Gastbeitrag: Mordplanungen und Massenmorde im 20. Jahrhundert (Teil 2/3)

Der Gastbeitrag stammt von Dr. Gunther Kümel

Der Berater des US-Präsidenten Samuel Rosenman schloß sich der Forderung von Clemenceau von 1937 an, es seien „20 Millionen Deutsche zuviel auf der Welt“. Er kündigte 1945 den Tod von 20 Millionen Deutschen an: „20 Millionen Deutsche müssen sterben!“(13, S.355).

Der starke Mann des britischen Außenministeriums, oberster Regierungsberater Robert Vansittart, forderte in seinen regelmäßigen Rundfunkansprachen die Ausrottung („extermination“) von 40 Milllionen Deutschen(9). Auf den Konferenzen von Teheran, Kairo und Jalta war offen davon die Rede, 50.000 -100.000 führende Wehrmachtsoffiziere („commanding staff“) physisch zu liquidieren(23). Stalin schlug die summarische Erschießung von 50.000 vor, sogar Churchill protestierte, Roosevelt machte den Kompromißverschlag, sich auf 49.000 zu beschränken. Weiter gingen Vorschläge der USA: es seien etwa 100.000 Deutsche zur Erschießung zu selektieren(42).

Es war offensichtlich, daß in den obersten Etagen der Alliierten 1945 nicht an eine normale Besatzungsherrschaft in Deutschland gedacht wurde und schon gar nicht an „Befreiung“, sondern zunächst einmal an Machtpolitik, Massentötung und Austreibung: „Die Deutschen … sollten … unschädlich gemacht werden“(51).

 

Militärdiktatur im besetzten Deutschland

Die Befugnisse einer Besatzungsmacht regelt die Haager Landkriegsordnung. Danach hätten die Alliierten die öffentliche Ordnung und das öffentliche Leben wiederherstellen müssen, und zwar unter Beachtung der in Deutschland bestehenden Gesetze. Leben und Eigentum der Deutschen hätten geachtet, der Bestand öffentlicher Güter treuhänderisch verwaltet werden müssen. Beschlagnahme und Vernichtung von Kulturgütern sei untersagt und müsse geahndet werden. Besondere Schutzgesetze gelten für die Kriegsgefangenen.

Roosevelt hatte zur Rechtfertigung seines out-of-area-Krieges gegen Deutschland und Japan die Rhetorik von 1917 bemüht, die Welt müsse „sicher gemacht werden für die Demokratie“. Nach dem „Krieg, der alle Kriege beenden würde“, solle ein „verbindliches Völkerrecht“ stehen. Als dann endlich die „bedingungslose Kapitulation“ erzwungen werden konnte, war von „Demokratie“ und „Völkerrecht“ schon lange nicht mehr die Rede: vier Wochen nach der Waffenniederlegung (am 5. Juni 1945) wurde die autoritäre Regierungsform Deutschlands durch eine absolute Militärdiktatur der Alliierten abgelöst. Die Herrschaft wurde dem Oberkommandierenden der Alliierten, dem Deutschenhasser Eisenhower übertragen; der „Kontrollrat“ und die „Alliierte Hohe Kommission“ führten die Maßnahmen durch. Die Alliierten haben nach der Kapitulation den Krieg einfach fortgesetzt, nun gegen die Zivilbevölkerung(28): der „Nachkrieg“ des WKII, der länger dauerte und etwa dreimal mehr deutsche Opfer forderte als der Weltkrieg selbst.

Schon die Verhaftung der Nachkriegsregierung und die Errichtung der Militärdiktatur stellte ein Völkerrechtsdelikt dar. Die Alliierten hatten unter völligen Mißachtung der Kriegsgesetze Krieg geführt, etwa durch Angriffe auf unverteidigte Städte und Dörfer, Zerstörung von Wohnstätten und Kunstdenkmälern, Bekämpfung der Zivilbevölkerung, Abwurf von Flüssigkeits-, Phosphor- und Napalmbomben, Vorbereitung zum Gaskrieg und biologischer Kriegführung. Deutsche, die die Waffen streckten, wurden oft gefoltert, geblendet, entmannt und ermordet(27, 43).

Nach der Kapitulation kannte die kriminelle Energie der Alliierten, Ost und West, erst recht keine Grenzen mehr. In jedem einzelnen Punkt der Gesetze über die Pflichten und Rechte einer Besatzungsmacht handelten sie unter offenem Bruch allen geltenden Rechtes und überkommener Menschlichkeit. Auf der Konferenz von Jalta vereinbarten Roosevelt, Stalin und Churchill, die besiegten Deutschen hätten umfangreiche „reparations in kind“ zu leisten, also Zwangsarbeit – damit wurde die Sklaverei in Europa offiziell von den Alliierten wieder eingeführt. Etwa 2,5 Millionen Reichs- und Volksdeutsche wurden zur Sklavenarbeit gezwungen und teils quer über die Kontinente verfrachtet. Ein Viertel dieser Menschen überlebte dies nicht(22). 11 Millionen Kriegsgefangene und 1,7-2 Millionen Zivilverschleppte leisteten 7,3 Milliarden Zwangsarbeitstage, Wert weit über eine Billion Euro(42).

 

Mord an Gefangenen

Während des Krieges hatten die Westalliierten Gefangene relativ gesetzeskonform behandelt, wenn auch sich ergebende Soldaten (auch von den demokratischen Mächten) vielfach einfach niedergemacht worden waren(27, 38, 39). Nach der Kapitulation änderte sich die Praxis vollständig.

Den 10-12 Millionen deutschen Gefangenen wurde 1945 ihr Rechtsstatus aberkannt und eine Kategorie vollständig rechtloser Kreaturen neu erfunden: „disarmed enemy forces“ (DEF). Das Internationale Komitee des Roten Kreuzes hat damals verlangt, daß diese Menschen weiterhin gemäß der Konvention von 1929 behandelt werden – die Amerikaner und Briten haben sich allerdings einen Dreck darum geschert. Durch die schlechte Behandlung kamen in den meisten Kriegsgefangenenlagern der westlichen Alliierten viele der Gefangenen um. Ungeschulte Gefangene wurden zum Minenräumen gezwungen, in Frankreich, in Dänemark(31,32); Hunderte fanden den Tod.

Die „Rheinwiesenlager“ nahmen eine Sonderstellung ein. Fünf bis sechs Millionen Deutsche werden auf sumpfigen Wiesen entlang des Rheins (Überschwemmungsgebiet) in Stacheldrahtverhaue getrieben, darunter Verwundete und Amputierte, an Zivilisten Frauen, Kinder und alte Leute. In diesen „Cages“ gab es keinerlei Infrastruktur, keine Baracken, Zelte oder Unterstände, Latrinen, Waschräume oder wenigstens Wasserstellen, weder Schlafpritschen noch Decken, keine medizinische Versorgung und oft tagelang weder Nahrung noch Wasser.

Eisenhower hatte den Befehl ausgegeben, die Gefangenen unter freiem Himmel zu belassen: „No shelter!“. Wenn die Einwohner der Dörfer, selbst darbend, den Gefangenen einiges Eßbares bringen wollten, warfen die GI’s alles auf einen Haufen, übergossen die Lebensmittel mit Benzin und zündeten sie an. Vielfach wurden solchen Helfern Tod durch Erschießen angedroht, Helfen wurde ausdrücklich durch Erlaß der Kommandantur verboten. Hilfszüge des Roten Kreuzes mit Lebensmitteln, Decken, Zelten und medizinischer Ausrüstung durften nicht entladen werden und mußten in die Schweiz zurückkehren. Zuweilen wird auch ohne ersichtlichen Anlaß in die Menge der Gefangenen geschossen.

Die Gefangenen hausen trotz Kälte, Regen und Schnee auf nacktem Boden, im Schlamm. In den Depots sind Zelte, Medizin, Lebensmittel reichlich vorhanden. Die Gefangenen graben sich Erdlöcher, um ein wenig geschützt zu sein. Es geschieht, daß Bulldozer durch die Lager fahren und Erdlöcher samt den darin vegetierenden Gefangenen zuwalzen.

Der kanadische Historiker James Bacque beziffert in seinem Werk „Der geplante Tod“ die Zahl der Todesopfer in diesen Lagern mit etwa einer Million(19). Zusätzlich forderten die Zustände in den Gefangenenlagern der Sowjetunion, Polen und Jugoslawien weitere 1,5-2 Millionen Opfer.

 

Geplante und inszenierte Hungerkatastrophe

In seinem zweiten zeitgeschichtlichen Werk „Verschwiegene Schuld“ beschreibt Bacque das zweite monströse und vorsätzliche Verbrechen der Amerikaner und Franzosen gegen die deutsche Zivilbevölkerung in der Zeit der Militärdiktatur(20):

Viele Wohnhäuser waren zerstört, die Menschen hausten hungernd und frierend in Kellern und Ruinen. In dieser Situation unterwarf die Besatzungsmacht die Deutschen einem akribisch geplanten systematischen Aushungerungs-Programm. Wie nach dem WKI wurde der Import von Lebensmitteln durch Blockade verhindert. Die Fischereiflotte durfte nicht auslaufen, teilweise wurden die Fischerboote gesprengt. Die Sieger konfiszierten deutsche Vorräte an Lebensmitteln und transportierten Lebensmittel, Vieh, landwirtschaftliche Maschinen in großen Mengen ab. Kohle und Nutzholz war im Wert von 1,8 Milliarden Reichsmark abzuliefern.

Ausländischen Regierungen wurde die Erlaubnis verweigert, den deutschen Zivilisten zu helfen. Hilfstransporte des IKRK durften nicht entladen werden. Die Herstellung synthetischer Fette wurde verboten. Es gab umfangreiche Produktions- und Ausfuhrverbote, um zu verhindern, daß die Deutschen Lebensmittel im Ausland kaufen konnten. Die gesamte Flotte an Handelsschiffen wurde gestohlen, ebenso wie jegliches Auslandsvermögen. Als Tagesration wurden den Deutschen vielfach nur tausend Kalorien gestattet, mitunter nur 400(30). Erfrierungen, Hungerödeme, Tuberkulose, Mangelkrankheiten waren endemisch. Die Kindersterblichkeit in Berlin lag bei 100 Prozent, in manchen deutschen Kinderkrankenhäusern mußten wegen totalen Mangels an Nahrung durch Triage 25-50 Prozent der Kinder geopfert werden. Opfer dieser Hungerkatastrophe nach James Bacque: 5,7 Millionen Zivilisten.

 

Vertreibung

Etwa die Hälfte des Staatsgebietes Deutschlands in den (allein völkerrechtlich relevanten) Vorkriegsgrenzen wurde auf andere Staaten aufgeteilt, darunter das Sudetenland, Elsaß, Österreich, Südtirol und die Ostgebiete, Kornkammer und Standort der Schwerindustrie. Die lange geplante und stets von Roosevelt geförderte Vertreibung(26, 21) und Verschleppung wurde unter aktiver Mitwirkung der Westmächte befohlen. Sie stellte den umfassendsten und grausamsten Genozid aller Zeiten dar. Die Drecksarbeit wurde den „Alliierten fürs Grobe“, den Sowjets, überlassen. Sie gestalteten den Einmarsch in die deutschen Gebiete als gigantischen Massenmord durch ihre durch die Mordpropaganda Ilja Ehrenburgs aufgehetzte Soldateska. Mord, Brandstiftung, Plünderung, Vergewaltigung wurden dermaßen zur gewohnten Beschäftigung der einrückenden Soldaten, daß sie an der Oderlinie nicht einhielten. Demmin (Vorpommern) wurde kampflos eingenommen und zur Plünderung und Vergewaltigung freigegeben, anschließend niedergebrannt. Die Befreier wüteten so unbeschreiblich, daß Tausende Selbstmord begingen. Gleichartiges ereignete sich in vielen mitteldeutschen Städten. Der Einmarsch der sowjetischen Truppen in das kleine Gebiet Ostösterreich brachte über 60.000 einheimischen Zivilisten den Tod.

Die CSR-Exilregierung (Benesch) hat 1943 die bereits seit dem 19. Jh. geplante Vertreibung der Deutschen aus Böhmen 1943 als „totale Endlösung“ (sic!) gefordert: „ . . das Ende des Krieges wird mit Blut geschrieben werden…Schlagt sie, bringt sie um, laßt keinen am Leben!(29)“ Betroffene waren die Deutschen aus den Ostgebieten und dem Sudetenland, den Streu-Siedlungsgebieten in Polen, Rumänien, Jugoslawien und der Sowjetunion (Schwarzmeer-, Wolhynien- und Wolgadeutsche), insgesamt über 20 Millionen Menschen nach der Analyse der Historiker(21). 2,8-3 Millionen Deutsche wurden Opfer bestialischer Greueltaten bei der Vertreibung und in Tausenden von Konzentrationslagern in Polen, Jugoslawien und der CSR. Die Frauen unter den Vertriebenen erlitten Millionen von Vergewaltigungen.

 

Fortsetzung folgt…

 

Zum Nachelsen: Teil 1

 

(13) Stauffer Paul: ‘Sechs furchtbare Jahre …’, Schwabe Verlagsgruppe,1998

(9) Scheil Stefan: Churchill, Hitler und der Antisemitismus, Duncker& Humblot, Berlin 2009, S. 98, 99, 123.

(23) Foreign Relations of the USA. Diplomatic Papers: The Conference at Cairo and Teheran 1943, S.553 f.

(42) Nordbruch Claus: Der deutsche Aderlaß, Grabert, Tübingen 2001, S.61

(51) Die Welt, 07.05.2005, S. 9

(28) IMT, Band XIX, S. 397; zitiert in: Historische Tatsachen Nr. 27 „The Allies are still technically in a state of war with Germany, although the enemy’s political and military institutions have collapsed. As a military tribunal, this Tribunal is a continuation of the war effort of the Allied nations.“

(27) Hoffmann Joachim: Stalins Vernichtungskrieg 1941-1945. Verlag für Wehrwissenschaften, München 1995.

(43) Kern Erich, Balzer Karl: Alliierte Verbrechen an Deutschen, Schütz 1982

(22) Kurowski Franz: Bedingungslose Kapitulation, Inferno in Deutschland 1945, Druffel, Leoni 1983.

(27) Hoffmann Joachim: Stalins Vernichtungskrieg 1941-1945. Verlag für Wehrwissenschaften, München 1995.

(38) Seidler, Verbrechen an der Wehrmacht, Pour le Merite1997

(39) De Zayas Alfred: Die Wehrmacht-Untersuchungsstelle, Universitas 1979

(31) Focus.de Tödlicher Einsatz, 30.11.1998

(32) Leesen Hans-Joachim v.: Dänemark revidiert vorsichtig seine Nationalgeschichte, Preussische Allgemeine 16.01. 1999

(19) Bacque James: Der geplante Tod, Deutsche Kriegsgefangene in amerikanischen und französischen Lagern 1945-46, Frankfurt/M. 1994.

(20) Bacque, James: Verschwiegene Schuld, Die alliierte Besatzungspolitik nach 1945, Pour le Merite, Selent 2002.

(30) Gollantz Victor: In Darkest Germany

(26) Der Brockhaus in fünf Bänden, 8. Auflage, 1993, ISBN 3765316385, Stichwort Katyn

(21) Nawratil Heinz: Schwarzbuch der Vertreibung Das letzte Kapitel unbewältigter Vergangenheit, Universitas, München, 1999.

(29) Nawratil Heinz: Vertreibungsverbrechen an Deutschen, Universitas München 1982, S.53





  • Ein unverzichtbares Quellenwerk zur Widerlegung antideutscher Hasspropaganda .

    Artjom 05.06.2021
  • Man muss zum Abschnitt Vertreibung anmerken, dass die Kriegsverbrechen an den Deutschen zum größten Teil von dem asiatischen Teil von Russland ausgingen.
    Der europäische Teil hatte schon wie im ersten Weltkrieg kein Interesse an einem Krieg mit Deutschen.
    In sämtlichen Ländern in denen Deutsche lebten, begannen nach Kriegsende Gräueltaten. Man machte regelrecht jagt auf Deutsche.
    Wichtige Literatur, Hans Grimm Antwort eines Deutschen, DIE ERZBISCHOFSCHRIFT.

    Wilhelm 05.06.2021

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