Im Biafrakrieg 1966 -70 wurden zwischen 1 und vier Millionen Zivilisten ermordet. Die indonesische Armee rottete seit 1975 einen großen Teil der Bevölkerung von Osttimor aus. Der afrikanische Stamm der Hutu ermordete mit Macheten eine Million Tutsis. „Befriedung“ im Korea- und Vietnamkrieg bedeutete vielfach Ausrottung. Die Korea-, Vietnam- und Irakkriege kosteten 10-15 Millionen Menschen das Leben.

Engländer, Holländer, Franzosen und Portugiesen bombardierten Eingeborenendörfer in ihren Kolonialkriegen und verursachten Millionen Tote unter den Zivilisten, auch nach 1945/50. Die Verwendung von jahrzehntelang persistierendem Agent Orange und der gentoxischen Uranmunition („Tödlicher Staub“(60)) durch die USA in ihrer Serie von unprovozierten „humanitären“ Angriffskriegen war genozidal.

 

Die Rolle von Winston Churchill

Churchill war dafür bekannt, daß er bei Kriegsplänen eine niedrige Hemmschwelle hatte (10,40). Churchill, Gespräch mit Heinrich Brüning, 1934: „Deutschland muß wieder besiegt werden, und dieses Mal endgültig!“(62).

Massenmorde schienen für ihn zum normalen Geschäft des Krieges zu gehören (4, S.406), und Vertreibungen gegenüber war er auch nicht zurückhaltend. Durch strategische oder operative militärische Begabung ist er allerdings keineswegs bekannt geworden(56). Im Jahre 1940 wollte er sowjetische Ölfelder mit Doppeldeckern angreifen lassen(61).

Churchill war für Planung und Einsatz von Giftgas und Milzbrand-Sporen gegen Russland (Interventionskrieg 1918), Indien und Deutschland verantwortlich: „Ich bin sehr dafür, Giftgas gegen unzivilisierte Stämme zu gebrauchen.“ (5,8)

Während der erpresserischen Hungerblockade gegen das Deutsche Reich nach dem Waffenstillstand 1918 ließ er die gesamte Fischausbeute Norwegens aufkaufen und auf englischen Feldern als Dünger verrotten, nur damit sie den Hunger der Deutschen nicht mildern konnte.

Nur Stunden nach der englischen Kriegserklärung 1939 machte Hitler ein Angebot: Sofortiger Rückzug der Truppen aus Polen, Reparationen für die bisher entstandenen Kriegsschäden, internationale Konferenz zur Beratung über das Korridorproblem. Die Staatsoberhäupter von Holland, Belgien, Frankreich und den USA rieten zur Annahme. Aber Churchill sorgte dafür, daß weder das Unterhaus noch das englische Volk davon Kenntnis erhielten(48).

Das Volk in Großbritannien zeigte durch Einsendungen an die Regierung, Streiks und sogar Sabotage, daß es keinen Krieg wollte. 150.000 Kriegsgegner wurden ins Gefängnis geworfen(52). 1939-40 unternahmen viele Staaten, namhafte Politiker, Wissenschaftler und Wirtschaftsgrößen eine Reihe von Versuchen, den drohenden Krieg abzuwenden oder nach dem Ausbrechen zu beenden(58,59). Holland, Belgien, Luxemburg, Schweden, Norwegen Finnland, Rumänien, der Vatikan, Spanien, sogar ansatzweise die USA traten mit Friedensvorschlägen hervor oder unterstützten die Initiativen anderer Staaten. Churchill torpedierte sie alle, und es war auch Churchill, der durch eine prononcierte Kriegsrede den Erfolg von Hitlers Friedensrede nach der Neutralisierung Polens verhinderte(58).

1940 plante Churchill, die Bevölkerung Italiens von Albanien aus mit vergiftetem Essen zu versorgen, Minister Hugh Dalton verhinderte die Ausführung(9).

Churchill verantwortete 1943 die Vernichtung und den Abtransport von Nahrungsmitteln aus Bengalen durch die Briten mit der Folge von 1,5 – 4 Millionen Hungertoten. Das berührte jedoch die selektiv relativierende Weltmeinung nicht: „Angesichts des gigantischen weltweiten Zusammenpralls ist der Hunger in Bengalen eine zu vernachlässigende Größe.“(34). Die Hindus seien ein „bestialisches Volk mit einer bestialischen Religion“ (Churchill lt. Wikipedia), „ein widerliches Volk“, ihr Aussterben sei längst fällig und er wünschte, sie durch ein paar Bomber auszulöschen(3, S. 406).

Bei Kriegsende wiederholte Churchill frühere Aussagen: Die Deutschen brauchten den Osten ihres Landes nicht mehr, da im Jahre 1946 ohnehin 6-7 Millionen Deutsche umkommen würden(35). Es war auch Churchill, der der wichtigste Urheber der Vertreibung war(33).

 

Planungen: Ausrotten, Vertreiben, oder bloß Seelenmord?

Das Tagebuch von John Colville(3), des Sekretärs von Chamberlain und Churchill, nennt Details. Als Kriegsziel empfahl bereits 1939 einer der (nicht gänzlich einflußlosen) Teilhaber des Bankhauses Rothschild, Lionel, nach dem Krieg sollte Deutschland den Juden überlassen werden, die Deutschen seien unter den anderen Völkern aufzuteilen(3, S.31). Ähnliche Gedanken machten sich maßgebliche Männer der USA während des Krieges.

Der Nobelpreisträger Ernest Hemingway, der sich nach dem Krieg ungestraft mit gravierenden Kriegsverbrechen rühmte: „Deutschland sollte man nach dem Kriege so gründlich zerstören, daß wir es für hundert Jahre nicht mehr zu bekämpfen haben, aber überhaupt nicht mehr, wenn richtig aufgeräumt wird. Das kann wahrscheinlich nur durch Sterilisation geschehen.“ (L. Leher: Das Tribunal).

Auch der 31-jährige Theodore Kaufman entwarf 1941 den Plan („Germany must perish“ (15)), die Deutschen und Österreicher durch Zwangssterilisation als Volk zu vernichten und das Staatsgebiet aufzuteilen(16). Das sei eine recht humane Methode, die Operation sei kurz und relativ schmerzfrei. Nach der Sterilisierung seien Bücher, Zeitungen und Nachrichten in deutscher Sprache zu verbieten, Deutschunterricht in den Schulen entfalle, Deutsch zu sprechen solle verboten werden. Daß die Deutschen aus Europa verschwänden, würde keine nennenswerte Lücke hinterlassen, ähnlich dem Verschwinden der Indianer in Amerika: „Ich glaube, daß die Juden eine Mission im Leben haben … Lassen Sie uns alle Deutschen sterilisieren und die Weltbeherrschungskriege werden ein Ende haben!“(14).

1943 forderte der pressewirksame Harvard-Gelehrte (Rassentheoretiker, Primatologe) Hooton die „Umzüchtung“ und Auslöschung der Deutschen; zusätzlich Umvolkung durch Reduzierung der Geburtenrate, Deportation der deutschen Männer zur Zwangsarbeit und massenhafte Ansiedlung von Nicht-Deutschen(17).

Eine scheinbar humanere Variante, den Seelenmord, vertrat 1944 Louis Nizer(18). Dieser Plan bestand darin, eine geistige Auslöschung, „Umerziehung“ von bisher nicht vorstellbaren Dimensionen am deutschen Volk zu vollziehen. Für alle Altersstufen solle ein Zwangsunterricht eingeführt werden: „…es geht darum, das geistige Fundament eines ganzen Volkes zu zerstören und diesem einen neuen Charakter einzuprägen“. Eisenhower, der auf den Rheinwiesenlagern eine Million Deutsche verhungern ließ, verteilte als Oberbefehlshaber das Buch an seine höheren Offiziere. Höchstrangige alliierte Politiker wie Churchill, Vansittart, Eisenhower und Truman stimmten dem Buch vorbehaltlos zu.

Der US-Finanzminister fügte alle diese Vorschläge zum Morgenthau-Plan zusammen, der dann in die Besatzungs-Direktive JC1067 gefaßt und so (ohne die Urheber-Bezeichnung) verwirklicht wurde(24): “Um den Preis der Freiheit muß man auch den Tod von 30 Millionen Deutschen durch Verhungern in Kauf nehmen“(63). Eine Zuteilung von 2.000 Kilokalorien täglich für arbeitende Deutsche erschien ihm viel zu hoch, Roosevelt stimmte begeistert zu: Deutschland müsse hart angepackt werden, und er meine damit ausdrücklich das deutsche Volk, nicht bloß „die Nazis“: „Man muß die Deutschen entweder kastrieren oder sie so behandeln, daß sie nicht erneut Leute in die Welt setzen, die so handeln wollen, wie sie es in der Vergangenheit getan haben(41)“ „Ich bin … nicht gewillt, zu sagen, wir beabsichtigten NICHT, die deutsche Nation zu vernichten(20)“.

 

Fortsetzung folgt…

 

(1) American Journal of Public Health, Vol. 104, No. 6, June 2014

(2) Gunnar Heinsohn: Lexikon der Völkermorde, Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1998

(35) Stephane Courtois et alii: Das Schwarzbuch des Kommunismus: Unterdrückung, Verbrechen und Terror, Piper-Verlag, 2004

(26) Der Brockhaus in fünf Bänden, 8. Auflage, 1993, ISBN 3765316385, Stichwort Katyn

(27) Hoffmann Joachim: Stalins Vernichtungskrieg 1941-1945. Verlag für Wehrwissenschaften, München 1995.

(60) Wagner Frieder: Deadly Dust – Todesstaub: Uran-Munition und die Folgen https://youtu.be/GTRaf23TCUI

(62) Wellems Hugo, Oltmann Reinhard: „Deutschland ausradieren“. Arndt 2003

(4) Hugh Dalton, The Second World War Diary of Hugh Dalton, 1940-45, Cape, London 1986, S. 105, 406

(61) „Der Spiegel“: 42, 1973, Bomben auf Baku

(5) „Winston Churchill: The Power of Words. His Remarkable Life Recounted Through His Writings and Speeches“, Da Capo Press, 2012, S. 176f.

(8) https://verschwiegenegeschichtedrittesreich.wordpress.com/2019/12/15/churchill-wollte-die-deutschen-mit-der-milzbrand-bombe-ausrotten/

(48) Buchanan Patrick: Churchill, Hitler und der Unnötige Krieg, Pour le Merite 2008.

(58) Meiser Hans: Gescheiterte Friedensinitiativen 1939-45, Grabert, 2004

(59) Schlie Ulrich: Kein Friede mit Deutschland, Langen-Müller 1994

(9) Scheil Stefan: Churchill, Hitler und der Antisemitismus, Duncker& Humblot, Berlin 2009, S. 98, 99, 123.

(34) Losurdo Domenico: Kampf um die Geschichte. Der historische Revisionismus und seine Mythen, Köln 2007.

(3) John Colville: Downing Street Tagebücher 1939-1945, Siedler, 1988

(35) Stephane Courtois et alii: Das Schwarzbuch des Kommunismus: Unterdrückung, Verbrechen und Terror, Piper-Verlag, 2004

(33) De Zayas Alfred M.: Die Angloamerikaner und die Vertreibung der Deutschenaus Ost-Mitteleuropa, Beck, München 1977, S.128

(15) Kaufman Theodore N.: Germany must perish!, Newark, N.J., 1941

(16) https://de.metapedia.org/wiki/Datei:Kaufman-plan.jpg

(14) The Canadian Jewish Chronicle, September 1941, Seite 6

(17) Hooton E.A: “Breed war strain out of Germans”. New York daily newspaper PM. Januar 1943

(18) Nizer Louis: What To Do With Germany, Ziff&Davis, Chicago 1944

(24) Irving David: Der Morgenthauplan,1944/45, Amerikanische Deutschlandpolitik, Bremen 1986

(63) Ahrens Hanns: Demontage: Nachkriegspolitik der Alliierten, München1982, S.18

(41) Blum John Morton: Deutschland ein Ackerland, Düsseldorf 1968, S.215

(20) Bacque, James: Verschwiegene Schuld, Die alliierte Besatzungspolitik nach 1945, Pour le Merite, Selent 2002.





1 Kommentar

  • Die Erfindung der sogenannten «internationalen Rechtsordnung» durch die Siegermächte des 2. Weltkriegs hat nichts daran geändert, das Krieg ein legitimes Mittel der internationalen Politik geblieben ist. Es wurden lediglich (mal wieder) andere Maßstäbe für «gerechte» und «ungerechte» Kriege eingeführt, an denen sich aber auch niemand stört.

    RW 03.06.2021

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