Stellenabbau bei Michelin: 1.500 Beschäftigte betroffen

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Die niederschmetternde Botschaft für die Angestellten des französischen Reifenherstellers Michelin kam nicht gänzlich unerwartet, was jedoch nichts an der Brisanz der jüngsten Entscheidung des Unternehmens für die betroffenen Mitarbeiter ändert. Gerüchte gab es bereits seit längerem, doch seit kurzem herrscht nun Gewissheit: Michelin wird bis Ende 2025 die Produktion von LKW-Reifen an den deutschen Standorten des Unternehmens schrittweise einstellen. Mehr als 1.500 Mitarbeiter in Deutschland werden von dem damit verbundenen Stellenabbau betroffen sein. Der Konzern mit Sitz im mittelfranzösischen Clermont-Ferrand beschäftigt weltweit ca. 120.000 Mitarbeiter und ist gemessen am Umsatz nach Bridgestone der zweitgrößte Reifenhersteller der Welt. Der Reifengigant verfügt über 68 Produktionsstätten in 17 Ländern.

 

Werkschließungen in Karlsruhe und Trier

Das Unternehmen beabsichtigt, die Werke in Karlsruhe und Trier zu schließen. In Homburg soll die Produktion von LKW-Neureifen sowie Halbfertig-Produkten eingestellt werden, die Runderneuerung von LKW-Reifen wird dagegen in Homburg fortgeführt. Desweiteren will Michelin sein Kundenzentrum von Karlsruhe nach Polen verlegen. Nicht betroffen von den geplanten Stellenstreichungen ist lediglich der Standort Bad Kreuznach, wo PKW-Reifen hergestellt werden. Begründet wird der Entscheid von Michelin mit dem zunehmenden Import von Billigreifen aus Niedriglohnländern, hoher Inflation sowie steigenden Produktionskosten, die vor allem auf höhere Preise für Strom und Gas zurückzuführen sind. Der Reifenhersteller gibt an, hierdurch stark unter Druck geraten zu sein, Marktanteile würden schwinden und die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens sei zunehmend infrage gestellt.

Michelin ist damit der zweite Reifenhersteller, der sich weitgehend aus Deutschland zurückzieht. Das US-Unternehmen Goodyear hatte Ende November angekündigt, die Produktion von Reifen in Fürstenwalde einzustellen und seinen Produktionsstandort in Fulda zu schließen. Davon betroffen sind ca. 1.800 Mitarbeiter.

 

Reifenhersteller verspricht Unterstützung für betroffene Mitarbeiter

Michelin ist offenbar sehr um die Negativschlagzeilen besorgt, zu denen der Entscheid des Unternehmens geführt hat. Die Präsidentin der Region Nordeuropa des Reifenherstellers, Maria Röttger, versuchte angesichts des heftigen Gegenwindes, den das Unternehmen nach Bekanntgabe seiner Entscheidung zu spüren bekam, beschwichtigend auf Kritiker einzuwirken. Röttger hob in einer Verlautbarung das Engagement der Mitarbeiter, die innerbetrieblichen Fortschritte und die getätigten Investitionen in den zurückliegenden Jahren hervor, betonte jedoch zugleich, dass dies alles nicht ausreiche, um den starken Wettbewerbsdruck auszugleichen. Michelin werde die von den geplanten Stellenstreichungen betroffene Belegschaft bei neuen beruflichen Wegen unterstützen. Hierzu sei das Unternehmen im Gespräch mit den Betriebsräten und der Gewerkschaft IG BCE.

Allzu viel sollten die betroffenen Mitarbeiter von diesen vollmundigen Ankündigungen des Unternehmens allerdings nicht erwarten. Bei den Äußerungen Röttgers dürfte es sich um den leicht durchschaubaren Versuch handeln, den Reifenkonzern aus dem Kreuzfeuer der Kritik zu nehmen und dessen Entscheid als bedauerliche, aber letztlich alternativlose Maßnahme hinzustellen. Es dürfte sich um wenig mehr als Lippenbekenntnisse handeln, mit denen die Betroffenen vertröstet werden sollen. Nachhaltige Unterstützung bei „neuen beruflichen Wegen“, wie es das Unternehmen nennt, ist nicht zu erwarten.

 

Standortverlagerung im Interesse der Profitsteigerung

Die geplanten Werkschließungen zeigen einmal mehr die hässliche Fratze des Globalkapitalismus in aller Deutlichkeit. Sofern es der Profitmaximierung dient, sind Standortverlagerungen kein Tabu. Konzerne wie Michelin scheren sich keinen Deut um ihre Mitarbeiter, wenn eine Verlagerung der Produktion ins Ausland aufgrund der dortigen Standortbedingungen satte Mehrgewinne verspricht. Menschliche Schicksale sind nicht Bestandteil des Kosten-Nutzen-Kalküls international agierender Konzerne. Die Prämisse, dass die Wirtschaft dem Menschen zu dienen hat, kann in den Chefetagen rein profitorientierter Großunternehmen keine Gültigkeit beanspruchen. Im Gegenteil, in den oberen Etagen der Unternehmenshierarchie ist ein Bild vorherrschend, das den Menschen zum reinen Produktionsfaktor im Sinne von Humankapital degradiert. Sind die Kosten für diesen Produktionsfaktor aus Unternehmenssicht zu hoch, zieht man weiter und produziert dort, wo ein niedriges Lohnniveau höhere Unternehmensgewinne verheißt.

 

Klimaideologie verschlechtert die Standortbedingungen

Aus dem Blickwinkel von Unternehmen betrachtet, ist Deutschland kein attraktiver Produktionsstandort mehr. Die Rahmenbedingungen haben sich in den zurückliegenden Jahren deutlich verschlechtert. Insbesondere sinnlose Auflagen und Vorschriften, welche die Umwelt- und Klimaideologie der in der Ampel-Koalition bei diesem Themenkomplex tonangebenden Grünen in die Praxis umsetzen, gängeln zahlreiche Unternehmen und führen immer häufiger dazu, dass diese Deutschland als Produktionsstandort infrage stellen. Derartige Vorschriften und Auflagen resultieren in einer erheblichen Verteuerung der Produktion, sind mehrheitlich jedoch völlig ungeeignet, Verbesserungen beim Umwelt- und Klimaschutz zu bewirken. Es sind unausgegorene Schnellschüsse, mit denen die Grünen ihre Wählerschaft zufriedenstellen und die eigenen umweltpolitischen Dogmen trotz fehlender Praxistauglichkeit in die Realität umsetzen wollen.

 

Deutscher Sozialismus jetzt!

So führt ein toxisches Gemisch aus grenzenloser Gier von Großkonzernen und grüner Ideologie letztlich dazu, dass in Deutschland zunehmend Stellen abgebaut werden. Abhilfe schaffen kann eine raumgebundene Volkswirtschaft im Rahmen eines Deutschen Sozialismus, wie sie im Programm der Partei „Der III. Weg“ vorgesehen ist. Eine heimatverbundene Politik stellt den Erhalt und die Förderung unseres Volkes in ihren Mittelpunkt. Statt eines globalen und totalitären Turbokapitalismus, der ausschließlich auf eine Profitmaximierung fokussiert ist, indem höchstmögliche Gewinne bei möglichst niedrigem Lohn zusammengerafft werden sollen, verfolgt die Partei „Der III. Weg“ die Schaffung eines Deutschen Sozialismus, fernab von ausbeuterischem Kapitalismus und gleichmacherischem Kommunismus.Unser Deutscher Sozialismus ist jedoch nicht allein auf eine Wirtschaftsordnung, in welcher die Wirtschaft dem Volk zu dienen hat, reduziert. Der Deutsche Sozialismus zielt auf eine systematische Neuordnung aller Bereiche des politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Lebens ab.

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