Mogelpackung AfD: Selbsternannte Patrioten als Sprachrohr für BRD-Schuldkult und Neostalinismus

Zum 80. Jahrestag des Präventivschlags Deutschlands gegen die Sowjetunion, der im bundesrepublikanischen Geschichtsverständnis durch die Bank weg als „Überfall“ oder „Vernichtungskrieg“ deklariert wird, haben sich die etablierten Systemparteien wenig überraschend als ihre eigene Geschichte beschmutzende Nationalmasochisten geriert, die sich bedingungslos zu Fürsprechern der damaligen alliierten Feindmächte machen. Bemerkenswert ist dabei, dass die von nationalen Kreisen oft als einzig verbliebene „Alternative“ angesehene AfD dabei nicht etwa nur keine Ausnahme bildet, sondern die restlichen Parteien in ihrer russophilen Liebedienerei gar noch übertrifft. Der AfD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Alexander Gauland etwa sprach in einer Rede zur Debatte des 80. Jahrestages von Unternehmen Barbarossa ganz nach dem gängigen, vermittelten Geschichtsbild der Umerzieher von einem „Vernichtungskrieg im Osten“ und meinte, das Ansehen der deutschen Wehrmacht wäre aufgrund ihres soldatischen Gehorsams für alle Zeiten beschmutzt worden.

Wahrheitswidrig griff Gauland alle gängigen antideutschen Mythen der sowjetisch-stalinistischen Propaganda in einer Opfer-Täter-Umkehr einseitig auf. Kein Wort über Stalins Fackelmännerbefehl, der jene verbrannte Erde hinterließ, für die Gauland die Wehrmacht verantwortlich macht, kein Wort über den feigen Partisanenkrieg der Sowjets, der jeglichen bisherigen Grundsätzen des internationalen Kriegsrechts ebenso widersprach wie der Einsatz von Politkommissaren, auf den die deutsche Führung im Bewusstsein seiner Folgen für deutsche Kriegsgefangene vorausschauend mit dem Kommissarbefehl reagierte und kein Wort darüber, dass die deutsche Führung den sowjetischen Angriffsabsichten, die Stalin bereits im Mai 1941 verlauten ließ, nur um Haaresbreite zuvorkam, wie selbst einer von Gaulands Parteikollegen, der Historiker Stefan Scheil, einräumt1. Als echten Stalin-Versteher gab sich Gauland auch in der Bewertung des „Hitler-Stalin-Paktes“ zu erkennen, indem er Stalin als einen vermeintlichen Friedensfürsten darstellte, der Zeit gewinnen musste, um sich gegen angeblich schon 1939 vorliegende Angriffsabsichten Deutschlands vorzubereiten.

Eine andere Sprache als die Mär der friedfertigen und antiimperialistischen Sowjetunion sprechen hingegen der Überfall der Sowjets auf Finnland im Winter 39/40 sowie die sowjetischen Forderungen nach weiteren Territorialerweiterungen in Skandinavien und Südosteuropa, die der sowjetische Außenminister Molotow beim Besuch in Berlin 1940 der Reichsregierung unterbreitete und von Hitler abgewiesen wurde. Selbstverständlich hat Gauland auch diese historischen Tatsachen unterschlagen, denn vor diesem Hintergrund erscheint auch der deutsche Angriffsbefehl im Juni 1941 in einem ganz anderen Licht, den Gauland im Bundestag frech als „Bruch“ jeglicher preußischer und österreichischer Militärtradition bezeichnete und in einen Kontext mit vermeintlich chauvinistischen Absichten Deutschlands gegenüber den Völkern des Ostens stellte.

 

 

Auch den bundesrepublikanischen Schuldkult, der verantwortlich für die katzbuckelige Haltung der BRD in außenpolitischen Fragen ist, verstand Gauland meisterlich ins Gewissen seiner Zuhörer zu reden. „In tiefer Schuld“ sieht Gauland die Deutschen heute noch gegenüber Russland stehen, weshalb es geboten sei, „mit Nachsicht und Toleranz“ dem Putinregime gegenüberzutreten. Und tatsächlich gibt es neben den Altkommunisten wohl kaum eine andere Partei, die sich von den neostalinistischen Tendenzen in Putin-Russland so entzückt zeigt und sogar deren Geschichtsschreibung 1:1 übernimmt, wie die AfD. Während die Altparteien im Bundestag nach wie vor die USA und die übrigen angloamerikanisch geprägten Staaten des Westens als „Brüder“ ansehen, von denen man sich 1945 mittels Bombenteppichen gerne „befreien“ ließ, so steht die AfD lediglich auf der Seite der anderen Siegermacht, deren Rote Armee 1945 vergewaltigend und mordend in die östlichen Gaue Deutschlands einfiel und heute noch Gauland zum Abschluss seiner Rede Anlass dazu gab, von der bedingungslosen Niederlage und ihren Folgen mit „Dank und Freude“ erfüllt zu werden.

Dass die AfD sich um das Vermächtnis und Opfer der kämpfenden deutschen Truppen einen feuchten Kehricht schert, hat auch der AfD-Bundestagsabgeordnete Tino Chrupalla deutlich unter Beweis gestellt. Bei seinem Besuch auf dem Roten Platz in Moskau gedachte er mit einer Kranzniederlegung den gefallenen russischen Soldaten, ohne überhaupt nur das Opfer des unbekannten deutschen Soldaten mit einer Silbe zu erwähnen. Offenbar ist die „Versöhnung“, von der die AfD in ihren Erklärungen spricht, nur eine sehr einseitige, denn eine ähnliche offizielle Geste von russischen Abgesandten an deutschen Soldatengrabmälern hat es bisher nie gegeben.

Würde es russischen oder amerikanischen Abgeordneten etwa einfallen, bei einem Deutschlandbesuch einen Kranz für den gefallenen Feldgrauen an einem Wehrmachtsdenkmal oder deutschen Soldatenfriedhof abzulegen? Nicht einmal das hat wohl Chrupalla bei seinem Russlandbesuch geschafft. Und während die russische Regierung jüngst damit begonnnen hat, neue Zensurgesetze zu erlassen, um Kritiker der stalinistischen Politik während des 2. Weltkrieges zum Schweigen zu bringen, träumen die russophilen AfD-Politiker bereits von einer „gemeinsamen Zukunft“ Deutschlands und Russlands, in der Deutschland wohl die gleiche Rolle eines unterwürfigen Vasallen behalten würde, wie in der jetzigen Konstellation einer nicht souveränen BRD unter der Fuchtel der USA. Der Weg der Mogelpackung AfD führt uns also nur vom Regen in die Traufe.

Es ist Zeit, den Dritten Weg zwischen USA-Hörigkeit und neobolschewistischer Putin-Schmeichelei zu gehen und für ein selbstbestimmtes und souveränes Deutschland in einer von außereuropäischen Fremdmächten befreiten europäischen Eidgenossenschaft einzutreten!

 

Quellen:

1Stefan Scheil: „Präventivkrieg Barbarossa“, Kaplaken 26, Verlag Antaios, Schnellroda 2011





  • “…die restlichen Parteien in ihrer russophilen Liebedienerei…”

    Und was mit eurer Liebdienerei mit der NATO, äh, ich meine Ukraine!?

    Frage 12.07.2021
  • Diesen Schuh sollte man sich gar nicht erst anziehen: Bereits die Siegermächte des ersten Weltkriegs versuchten ihrer gewaltsamen Neuaufteilung Europas dadurch Ewigkeitscharakter zu verleihen, das «der Krieg» (gegen uns oder unsere Weltordnung) «geächtet» wurde. Daran hat sich seitdem nichts geändert und Kriege werden trotzdem geführt, nur anders begründet.

    RW 11.07.2021
  • Es wäre diplomatischer gewesen, gemeinsam mit Putin den Zentralfriedhof zu besuchen und an den dortigen Kriegsgräbern der dt. und russ. Gefallenen, eine Gedenkveranstaltung abzuhalten und sich dann als Zeichen des Friedens, die Hände zu reichen.
    So aber konnte Putin dank der FPÖ aller Welt zeigen, daß er als Vertreter einer Siegermacht erscheint.

    Isegrim 11.07.2021
  • In Ö. ist das nicht anders. Als im Juni 2018 Putin zu Besuch in Wien war, war es ihm wie immer ein Bedürfnis, am sow. Siegesdenkmal einen Kranz niederzulegen.
    Die von der FPÖ nominierte Außenministerin Kneissl begleitete ihn und FPÖ-Verteidigungsminister Kunasek ließ hierfür die Garde des Heeres antreten.

    Isegrim 11.07.2021
  • Danke für diesen wirklich wichtigen Beitrag , der längst überfällig war und hoffentlich den letzten AfD -Jewtin-Trumpenstein-Q-Onan Jüngern die Augen öffnet! Jeder der nach diesem Artikel noch an seiner Latrinenpropaganda für obengenannte Schmieren Komödianten festhält ,kann daher getrost als U-Boot bezeichnet werden , das unter feindlicher Feldpostnummer dahin dümpelt!

    Peter 11.07.2021

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