Feder und Schwert LIX – Die neuen Machtverhältnisse in Afghanistan und was wir daraus lernen können

Lange galten sie als totgesagt. Die Organisation, die Anfang der 2000er Jahre nach den US-imperialistischen Angriffen auf Afghanistan als Sinnbild des Terrors und der Schreckensherrschaft galt und von den westlich-zionistischen Medien zum Buhmann der Welt gestempelt wurde, vor der uns die „Weltpolizei“ in Gestalt von USA und NATO-Vasallen schützen müsste, ist plötzlich zurück, nachdem man die letzten Jahre kaum mehr Notiz von der Taliban genommen hat. Und doch hat es diese Truppe, die als so ein krasser Antagonist zum westlich-liberalen Lebensentwurf erscheint, es dennoch geschafft, Afghanistan binnen weniger Wochen unter Kontrolle und sich an die Macht zurück zu bringen.

Diesem Vorgang, den kaum jemand für möglich gehalten hätte, ging ein Prozess voraus, der schon bald auch in anderen Regionen der Welt eintreten könnte. Das Wanken des Golems, der USA als imperialistischer „Ordnungsmacht“, die ihr hegemoniales Netz während der letzten hundert Jahre nicht nur über Europa, sondern auch über weite Teile Mittelamerikas sowie Vorder- und Südasiens warf, könnte schon bald das Ende der US-Weltherrschaft einläuten. Was dabei passieren kann, hat sich in den letzten Monaten in Afghanistan gezeigt. Die altbekannte Gesetzmäßigkeit im Leben der Völker, dass die Kohäsionskräfte zwischen gleich gearteten Menschen innerhalb eines Volkes zu einer größeren Loyalität zum eigenen Volkstum führen, als zu den fremden, importierten Werten einer fremden Okkupationsmacht, hat sich auch hier wieder bestätigt.

Die ehemalige afghanische Regierungsarmee zeigte kaum den Anflug eines Kampfwillens und ließ die Taliban teilweise kampflos Raumgewinne verzeichnen und Städte einnehmen. Dazu kam, dass große Teile der Landbevölkerung sich eher mit den Taliban solidarisierten, als mit der der Vasallenarmee der NATO-Besatzer, deren „Kampf gegen den Terror“ über Jahre hinweg zahllose zivile Opfer als sogenannte „Kollateralschäden“ gefordert hat. Auch wenn sich die Region Afghanistans nur schwer mit der in Europa vergleichen lässt, so lassen sich gewisse allgemeine Gesetzmäßigkeiten erkennen, was passiert, wenn sich eine fremde Okkupationsmacht zurückzieht oder nur noch schwach aufgestelle Ortskräfte zurücklässt.

 

Afghanistans unverstandenes Volk

Schon seit dem Ende des 19. Jahrhunderts gilt Afghanistan als Spielball für imperialistische Mächte. Mit der 1893 deklarierten Durand-Linie, die vom Außenminister Britisch-Indiens Henry Mortimer Durand und dem afghanischen Emir Abdur Rahman Khan ratifziert wurde, wurde der Keim eines ewig schwelenden Konfliktes gelegt, der Afghanistan nicht nur der Osthälfte seines Territoriums beraubte, sondern auch das Siedlungsgebiet der Paschtunen, deren Ethnie den Hauptanteil der multiethnischen Bevölkerung Afghanistans stellt, zerteilte. Die Paschtunen sind kein gewöhnliches Volk, das etwa als monolithischer Block verstanden werden kann. In etwa 60 Stämme und 400 Unterstämme lassen sich die Paschtunen aufteilen, die allesamt deutliche Unterschiede aufweisen. Gegenüber der Regierung in Kabul zeigten sich diese auf ihre Unabhängigkeit bedachten Clanstrukturen der Paschtunen schon immer rebellisch und waren von den wechselnden, meist von Fremdmächten eingesetzten Regierungen kaum zu kontrollieren.

Auch ist die Mentalität und die Kultur des Paschtunenvolkes kaum vereinbar mit denen westlicher Maßstäbe. Während die christlich durchtränkte Kultur des Westens auf Gnade und Vergebung gegenüber Missetätern ausgerichtet ist, so kennen die afghanischen Paschtunen schon für geringste Kränkungen der Ehre nur die Mittel der Rache und Vergeltung. Selbst untereinander leben die paschtunischen Stämme in ständigen Fehden und Kriegen und nur selten bleibt eine noch offene Rechnung zwischen zwei verfeindeten Clans unbeglichen. Auch sind diese Bewohner der unwirtlichen Bergregionen des mittleren Ostens schon seit 150 Jahren durchweg rebellisch gegenüber jeglicher Versuche der Fremdbestimmung gewesen. Nach den Worten Winston Churchills, der sich bereits 1897 in Afghanistan aufhielt, ist jeder Einzelne Krieger, Politiker und Theologe zugleich. Jedes größere Haus ist eine Festung für sich und jedes Dorf hat seine Verschanzung. So überrascht es nicht, dass die heutige Taliban, die mit einer unglaublichen Zähigkeit über 20 Jahre lang die Okkupation einer technisch überlegenen Großmacht aushielt, sich zu einem Großteil aus Paschtunen zusammensetzt, für die Kriege und Vendetta quasi zur DNS ihres Volkstums gehören.

Verstärkt wurde die Gruppensolidarität und der Ruf nach Vergeltung zudem durch den jahrelang währenden Drohnenkrieg der NATO-Aggressoren, deren unzählige Opfer nicht etwa die Loyalität der afghanischen Bevölkerung, inbesondere der der Paschtunen, zu den Besatzern stärkte, sondern im Gegenteil weiter schwächte. Mit der rücksichtslosen Behandlung der Zivilbevölkerung haben die amerikanischen Besatzer sich nicht nur die Symphatien der Bevölkerung verspielt, sondern den „Terrorismus“, den sie angeblich bekämpfen wollen, selbst gezüchtet. Während die westliche Welt nicht müde wird, auf die fundamentalistische Ausrichtung des Islam als hauptsächliches Charakteristikum der Taliban zu verweisen, so wird dabei vergessen, dass die dem westlichen Verständnis von „Menschenrechten“ zuwiderlaufende Mentalität der Taliban nicht allein im Islam begründet ist, sondern bereits blutsmäßig in der völkischen Artung der Paschtunen.

Während die Welt voller Unverständnis den Kopf schüttelte, als die Taliban innerhalb weniger Wochen die Macht in Afghanistan zurück eroberten, so ist es aus der Sicht lebensgesetzlich denkender Nationalisten keineswegs verwunderlich, dass die Bindungen des gemeinsamen Blutes sich letzten Endes als stärker erweisen als die ideologischen Barrieren, die eine raumfremde Macht innerhalb eines Volkes zu errichten versucht.

 

Der US-Golem im Niedergang

Wo lassen sich daraus Lehren für die Situation der revolutionären, völkischen Kräfte in Europa ziehen? Grob betrachtet befindet sich auch Europa seit 1945 unter der Besatzung des US-Imperialismus, zunächst nur in der europäischen Westhälfte, heute bereits bis an die östlichen Ausläufer. Auch wenn die Amerikaner nicht nur unter dem Vorwand der „Bekämpfung des Terrors“ in Europa eingefallen sind, sondern um den ärgsten weltanschaulichen Widersacher der Weltplutokratie zu zerschlagen und Europa zum Brückenkopf ihrer imperialistischen Bestrebungen ins Innere Eurasiens zu machen, so haben wir auch hier die Situation eines technisch und machtmäßig überlegenen Besatzers, dem eine mit geringen Mitteln ausgestattete Minderheit von Verteidigern der nationalen Hegemonie gegenübersteht. Anders als in Afghanistan hält der Zustand der Fremdherrschaft in der BRD nun jedoch schon seit über 70 statt nur 20 Jahren an.

Dennoch kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich auch der US-amerikanische Klammergriff um Europa einmal lösen wird. Die USA schlittern langsam aber sicher in ein Stadium der Auflösungserscheinungen, ähnlich wie das Römische Reich in seinen letzten nachchristlichen Jahrhunderten, nachdem es auf dem Höhepunkt seiner imperialistischen Macht den eigenen Zenit überschritten hat. Das zunehmende Ausgeborenwerden der weißen Mehrheitsbevölkerung durch Neger, Asiaten und Latinos bei gleichzeitigem Aufgehen immer größerer Teile der weißen Bevölkerung im durchmischten „melting pot“ wird in immer stärkerem Maße die Leistungsträger der US-amerikanischen Misstrauensgesellschaft, die vom Kampf unterschiedlicher Volks- und Rassegruppen geprägt ist, ausdünnen. Geistig-moralische Dekadenz und die Degeneration breiter Bevölkerungsschichten, vor allem auch der weißen Leistungsschicht, tun ihr Übriges.

Zwar besitzen die USA immer noch eine der modernsten und schlagkräftigsten Waffentechnologien der Welt, jedoch nur noch ein über weite Strecken langer Kriege demotiviertes, multiethnisches Söldnerheer, das seinen opfermutigen, fanatischen und weltanschaulich motivierten Gegnern nur noch wenig entgegenzusetzen hat. Der insularen Lage Nordamerikas haben es die USA zu verdanken, dass sich die USA trotz ihrer Verfallserscheinungen vor keinen potentiellen Gegnern zu fürchten haben brauchen, die ihr auf ihrem eigenen Territorium militärisch gefährlich werden könnten. Die Loyalität der US-Bevölkerung zu der Administation in Washington sinkt in immer erheblicherem Maße zu der Einwanderung und Vermehrung nichtweißer Volksgruppen, die nur wenig Verständnis für die krankhafte Israelloyalität der weißen, puritanisch-christlichen Machthaberkaste aufbringen. Himmelschreiende soziale Widersprüche im Inneren, der wachsende Schuldenberg der US-Haushalte und der Niedergang von Industrie und schöpferischer Wirtschaft zugunsten des digitalen Sektors und der Finanzindustrie, auf der das amerikanische Bildungssystem einseitig ausgerichtet ist, werden für weitere soziale Schieflagen, innere Unruhen und eine zerfallende Gesellschaft sorgen.

 

Reconquista Europa – unser Auftrag!

Unter den genannten Umständen wird es dem selbsternannten Welthegemon nicht mehr lange möglich sein, seine Machtbasis in anderen Teilen der Welt zu halten. Die fast schon klägliche Kapitulation in Afghanistan, die der US-amerikanischen Niederlage in Vietnam nur wenig nachsteht, sollte als Signal begriffen werden, dass die Amerikanisierung Europas nicht bis in alle Ewigkeit fortgeschrieben werden muss. Zwar haben die Europäer heute den amerikanischen Kulturimperialismus oftmals schon mit der Muttermilch aufgesogen und sich an das Wertemuster des auf Gewinnstreben und Individualismus ausgerichteten westlichen Liberalismus gewöhnt, jedoch ist das liberale Bürgertum, das als herrschende politische Klasse von den westlichen Besatzern nach 1945 eingesetzt wurde, schwach und feige und würde der direkten Konfrontation mit einer neuen weltanschaulich und kämpferisch ausgerichteten politischen Bewegung entweder aus dem Weg gehen oder über kurz oder lang unterliegen.

Die porösen und bindungslosen Gesellschaftsstrukturen des westlichen Liberalismus, die die US-Besatzer nach Europa exportierten und uns überstülpten, weisen die selben Schwächen und Unzulänglichkeiten auf wie „das Original“ im US-amerikanischen Mutterland. Auch hier in Europa sorgt die zunehmende ethnische Heterogenisierung dafür, dass der Sicherheitsapparat von Staaten mit einer besonders „bunten“ Bevölkerung wie der BRD sich zunehmend aus importierten, neuen „Staatsbürgern“ rekrutieren wird, die nur wenig mit der Loyalität zu einem System anfangen können, in welches sie oder ihre Elterngeneration nicht hineingeboren worden sind und das zudem Werte propagiert, die teilweise im stärksten Widerspruch zum angeborenen Wesen dieser „Eingebürgerten“ stehen.

So ist auch in der BRD und anderen westeuropäischen Staaten mit ähnlichen gesellschaftlichen Auflösungsprozessen und chaotischen Zuständen zu rechnen, wie es der USA in naher Zukunft droht. Als neue Machthabende herauskristallisieren werden sich dabei vor allem jene gesellschaftliche Gruppen, die das höchste Maß an gruppeninterner Solidarität und blutsbedingter Bindungskraft aufweisen sowie von einem ausgeprägten ideellen Bewusstsein angetrieben werden, das die bisherige, in der bürgerlichen Welt übliche Fixierung auf das eigene Ich auf ein Mindestmaß zurückstellt, um den gemeinsamen Gruppeninteressen zu dienen.

So wie rebellische, autochtone Völker in Afghanistan ihre Fremdherrschaft über 20 Jahre ausgesessen haben und nun die Stunde nutzen, um die Besatzer aus dem Land zu jagen, so werden sich ab dem Zeitpunkt, ab dem das Imperium der Ostküste seine Kolonialherrschaft auch in Europa verliert, womöglich auch auf unserem Kontinent Truppen autochtoner Europäer finden, die sich die Macht über ihre eigenen Nationen wieder zurück erkämpfen. Um die Basis für diesen Auftrag zu legen, müssen aber bereits jetzt, in der Phase der noch immer währenden Fremdherrschaft, alle erforderlichen Bedingungen erfüllt werden, um völkisch-nationalistische Bewegungen handlungsfähig zu machen und ihnen vor allem auch das erforderliche weltanschauliche Rüstzeug mit auf den Weg zu geben.

Wird dieser Auftrag verschlafen, so werden andere den ihnen überlassenen Ball aufnehmen und weiterspielen. Denn bekanntlich wird das neue „bunte Europa“ eine Vielzahl von ethnischen Gruppen hervorbringen, die ihre vermeintlich „neue Heimat“ ebenso für sich deklarieren werden wie die angestammten Europäer. Sobald die „Ortskräfte“ der US-Kolonialherren ihre Stellungen verlassen und deren parlamentarisch-demokratischen Marionettenregime auch hier ins Wanken geraten, wird sich zeigen, ob Europas Töchter und Söhne den Willen zur Selbstbehauptung endgültig verloren haben oder bereit sind, ihren Hut noch einmal in den Ring zu werfen. Reconquista oder Untergang!





  • Das sich die afghanische «Demokratie» genau solange würde halten können, bis die NATO-Truppen abrücken, war schon vor 20 Jahren klar. Die einzige Frage hier war eigentlich, ob sich der Präsident ins Ausland absetzen können würde, bevor er an Nadschibullahs Laterne endet. Aber trotzdem ein guter Artikel.

    RW 03.10.2021
  • So ist es. Familie stärken. Weiß ist gut. Wir vermischen uns nicht. Positive Bilder sind stärker als Worte: Blond. Rothaarig. Weiße. Wehrhaft. Stark. Ehre. Treue. Zusammenhalten

    Erik 03.10.2021
  • Sehr schöner Artikel, Lob an den Autor.

    Hans 03.10.2021

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