
Volkstod
Als Nationalrevolutionäre steht das Volk für uns im Mittelpunkt unseres Denkens. In der deutschen Weltanschauung nimmt es den höchsten Rang ein. Wenn es ein negatives Szenario gibt, das für uns Antrieb und Hauptthema ist, dann ist es der Volkstod. Es sind daher zwei zentrale Faktoren, die in der Kombination immer bedrohlicher wirken. Zum einen ist es das Thema Migration, zum anderen der Geburtenschwund. Die anhaltende Migration nach Deutschland und Europa führt dazu, dass unsere Heimat immer stärker ihr Gesicht verliert. Es gibt Viertel, ja ganze Städte, in denen Deutsche eine Minderheit sind. Es gibt kaum noch einen Ort, in dem es keine Ausländer gibt. Und die Tendenz zur Masseneinwanderung hält an. Der Protest gegen Asylflut, Massenmigration und ihre Auswirkungen ist das häufigste Thema nationalistischer Agitation.
Ebenso einfach wie die Problemstellung ist auch ihre Lösung: Grenzschließung plus Abschiebung. Mit dem zweiten Faktor verhält es sich etwas anders. Zwar ist das Problem, die anhaltend niedrige Geburtenrate, schnell benannt. Die Lösung hingegen ist praktisch etwas schwieriger. Klar: Die Deutschen müssen einfach mehr Kinder kriegen. Aber egal ob finanzielle Anreize, Abtreibungsverbote, Pro-Kind-Propaganda statt Gender-Ideologie, am Ende kann man gesteigerte Geburtenraten nicht erzwingen. Das Problem niedriger Geburtenraten gibt es nicht allein in „westlichen“ Ländern, sondern beispielsweise auch in Staaten wie Polen (Geburtenrate 2025 1,1 Geburten pro Frau), Russland (Geburtenrate 2024 1,4 Geburten pro Frau) oder China (2025 1,02 Geburten pro Frau). Das zeigt, dass es eben nicht allein die Laissez-Faire-Kinderpolitik der BRD ist, die für die niedrigen Geburtenzahlen verantwortlich ist.
Für die Abwendung des Volkstod-Szenarios wäre auch die Lösung von einem der beiden Probleme vorerst ausreichend. Angenommen, Abschiebungen und andere Auswanderungen von Nicht-Deutschen würden im großen Stil stattfinden. Die Geburtenraten würden jedoch niedrig bleiben, so würde sich die Bevölkerungsdichte in Deutschland drastisch reduzieren. Unser Land ist jedoch in der Vergangenheit schon um ein vielfaches dünner besiedelt gewesen. Wir könnten den Aderlass also verkraften. Im anderen Planspiel würden die Geburtenraten von Deutschen stark ansteigen, gleichzeitig jedoch keine großen Auswanderungswellen von Ausländern entstehen. In diesem Fall wäre der Volkstod einfach deshalb abgewendet, weil es wieder viel mehr Deutsche gäbe. Natürlich wäre dies jedoch in dem eng begrenzten Lebensraum, der uns zur Verfügung steht, mit Spannungen verbunden, die langfristig gelöst werden müssten.
Das Volkstod-Thema hat seine Bedeutung zu Recht. Denn sterben wir als Volk aus, so verliert für uns die Frage nach der Zukunft dieses Planeten jegliche Relevanz. Und doch hat der drohende Volkstod an sich kein ausreichend revolutionäres Potenzial.
Zunächst einmal kann man mit dem Szenario des Volkstodes nur dann etwas anfangen, wenn man sich der Existenz des Volkes bewusst ist und es gemäß der deutschen Weltanschauung über Individuum und Staat stellt. Die vorherrschende liberalistische Ideologie führt dazu, dass vielen Deutschen vollkommen egal ist, wie sich die Bevölkerung dieses Landes zusammensetzt. Deutsche, die im liberalistischen Denken verfangen sind, messen ihrer Abstammung überhaupt keine Bedeutung zu. Negative Begleiterscheinungen der Migration, vor allem im Bereich der inneren Sicherheit, können noch immer ausgeblendet werden. Klar, Messerstechereien, Vergewaltigungen und andere Gewaltdelikte durch Ausländer sind keine Einzelfälle. Aber es ist eben auch nicht so, dass sie immer unseren Alltag prägen.
Es gibt viele Deutsche, die weder selbst noch die Personen in ihrem familiären, beruflichen und sozialen Umfeld jemals Opfer solcher Gewalttaten durch Ausländer geworden sind. Man kann sich in manchen Dörfern, Gemeinden, Stadtbezirken noch in Sicherheit wiegen. So lange das System „funktioniert“, ist auch nicht gesagt, das sich das ändern wird. Man kann daher der Illusion anhängen, dass die Gefahr der inneren Sicherheit durch Migration überzeichnet ist. Dazu kommen dann die berufstätigen, „netten“, vermeintlich gut „integrierten“ Ausländer, die die meisten Deutschen kennen. Das ist eine unangenehme Wahrheit, aber man muss sich dieser Wahrheit stellen, wenn man verstehen will, warum die überwiegende Mehrheit der Deutschen diesem System ihre Treue hält. Warum trotz zahlloser Anschläge und berührender Schicksale der einfache Lösungsansatz nicht ergriffen wird.
Die soziale Frage
Historisch gesehen war die soziale Frage oftmals die Triebfeder von Revolutionen. Wachsende Armut auf der einen Seite bei wachsendem Reichtum auf der anderen Seite. Vermögensakkumulation in den Händen der Wenigen. Wir unterscheiden uns als Nationalrevolutionäre von weiten Teilen der politischen Rechten, dass wir dieser Frage hohe Bedeutung zumessen. Im Gegensatz zu marktliberalen bis libertären Kreisen innerhalb des rechten Lagers bieten wir einen interventionistischen Lösungsansatz an. Wir wollen dem Markt eben nicht freie Hand geben, sondern einen Staat, der klare Regeln durchsetzt und soziale Gerechtigkeit garantiert. Wir streben nach einer wahrhaft sozialen Marktwirtschaft und greifen zudem das Problem der Zinsknechtschaft auf.
Doch auch die soziale Frage wird, selbst in Kombination mit dem Thema Innere Sicherheit nicht zum entscheidenden revolutionären Faktor. Freilich: Es gibt relative Armut in Deutschland. Das altbewährte Bild von der auseinanderklaffenden Schere zwischen Arm und Reich hat nicht an Aktualität verloren. Miete, Inflation, steigende Preise für Gas, Strom, Lebensmittel sind gern diskutierte Themen. Aber es gibt eben auch eine augenscheinlich andere Realität. Dafür muss man sich die Lebensverhältnisse großer Teile unseres Volkes ansehen. Es genügt, einfach durch die Straßen unserer Städte und Dörfer zu gehen, um zu erkennen, dass noch immer viel Wohlstand vorhanden ist. Und: Das Bild vom Sozialschmarotzer ist zwar falsch, aber es lässt sich nicht von der Hand weisen, dass selbst Bürgergeldempfänger oftmals erträglich leben. In einer aktuellen Umfrage in Sachsen-Anhalt waren die Themen soziale Ungerechtigkeit und Wirtschaft in ihrer Bedeutung weit abgeschlagen. Das zeigt, dass selbst in den sozial schwächsten Regionen Deutschlands die soziale Frage kaum jemanden auf die Barrikaden treibt.
Wenn aber weder der Volkstod noch die soziale Frage ausreichen, um den Wunsch nach einer Revolution zu wecken, wo liegen dann die größten Probleme unserer Zeit?
Generationen-Ungerechtigkeit
Es gibt drei Themen, die in den politischen Debatten unserer Zeit vielleicht aufgeworfen werden, zu denen aber bislang niemand konsistente Antworten geliefert hat. Das liegt daran, dass diese Probleme komplex, Lösungsansätze in jedem Fall unbequem und daher unpopulär sind. Bislang beschränkt man sich darauf, diese Probleme einfach in die Zukunft zu verschieben. Aber man kann sie nicht aussitzen. Sie werden drängender und drängender und werden irgendwann unbarmherzig ihren Tribut fordern. Gelingt es uns, diese Probleme nicht nur zu benennen, sondern auch Lösungsansätze zu liefern, so haben wir gegenüber allen anderen politischen Strömungen einen entscheidenden Vorsprung, ein Alleinstellungsmerkmal. Wir sagen etwas, was sonst niemand sagt. Über Migration und Soziales sprechen auch andere. Sie bieten Lösungsansätze, die „in die richtige Richtung gehen“. Aber an drei Konstruktionsfehler des Systems wagt sich niemand heran.
Diese Probleme sind: Erstens die Generationen-Ungerechtigkeit. Der aktuelle „Generationenvertrag“ funktioniert längst nicht mehr. Er konnte nicht auf Dauer funktionieren, lediglich eine bestimmte demografische Situation hatte ihm den Anschein eines praktikablen Systems gegeben. Zweitens die ökonomischen und gesellschaftlichen Folgen der Digitalisierung. Millionen Arbeitskräfte sind bereits jetzt im Grunde genommen überflüssig. Mit dem wachsenden technologischen Fortschritt wird der klassische Büro-Arbeiter nicht mehr gebraucht. Diesen Prozess muss der Staat mit Interventionen steuern, um einerseits den Kollaps der sozialen Sicherung und Massenarmut zu verhindern und andererseits Menschen eine sinnstiftende Rolle zu bewahren. Drittens die ökologische Krise. Die Ressourcen des Planeten sind endlich. Doch die wachsenden Ansprüche der Menschheit führen zu einem rasanten Raubbau an der Natur bei gleichzeitiger Zerstörung ganzer Ökosysteme. Das muss langfristig gesehen nicht zu einer Apokalypse führen, aber es ist absehbar, dass es eben nicht für jeden auf diesem Planeten reicht. Die weißen Völker müssen sich ihrer Bedrohung bewusst werden und sich dazu entschließen, einen Überlebenskampf zu führen.
Zunächst wollen wir das Thema Generationen-Ungerechtigkeit näher ausführen. Verschiedene rechte Medienmacher haben über dieses Problem bereits unter Schlagwörtern wie dem „Boomer-Hass“ gesprochen. Die Generation der sogenannten „Babyboomer“, also die letzten Jahrgänge mit hohen Geburtenraten, unterscheidet sich in ihrem Wahlverhalten von anderen Generationen. Sie stellt den stärksten Rückhalt für die sogenannten etablierten Parteien an der Wahlurne. Auch wenn „Boomer“ Probleme durchaus erkennen und benennen, schrecken sie meist störrisch davor zurück, eine Verbindung zwischen dem herrschenden System und den Problemen zu sehen. Das liegt daran, dass diese Generationen in den vermeintlich erfolgreichsten Jahren des Systems geprägt wurden und diese tiefsitzende Prägung ab einem gewissen Punkt kaum noch überwunden werden kann. Entsprechende Aussagen und Verhaltensweisen rufen den „Boomer-Hass“ hervor.
Wir wollen uns an sich mit dem „Boomer-Hass“ nicht gemein machen. Als Nationalisten wollen wir natürlich ein einiges Volk, wir könnten daher niemals eine ganze Generation zum Feindbild erklären. Dennoch kommen wir nicht umhin, das Problem aufzuzeigen und im Interesse unseres Volkes zu lösen. Wir nutzen im Folgenden den Begriff Generationen-Ungerechtigkeit als Arbeitsbegriff, um extreme Terminologien wie den „Boomer-Hass“ zu vermeiden. Die Generationen-Ungerechtigkeit erleben wir in Form einer massiven Umverteilung von den jungen, berufstätigen Menschen zu den Generationen in Rente. Diese Umverteilung ist die Folge des Konzepts des „Generationen-Vertrags“.
Zunächst einmal wird von vielen Menschen das Rentensystem falsch verstanden. Sie gehen davon aus, dass sie sich mit ihrer Lebensleistung Ansprüche erwerben. Sie stellen sich die Rentenversicherung wie eine Bank vor, in der man ein Vermögen aufbaut, das man später einmal abrufen kann. Tatsächlich zahlen die Beitragszahler jedoch für die Rentenbezieher. Der einstmals verhältnismäßig geringe Beitrag zur Rentenversicherung ist also umgehend konsumiert und nicht angespart worden. In den vergangenen Jahrzehnten hat dieses System scheinbar funktioniert. Das liegt daran, dass es verhältnismäßig wenige Leistungsempfänger und dafür viele Beitragszahler gab.
Um eine Population rechnerisch auf einem konstanten Niveau zu halten, bräuchte es eine Geburtenrate von 2,1 Kindern pro Frau. Bis Mitte der 1960er-Jahre wurde diese Ziffer in Deutschland kontinuierlich erreicht. 1965 hatte die BRD eine Geburtenrate von 2,51 Kindern pro Frau, in der DDR wurden 2,48 Kinder pro Frau geboren. Dann setzte der sogenannte „Pillenknick“ ein. Mit der Erfindung neuer Verhütungsmethoden sanken die Geburtenraten schlagartig und drastisch. 1975 lag die Geburtenrate für Frauen in Westdeutschland nur noch bei 1,45 Kindern pro Frau, in der DDR bei 1,54 Kindern pro Frau. In der Ostbesatzungszone ging es zunächst noch einmal bergauf, Ende der 1970er-Jahre wurde die magische Zahl 2,1 beinahe wieder erreicht, die Geburtenrate lag bei 1,94 Kindern pro Frau. Was am Rande bemerkt übrigens trotz einer weitaus liberaleren Haltung im Bezug auf Abtreibungen als in der BRD gelang. Zum Ende der DDR hin glichen sich die Geburtenraten jedoch wieder an und krebsen seit der Teilwiedervereinigung von 1990 auf einem niedrigen Niveau zwischen 1,25 und 1,58 herum. Die geburtenstarken Jahrgänge bis 1965 gehen in den kommenden Jahren in Rente und damit müssen die nachfolgenden Jahrgänge für eine deutlich größere Zahl an Rentnern aufkommen.
Zu diesem logischen Ungleichgewicht tragen noch andere Faktoren bei. Die Lebenserwartung ist in Deutschland stark angestiegen. 1950 lag die Lebenserwartung für Männer in Deutschland bei 64,6 Jahren, bei Frauen bei 68,5 Jahren. Heute liegt sie bei Männern bei 84,6, bei Frauen bei 88,2 Jahren. Was sich seitdem hingegen kaum verändert hat, ist das Renteneintrittsalter. 1950 sind Arbeiter in der Regel mit 65 Jahren in Rente gegangen. Aktuell haben wir in Deutschland die Rente mit 67. Das heißt: 1950 hatten die Menschen 40 Jahre gearbeitet, aber nur 10 Jahre Rente bezogen. Heute arbeiten die Menschen ebenfalls 40 Jahre und beziehen fast 30 Jahre Rente.
2024 wurden in Deutschland 403 Milliarden Euro gesetzliche, private oder betriebliche Rente ausgezahlt. Das ist mehr als der komplette Bundeshaushalt 2024, der bei 384,2 Milliarden Euro lag. Aber damit sind die Kosten für die alternde Bevölkerung noch längst nicht vollständig abgebildet. Es liegt in der Natur der Sache, dass Menschen im Alter anfälliger werden und entsprechend häufiger an schweren Krankheitsbildern leiden. So kommt es, dass ein Großteil der Patienten in den Krankenhäusern hoch betagt ist. Im Zeitraum von 2005 bis 2022 waren nach Statistiken des Bundes Menschen in der Altersgruppe ab 65 Jahren mehr als dreimal so häufig im Krankenhaus wie Menschen in der Altersgruppe zwischen 15 und 45 Jahren. Alte sind zudem nicht nur häufiger im Krankenhaus, ihre Krankenhausaufenthalte sind gleichzeitig auch teurer. Aus dem AOK-Krankenhausreport 2025 geht hervor, dass die durchschnittlichen Krankenhauskosten bei über 80-Jährigen mit 3351 Euro fast siebenmal so hoch liegen, wie bei den unter 60-Jährigen (470 Euro). Und dann sind da noch die Kosten für Medikamente, die zugleich immer teurer werden, für Pflege, für medizinische Hilfsmittel.
Kurzum: Die alternde Gesellschaft ist extrem teuer. Als Nationalrevolutionäre sehen wir Geld lediglich als Tauschmittel an. Im Deutschen Sozialismus gilt die Formel „Arbeit gleich Geld“, also wollen wir uns von der rein monetären Betrachtungsweise lösen. Aber auch dann müssen wir feststellen, dass die Lage problematisch ist. Wir haben einen wachsenden Prozentsatz der Bevölkerung, der keiner Berufstätigkeit nachgeht. Gleichzeitig brauchen wir beispielsweise ein großes Heer an Altenpflegern, um die Versorgung dieser Menschen sicherzustellen. Im Ergebnis stehen wir vor dem gleichen Punkt, dass weniger Arbeitskraft zur Verfügung steht und weniger produziert wird, gleichzeitig mehr Konsumenten durch die Gemeinschaft zu versorgen sind. Das Ergebnis bedeutet, wie man es auch dreht und wendet, dass die verhältnismäßig wenigen Jungen für die verhältnismäßig vielen Alten aufkommen müssen. Die Staatsquote, also das Verhältnis der Staatsausgaben zum Bruttoinlandsprodukt wächst und wächst. Wir müssen nüchtern bilanzieren, dass dies nicht allein an der Umverteilung vom Inland ins Ausland beziehungsweise von Deutschen zu Ausländern liegt, sondern eben ganz massiv auch an der Umverteilung von Jung zu Alt. Aktuell liegt die Staatsquote übrigens bereits bei 49,5 Prozent.
Das ist ein Elefant im Raum. Im Grunde genommen weiß jeder, dass das auf die Dauer nicht gut gehen kann. Dennoch gibt es aktuell keine einzige Partei, die das Problem der Generationen-Ungerechtigkeit benennt, beziehungsweise tiefschürfende Lösungsansätze anbietet. Kein Wunder: Ambitionierte Parteien orientieren sich daran, was dem Wähler schmecken könnte. Solange die Jugend still hält, die Alten aber die wohl wichtigste Wählergruppe stellen, wird sich daran nichts ändern. Bei der Bundestagswahl 2025 war von den 60,5 Millionen Wahlberechtigten jeder Vierte in der Altersgruppe über 70 Jahren, aber nur jeder Achte jünger als 30 Jahre alt. Zudem ist es traditionell so, dass die Wahlbeteiligung mit dem Alter steigt.
Eigentlich müsste die Politik beispielsweise über Rentenkürzungen, Bedarfsprüfungen oder das Streichen von unnötigen, aber kostspieligen Leistungen diskutieren. Doch das Gegenteil ist der Fall: Die aktuelle CDU-Regierung will noch deutlichere Rentenerhöhungen. Die SPD will das Rentenniveau auf mindestens 48 Prozent stabilisieren. Und die AfD hatte im Bundestagswahlkampf angekündigt, das Rentenniveau gar noch auf illusorische 70 Prozent des letzten Nettoeinkommens anheben zu wollen.
Als Nationalrevolutionäre fällt es uns naturgemäß erst mal schwer, ernsthaft über Rentenkürzungen zu diskutieren. Gerade auch, weil wir wissen, dass Altersarmut gleichzeitig eine Realität in unserem Land ist. Aber: Boomer sind in Deutschland die vermögendste Altersgruppe, auch die Alterskohorte darüber verfügt noch über deutlich mehr Geldmittel als die Jungen. Während die Altersgruppe zwischen 25 und 34 Jahren ein Median-Vermögen von 18.700 Euro hat, liegt der Vergleichswert bei der Altersgruppe zwischen 55 und 64 Jahren bei 299.300 Euro, bei der Gruppe zwischen 65 und 74 Jahren noch bei 231.000 Euro und bei der Altersgruppe 75 plus immerhin noch bei 129.500 Euro. Zudem hat die Boomer-Altersgruppe mit 42 Prozent auch die höchste Wohneigentumsquote. Das ist insofern problematisch, weil gerade die jüngeren Alterskohorten, die ja auch die Kinder großziehen sollen, mehr Wohnraum bräuchten.
Systemparteien zielen rein auf das Wählerpotenzial der Alten ab. Wir können aber feststellen, dass die junge Generation schließlich den Wirtschaftsmotor in diesem Land stellt. Trotz demografischer Minderheit hat die Jugend daher den entscheidenden Machtfaktor. Außerdem muss es zu keinem zwangsläufigen Generationen-Krieg kommen. Viele Alte haben durchaus Verständnis für die junge Generation und möchten, dass es ihren Kindern und Enkeln gut geht. So wie es traditionell im Bauernstand üblich war, dass sich Altbauern auf das sogenannte Altenteil beziehungsweise Ausgedinge zurückziehen, so wäre es auch heute mit politischer Überzeugungskraft möglich, Alte zum Verzicht zu Gunsten der jüngeren Generationen zu bewegen.
Es gibt zudem auch eine Hoffnung für eine schmerzlose Lösung des Problems: Der technische Fortschritt sorgt dafür, dass generell weniger Arbeitskraft benötigt wird. Digitalisierung ist einerseits Zukunftspotenzial, andererseits jedoch unsere zweite große Frage.
Digitalisierung
Der technische Fortschritt hat das Leben des Menschen schon oftmals grundlegend umgekrempelt. Besonders die industrielle Revolution stellte einen tiefgehenden Einschnitt dar. Bekannt sind beispielsweise die schlesischen Weber, die durch die maschinelle Fertigung von Textilien quasi über Nacht arbeitslos wurden. Auch im Bauernstand gab es in verhältnismäßig kurzer Zeit starke Veränderungen. Noch 1880 war knapp die Hälfte der Erwerbspersonen in Deutschland in der Landwirtschaft beschäftigt. 2010 betrug der Anteil der Beschäftigten in der Landwirtschaft nur noch zwei Prozent. Schon damals gab es Menschen, die diese Entwicklung kritisch gesehen haben. Bekannt sind die englischen Maschinenstürmer, die beispielsweise damals neumodische Webstühle zerstörten, weil sie ihren Broterwerb durch die Technik gefährdet sahen. Doch auf lange Sicht ging der technische Fortschritt ohne soziale Verwerfungen vonstatten. Wo auf der einen Seite Arbeitsplätze verschwanden, sind auf der anderen Seite ganze Branchen neu entstanden. Aus den Fabrikhallen, den Kohlegruben und von den Feldern sind die Menschen abgewandert in die riesigen Bürohäuser unserer Zeit. Auch der Dienstleistungssektor ist immer größer geworden.
Mit der Digitalisierung, den neuen Möglichkeiten durch Künstliche Intelligenz, steht die Arbeitswelt erneut vor revolutionären Veränderungen. Der „Future of Jobs Report 2023“ prognostiziert allein bis 2027 den Wegfall von 83 Millionen Arbeitsplätzen weltweit. 2015 gab das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit in einer Studie an, dass schon zum damaligen Zeitpunkt (!) bei 13,2 Millionen Beschäftigten 30 bis 70 Prozent ihrer Tätigkeiten durch den Computer erledigt werden könnten. Und bei weiteren 4,4 Millionen Deutschen hätte die Tätigkeit sogar zu über 70 Prozent substituiert werden können. Es sind Berufe wie Historiker, Politikwissenschaftler oder Dolmetscher, die ersetzt werden können, aber die Liste der Berufe, in denen Digitalisierung einen relevanten Einfluss hat, lässt sich beliebig fortführen. Auch der Disponent in der Lagerlogistik kann ersetzt werden. Autonomes Fahren macht den Busfahrer überflüssig. Bauzeichner, Buchhalter, Steuerberater und Kreditprüfer wird es in Zukunft wohl eher nicht mehr geben.
Natürlich entstehen auch neue Stellen. Insbesondere hochspezialisierte Arbeitskräfte in der IT werden zunehmend gefragt werden. Andere Stellen können vielleicht in der Theorie durch Technik ersetzt werden, ihre Substituierung wäre jedoch nicht ökonomisch und ist daher sehr unwahrscheinlich. Relativ sicher sind daher beispielsweise Friseure, Hausmeister, Gärtner und Altenpfleger. Die Stellen, die wegfallen, befinden sich nicht nur von der Entlohnung, sondern auch von der erforderlichen Qualifikation her im mittleren Bereich. Damit ist absehbar, dass die Erosion der Mittelschicht eher zunimmt. Das Problem ist: Wer eine mittlere Qualifikation, einen mittleren Bildungsgrad hat, der wird eher nicht zum kommenden IT-Spezialisten werden. Also wird, lässt man der Entwicklung ungehinderten Lauf, ein Kampf um die bislang eher niedrig entlohnten Tätigkeiten mit einem niedrigen Anforderungsprofil erwachsen. Plump formuliert: Bei McDonalds Burger braten oder Toiletten schrubben kann jeder. Natürlich werden die niedrig qualifizierten Arbeitskräfte in ihrem Segment bleiben wollen, weil sie erst Recht nicht für die hochspezialisierten Aufgaben in Frage kommen. Vertraut man auf den Markt, dürften im Ergebnis sehr viele Menschen künftig in der Wirtschaft nicht mehr gebraucht werden.
Zudem muss man anmerken, dass das Bild von den neuen Arbeitsplätzen, die historisch gesehen überholte Berufe abgelöst haben, nicht ganz stimmt. Die Industrialisierung hat auch dazu beigetragen, dass beispielsweise Arbeiter mehr Feiertage bekommen haben, am Sonnabend daheim bleiben durften oder dass der Acht-Stunden-Tag für viele Menschen Normalität geworden ist. Diese Entwicklungen sind nicht nur auf erfolgreiche Arbeitskämpfe zurückzuführen, sondern auch auf den Fakt, dass einfach weniger Arbeitskraft volkswirtschaftlich gesehen benötigt wurde. Man konnte es sich schlicht leisten, den Menschen mehr Freizeit zu geben. So gesehen muss die Entwicklung durch die Digitalisierung nicht notwendig schlecht sein. Arbeiter könnten beispielsweise generell statt fünf Tagen nur noch vier Tage arbeiten müssen. Auch wenn Arbeitsplätze ganz wegfallen sollten, gibt es viele Tätigkeiten, die Menschen eine sinnstiftende Beschäftigung geben würden. Die Förderung von Selbstversorger-Gärten, die finanzielle Entlohnung von Müttern („Carearbeit“), die Pflege von Angehörigen und viele weitere soziale Aufgaben. Aber, und das ist die Voraussetzung dafür, es bedarf eines stark interventionistischen Staates.
Lässt man den Dingen freien Lauf, werden viele Menschen einfach abgehängt werden. Die Entwicklung könnte dann sein, dass immer mehr Menschen vom Bürgergeld abhängig werden. Das treibt den Sozialstaat weiter auf den Kollaps zu. In jedem Fall stellt sich die Frage, wie die nötigen Anreize geschaffen werden, damit die weiterhin benötigten Arbeiter weiterhin ihren Berufen nachgehen. Es kann auch nicht als sozial gerecht angesehen werden, wenn beispielsweise Bauarbeiter hart schuften müssen, während andere ihr Leben frei von Erwerbstätigkeit ausüben können. Der III. Weg sagt zu Recht: Arbeit adelt und es bedarf eines Rechts auf wie auch einer Pflicht zur Arbeit. Das „Bedingungslose Grundeinkommen“ – siehe: Feder & Schwert LXXVIII – ist kein gerechter Lösungsansatz.
Im Kapitalismus hält sich der Staat vornehm zurück. Der libertäre Ansatz, wie er von weiten Teilen der AfD vertreten wird, würde dem „freien Spiel der Märkte“ und damit zur sozialen Verelendung großer Teile des Volkes noch stärker beitragen. Im Deutschen Sozialismus mit seiner raumgebundenen Volkswirtschaft hingegen gibt es diverse Möglichkeiten, wie der Staat Stellen schaffen kann. Es könnten beispielsweise handwerkliche Tätigkeiten subventioniert werden. Statt billiger IKEA-Ware aus China könnten wieder vermehrt hochwertige Möbel hergestellt werden. Im Zuge der nationalrevolutionären Autarkie-Bestrebungen könnten große landwirtschaftliche Anlagen geschaffen werden, in denen regionales Obst und Gemüse erzeugt wird. In Gärtnereien könnten sehr viele Menschen von ihren Anlagen her Unterbringung finden. Und nicht zuletzt steht die finanzielle Entlohnung von Altenpflegern oder Müttern, die mit einer gestiegenen Wertschätzung dieser Aufgaben einhergeht. Die ersten beiden Entwicklungen könnten jedoch durch ein Szenario obsolet werden, das kaum jemand auf dem Schirm hat.
Die ökologische Krise
Das Thema Umweltschutz führt bei Rechten oftmals ein Nischendasein. Klar, Umweltschutz ist Heimatschutz, das erste Tierschutzgesetz Deutschlands wurde im Dritten Reich eingeführt und der Deutsche liebt den Wald. Als Nationalrevolutionäre wollen wir grundsätzlich auch das Themenfeld Ökologie revolutionär angehen. Aber bei der Frage, was an unserem Ökologie-Zugang revolutionär sein darf und soll, wird es schnell eng. Weil revolutionär und radikal oftmals synonym zu sehen sind und wenn wir an radikalen Umweltschutz denken, dann reden wir schnell über die „Letzte Generation“ oder „Fridays for Future“, weil das Thema Klimawandel in den letzten Jahren den öffentlichen Diskurs bestimmt hat. Die Rechte hat hier eine Art Abwehrhaltung eingenommen: „Es gibt keinen Klimawandel“, „der Klimawandel ist nicht menschengemacht“ oder „wir haben keinen Einfluss darauf“. Wenn man sich so sehr auf das Thema versteift, geht der grundlegende Blick für eine Problematik auch verloren.
Denn der Klimawandel ist nur eine Bedrohung unter vielen weiteren großen Problemen. Die Menschheit wächst, ihr Lebensstil wird immer ausschweifender, ihre Müllberge wachsen. Doch die Ressourcen dieses Planeten sind begrenzt und es sieht nicht danach aus, dass es der Menschheit gelingt, sich eine neue extraterrestrische Heimat zu suchen. Weil dieses Problem in unserem Alltag kaum greifbar ist, dringt es nicht in unsere Bewusstseinssphäre. Aber die Subsistenz unserer gesamten Zivilisation ist gefährdet. Es ist durchaus möglich, dass es irgendwann zu einer Art Zusammenbruch kommt. Das muss nicht bedeuten, dass es mit dem menschlichen Leben auf der Erde schlagartig vorbei ist. Aber es ist wahrscheinlich, dass globale Konflikte um Ressourcen zunehmen werden. Es wird dann darauf ankommen, einen möglichst starken Gruppenverband zu haben. Nur ein europäischer Zusammenschluss, wie ihn die Europäische Eidgenossenschaft darstellt, kann dann Halt bieten. Europa muss bereit sein, geeint und rücksichtslos seine Interessen gegen fremde Großmächte durchzusetzen.
Doch der Reihe nach. In vielen Ländern der Erde sinken, wie oben bereits ausgeführt, die Geburtenraten. Doch vor allem in vielen afrikanischen Ländern wächst die Bevölkerung noch immer rasant, so in Niger (Geburtenrate 2022 6,82), Somalia (Geburtenrate 2022 5,31) oder Tschad (Geburtenrate 2022 5,46). Im vergangenen Jahr prognostizierte die UN, dass die Weltbevölkerung Anfang der 2080er Jahre ihren Höhepunkt mit 10,3 Milliarden Menschen erreichen wird. Wenn man davon ausgeht, dass es eine Art Korrelation zwischen wachsendem gesellschaftlichem Wohlstand und abnehmender Kinderzahl gibt, dann dürfte dies bei unveränderter Entwicklung plausibel sein. Mit diesem Zusammenhang könnte man erklären, warum in so vielen Ländern die Geburtenraten sinken. Aber das ist kein Grund, um das Problem als Selbstläufer anzusehen. Denn der vorerst wachsende Wohlstand wird auch den ökologischen Fußabdruck vieler Menschen tiefer werden lassen. Denn natürlich streben gerade die Menschen in den Schwellenländern nach einem Wohlstand, wie ihn aktuell die Menschen der westlichen Welt bereits besitzen. Das bedeutet mehr Energieverbrauch, mehr Konsum, mehr Ressourcenverbrauch, mehr Schadstoffausstoß.
Der bekannteste Schwund ist bei den Ressourcen zu verzeichnen, die wir auch aus der Klima-Debatte kennen: Also Erdöl, Erdgas, Kohle. Aber auch Seltene Erden, die beispielsweise in der Elektronik verwendet werden, sind, wie schon ihr Name besagt, knapp bemessen. Weil nur ein geringer Prozentsatz an Seltenen Erden wiederverwertet wird, ist davon auszugehen, dass auch hier einmal ein Mangelzustand eintreten wird. Jedoch auch Wasser, der Grundstoff des Lebens, wird knapp. Vorwiegend in Afrika, Teilen Nordamerikas und dem Mittelmeerraum, aber auch in vielen Regionen Deutschlands wird das Grundwasser knapp. Sogar Sand, der in Beton, Glas, Computern und Kosmetik verwendet wird, schwindet. Der weltweite jährliche Verbrauch von Sand beläuft sich aktuell auf rund 50 Milliarden Tonnen und hat sich damit in den letzten zwei Jahrzehnten verdreifacht. Es gibt daher sogar eine Art Kriminalität rund um den Sand, so wurden beispielsweise in Marokko bereits die Hälfte der Strände illegal abgetragen.
Wir haben auf der anderen Seite die Spuren wuchernden menschlichen Lebens. Allein ein Blick auf die Ballungsgebiete dieser Welt auf Weltraumkarten zeigt, dass die Entwicklung der Menschheit auf Dauer nicht gesund sein kann. Städte wie Mexiko-City, Dhaka in Bangladesch oder Bombay in Indien sind wahre Molochs. 2020 hat die menschengemachte Masse, also Beton, Metall, Plastik und Textilien die Masse aller Lebewesen auf Erden überschritten. Wir haben die Probleme des Flächenfraßes, der Abholzung riesiger Wälder, des Plastiks in den Weltmeeren, die Versauerung der Böden. Man kann einzelne dieser Probleme angehen, es gibt dort teils gute Ideen. Aber ist es wirklich möglich, aller Probleme Herr zu werden? Man kann an den Fortschritt glauben. Frei nach dem Motto: „Bis hierhin lief es noch gut“. Man kann hoffen, dass sich alles schon irgendwie zum Guten wenden wird. Aber klüger wäre es, sich auf den Ernstfall vorzubereiten.
Dieses Themengebiet ist für die Herrschenden ein absolutes Minenfeld. Schon im Zuge der Klima-Debatten war „Degrowth“ nie wirklich populär. Aber warum sich für die Herrschenden keine umfassenden Lösungsansätze darstellen, lässt sich wie folgt zusammenfassen: Weil die ökologische Krise komplex ist, kann es keinen „grünen Kapitalismus“ geben, der die Probleme von Geisterhand löst. Auf freiwilliger Basis wird sich Verzicht nicht erreichen lassen. Schon gar nicht global. Der Internationalismus scheitert, wo Verteilungskonflikte auftreten. Globalisierung ist ein Grundparadigma des Kapitalismus. Gleichzeitig ist sie eine der Triebfedern der ökologischen Krise. Eine raumgebundene Volkswirtschaft ist die einzige Alternative für eine sparsamere Form des Wirtschaftens. Die große Chance und Herausforderung besteht darin, den Deutschen Sozialismus so zu konzipieren, dass fortschrittliche Technik auf der einen Seite und eine einfache, traditionelle, ressourcensparende Lebensweise auf der anderen Seite vereint werden. Dass wir einen möglichst attraktiven Gesellschaftsentwurf abseits der Konsumgesellschaft anbieten, der durch einen modernen, starken Staat in einem vereinten Europa geschützt wird.
Drei Komplexe – Eine Lösung
Generationengerechtigkeit, Digitalisierung, ökologische Krise. Die genannten drei Themenkomplexe werden in den nächsten Jahren drängende Fragen aufwerfen und immer stärker in das Bewusstsein der Masse drängen. Die Herrschenden können darauf im Rahmen ihres schwerfälligen, auf Interessenausgleich bedachten System keine Antworten geben. Als Nationalrevolutionäre müssen wir, wie es schon unserem Selbstverständnis entspricht, revolutionär denken. Wir müssen daher auch über Dinge nachdenken, über die wir uns bislang noch keine Gedanken gemacht haben. Wir müssen Antworten bieten, wo andere noch nicht einmal die Frage gestellt haben.
Nur wenn uns das gelingt, können wir aus dem Schatten der AfD hervortreten und unser Volk aus seinem langandauernden Dämmerschlaf erwecken. Wenn wir eine völlig neue Idee anbieten, erreichen wir Deutsche, die uns bislang ablehnen und verachten. Wir dürfen uns nicht mit kleinen und bequemen Erfolgen zufrieden geben, sondern müssen nach dem Hohen greifen. Der Deutsche Sozialismus als natürliche Gemeinschaftsordnung und Wertethik für unser Volk bietet uns alle Möglichkeiten, denn kein Weg führt an einer starken Gemeinschaft vorbei.
Werde aktiv und leiste Deinen Teil – in praktischer Arbeit, wie in der Theoriearbeit!













