Gedenken an die Heimatvertriebenen auch in der Ostmark

Bereits ab 1939 befasste sich die tschechische Exilregierung mit Plänen für einen „Bevölkerungstransfer“ der Deutschen und die dafür nötige internationale Zustimmung. Im tschechisch-sowjetischen Freundschafts- und Beistandspakt vom Dezember 1943 war die Vertreibung der Deutschen bereits feststehende Tatsache. Eduard Beneš äußert dazu am 27.10.1943 in einer Rundfunkansprache an die tschechische Bevölkerung: „In unserem Land wird das Kriegsende mit Blut geschrieben werden. Den Deutschen wird mitleidlos und vervielfacht alles heimgezahlt werden …“ und weiter am 03. Februar 1944 vor dem Staatsrat im Exil: „Der Umsturz in der Heimat müsse gewaltsam, eine gewaltige Volksabrechnung mit den Deutschen,…ein blutiger, unbarmherziger Kampf sein.“

Am 12. Mai 1945 verkündete Beneš in Brünn, dass „wir das deutsche Problem in der Republik definitiv ausräumen müssen“ und am 16. Mai 1945 am Prager Altstädter Ring:

Es wird nötig sein, vor allem kompromisslos die Deutschen in den tschechischen Ländern und die Ungarn in der Slowakei zu eliminieren“.

Am 3. Juni 1945 sagte er in Tabor:

Ich erteile allen Mitgliedern des Nationalausschusses strengen Befehl, unseren Leuten im Grenzgebiet Platz zu verschaffen. Werft die Deutschen aus ihren Wohnungen und macht den unsrigen Platz!  Alle Deutschen müssen verschwinden! Was wir im Jahre 1918 schon durchführen wollten, erledigen wir jetzt!  Damals schon wollten wir alle Deutschen abschieben. Deutschland war aber noch nicht vernichtet und England hielt uns die Hände, jetzt aber muss alles erledigt werden!
Kein deutscher Bauer darf auch nur einen Quadratmeter Boden unter seinen Füßen haben, kein deutscher Gewerbetreibender oder Geschäftsmann darf sein Unternehmen weiterführen! Wir wollten das auf eine etwas feinere Weise zur Durchführung bringen, aber da kam uns das Jahr 1938 dazwischen. All dessen muss sich jedes Mitglied des Nationalausschusses bewusst sein und rasch handeln!
Der Öffentlichkeit muss ich noch bei den “Drei Großen” die Bewilligung einholen, aber das ändert nichts mehr, denn es ist schon alles beschlossen.“

 

Die Südmährer-Gedenkstätte in Poysdorf

Und so kam es dann auch. Insbesondere für die deutschen Einwohner von Brünn und der umliegenden „Sprachinsel“. Am Abend des 30. Mai 1945 wurden diese auf ca. 40.000 geschätzten Deutschen gezwungen, binnen einer halben Stunde ihre Wohnungen zu verlassen und sich an vorgegebenen Plätzen zu versammeln. Dort wurden ihnen ihre Wertsachen abgenommen und sie mussten über die Wiener Reichsstraße in den sowjetisch besetzten Teil der Ostmark fliehen. Dieser Marsch wurde vor allem von den tschechischen Arbeitern der „Brünner Waffenwerke” geplant und organisiert, die sich als ehemals in der Protektoratszeit Privilegierte dadurch nun gegenüber der übrigen tschechischen Bevölkerung und den neuen Machthabern als „gute Patrioten” beweisen wollten. Auf dem Marsch waren insbesondere die Frauen Übergriffen seitens der tschechischen Milizen und sowjetischen Soldaten ausgesetzt, wobei Vergewaltigungen und Misshandlungen an der Tagesordnung waren.

Das Südmährer-Denkmal in Erdberg

Viele der Vertriebenen waren den Strapazen des Marsches nicht gewachsen. Die zu dieser Zeit Ende Mai herrschende große Hitze und die schlechte Wasserversorgung ließ viele zusammenbrechen, worauf sie von den Bewachern kurzerhand liquidiert wurden. Es wurde schließlich Wasser aus einem Bach, in dem schon Leichen lagen, mit ehemaligen Jauchefässern als Wassertanks gebracht, was fürchterliche Folgen hatte und zum Ausbruch der Ruhr führte. Da der Grenzübertritt in die Ostmark zunächst verweigert wurde, wurden die bis dahin Überlebenden in Pohrlitz in Lagerhallen eingesperrt. Dabei kamen täglich ca. 100 Sudetendeutsche ums Leben. Der von den Vertriebenen „Brünner Todesmarsch“ genannte Gewaltexzeß forderte entlang des gesamten Weges von Brünn über Pohrlitz, Unter-Tannowitz, Nikolsdorf, über die Grenze bei Drasenhofen und weiter über Poysdorf und Erdberg nach Wien insgesamt ca. 5.200 Menschenleben. Insgesamt wurden ca. 3 Millionen der über 3,2 Millionen Sudetendeutschen gewaltsam vertrieben. Die Beneš-Dekrete sind bis heute in Kraft.

Das Südmährerkreuz

Zum Heimatvertriebenentag wurden beim Südmährerkreuz und bei der Gedenkstätte Unter-Tannowitz am Gipfel des Schweinbarther Berges in Kleinschweinbarth, in Poysdorf bei der dortigen Südmährer-Gedenkstätte sowie beim Südmährer-Denkmal in Erdberg der Vertriebenen und deren grausamem Schicksal gedacht und Kerzen entzündet.

Wir vergessen euch nicht. Verzicht ist Verrat.

Die Gedenkstätte in Unter-Tannowitz

 

Für`s Vaterland? Bereit!

Für`s Volk? Bereit!

Für die Heimat? Bereit!





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