CIA plante Entführung von Julian Assange

Der amerikanische Geheimdienst CIA erwog während der Ära Trump die Entführung und Ermordung des Whistleblowers Julian Assange. Der Australier gilt als treibende Kraft hinter der Enthüllungsplattform WikiLeaks. Die Organisation veröffentlichte zahlreiche geheime Dokumente, unter anderem über amerikanische Kriegsverbrechen. In den USA droht Assange daher ein Spionage-Prozess und bis zu 175 Jahre Haft oder gar die Todesstrafe. Assange befand sich über mehrere Jahre im Asyl in der ecuadorianischen Botschaft in London. Wie nun bekannt wurde, existierten Pläne der Amerikaner, Assange von dort zu entführen und im Zweifelsfall zu ermorden.

 

Der Fall Julian Assange

Dem Australier Julian Assange verdankt die Weltöffentlichkeit zahlreiche Beweise über das wahre Wesen des amerikanischen Kampfes für „Frieden“ und „Demokratie“. Seine Plattform WikiLeaks enthüllte unzählige amerikanische Kriegsverbrechen im Irak und in Afghanistan. Damit hat sich Assange freilich nicht nur Freunde gemacht. In den USA existiert mit dem „Espionage Act“ ein Gesetz, mit dem nicht nur Spione, sondern seit der Amtszeit von Barack Obama auch verstärkt Whistleblower verfolgt werden. Ein besonderer Dorn im Auge der US-Behörden waren die „Vault 7“ genannten Enthüllungen.

Ab März 2017 hatte WikiLeaks über einen Zeitraum von sechs Monaten Dokumente veröffentlicht, die tiefe Einblicke in die Fähigkeiten der CIA gewährten. So ist es dem amerikanischen Geheimdienst möglich, Webbrowser wie Google Chrome oder Mozilla Firefox, aber auch Autos oder Smart TVs zu manipulieren.

Zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichungen befand sich Julian Assange in der ecuadorianischen Botschaft in London. Zuvor waren fragwürdige Vergewaltigungsvorwürfe gegen den Australier in Schweden erhoben worden. Assange selbst stufte die Anklage als Schmutzkampagne gegen seine Person ein. Er befürchtete, von Schweden an die USA ausgeliefert zu werden. Sein Heimatland Australien bemühte sich offenbar nicht um den Schutz seiner Person.

Die Vault-7-Dokumente sollen insbesondere Mike Pompeo, damaliger CIA-Chef und späterer Außenminister der USA, empört haben. Damalige Angestellte berichten, die Veröffentlichungen hätten ihn zur Weißglut getrieben. Man soll daher diverse Szenarien durchgespielt haben, um Assange in den USA anklagen zu können.

Die Gedankenspiele der CIA lesen sich dabei wie das Drehbuch zu einem schlechten Hollywood-Action-Streifen. Die CIA beschäftigte sich beispielsweise mit Optionen, sollten die Russen versuchen, Assange aus der ecuadorianischen Botschaft nach Russland zu bringen. In den Gedankenspielen ist von Schießereien mit russischen Agenten, gerammten russischen Diplomatenwagen und zerschossenen Reifen russischer Flugzeuge auf dem Rollfeld die Rede. Es wird über die Entführung und mögliche Ermordung Assanges philosophiert.

Der damalige US-Präsident Donald Trump bestreitet, von den Plänen gewusst zu haben. Aus Langley, dem Sitz der CIA, ist ein beredtes Schweigen zu vernehmen. Auch Mike Pompeo äußert sich zu den Vorwürfen nicht. 2019 hatte Ecuador das Asylgesuch von Assange abgelehnt und ihn an die britischen Behörden, die aufgrund eines internationalen Haftbefehls nach dem Whistleblower gefahndet hatten, ausgeliefert. Die Briten sperrten den Australier im Hochsicherheitsgefängnis HMP Belmarsh ein. Eine Auslieferung in die Vereinigten Staaten scheiterte bislang an einer möglichen Suizid-Gefährdung Assanges. Unterstützter von Julian Assange fordern die unverzügliche Freilassung.





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