Gebirgsleistungsmarsch Nagelfluhkette 2025

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6200 Höhenmeter, jeweils zur Hälfte hoch und runter auf 40 Kilometer. Das war die Ansage für den Gebirgsleistungsmarsch der Arbeitsgemeinschaft KÖRPER UND GEIST unserer Partei. Für Anfang Oktober wurden fitte Wanderer mit alpiner Erfahrung gesucht, die sich dieser Herausforderung stellen. 8 Aspiranten fanden sich schließlich an der Talstation der Hochgratbahn ein, um den Marsch zu wagen.

Bei dichten Nebel und frostigen Temperaturen ging es gleich zackig bergauf. Nach etwa 200 Höhenmetern war die Wolkenschicht durchbrochen und ein wunderbarer Blick bot sich den Bergsteigern. Pünktlich zum Sonnenaufgang waren nach einer Stunde 400 Höhenmeter überwunden und der Kamm der Nagelfluhkette erreicht. Auf dem Grat sollte es sodann den ganzen Tag über ostwärts gehen. Dabei galt es, immer gleiche Höhenunterschiede zwischen den einzelnen Gipfeln, ganze 12 an der Zahl, zu überwinden. Mal 400 Meter runter, mal 400 Meter hoch.

Der Wettergott meinte es gut mit den Sportlern. So bot sich ein blauer Himmel, strahlender Sonnenschein und ein Blick auf das Wolkendach, aus dem nur die Berge hervorschauten. Den ganzen Weg entlang bot sich ein einzigartiges Naturschauspiel, dass keiner der Beteiligten vergessen wird.

Abgelaufen wurden auf dem Gratweg der Reihe nach die folgenden Gipfel:

  • Seelekopf 1663m
  • Hochgrat 1834m
  • Geichenwanger Kopf 1810m
  • Rindalphorn 1821m
  • Gründleskopf 1748m
  • Buralkopf 1772m
  • Sederstuiben 1737m
  • Stuiben 1749m Steinköpfle 1669m
  • Steinberg 1683m
  • Bärenköpfle 1476m
  • Mittag 1451 m

 

Die Wanderung auf der Nagelfluhkette gilt als Klassiker in der Region und ist leicht zu schaffen. Doch bei dem Leistungsmarsch stand den Wanderern der AG KÖRPER UND GEIST noch der lange Rückmarsch mit noch ca. 1000 weiteren Höhenmetern Anstieg bevor. Es galt also, die Kräfte einzuteilen und gleichzeitig nicht ins Trödeln zu kommen. Letzteres war ob der vielen Gipfel und der traumhaften Aussicht, die immer wieder zu Pausen einlud, alles andere als leicht.

Nach dem letzten Gipfel, dem Mittag, musste dann vorerst der Abstieg angetreten werden. Bis hierhin waren es 23 Kilometer und 2100 Höhenmeter Aufstieg. Etwas wehmütig begab man sich bergab in die kalte Wolke hinein. Trost spendete da aber eine kleine Einkehr vor einer Alm mit erfrischenden Getränken. Ein Teil der Bergabstrecke führte über die noch verwaiste Skipiste. Hier musste man höllisch aufpassen, um mit dem Stiefel nicht im tiefen Matsch zu versinken. Eine Aufgabe, die nicht alle erfolgreich meisterten. In Immenstadt gab es einen kleinen Verpflegungshalt. Hier konnte sich jeder noch einmal stärken, bevor der schwerste Teil der Tour anstand: Der Rückmarsch im Dunkeln mit noch etwa 1000 Höhenmetern Anstieg, 900 Höhenmetern Abstieg auf einer Strecke von 14 Kilometern (gleich vorab, es wurden mehr Kilometer). Bis jetzt waren noch alle Sportler, darunter auch eine Frau, dabei und verhältnismäßig wohlauf.

In der Dunkelheit beim Aufstieg teilte sich die Gruppe dann unbeabsichtigt. Dank der mitgeführten Funkgeräte konnte man aber durchgängig Fühlung halten. Zum Glück musste die Gruppe, die falsch abgebogen war, nicht zurücklaufen, sondern konnte ohne ein Mehr an Kilometern über andere Wege wieder auf die geplante Route stoßen. Die Vorausgruppe, die ohnehin schneller unterwegs war, wartete dazu in einer warmen Almhütte, welche glücklicherweise noch ihre Türen öffnete. Nach ausgiebiger Pause ging es auf den letzten Streckenabschnitt. Kurz vor dem Ziel wartete noch einmal eine besondere Prüfung auf alle Aspiranten. 50 Meter vor dem Ziel hieß es „Rechts abbiegen!“. Offenbar war die Höhenmeterberechnung der GPS-Route fehlerhaft und es fehlten noch 400 Höhenmeter An- und 400 Höhenmeter Abstieg, um auf die 6200 Gesamthöhenmeter zu kommen. Glücklicherweise war ein passender Berg direkt am Parkplatz. So ging es noch gegen 00:00 Uhr „schnell“ den Spitzlerberg nördlich des Parkplatzes hoch. Ganz konnte der Berg die Höhenmeter zwar nicht erfüllen, aber das Problem war nach einigem sturen Hoch- und Runterlaufen (immer mal 200 Meter hoch, und wieder 200 Meter runter) auch zu lösen. Als alle vorhandenen GPS-Geräte sodann die passende Aufstiegsmeterangabe anzeigten, wurde der Abstieg freigegeben. Hastig ging es zum Parkplatz hinunter.

Dort fand dann im Scheinwerferlicht der Fahrzeuge die Siegerehrung und Verleihung der Urkunden und Abzeichen statt. Lediglich ein junger Bursche hatte den Leistungsmarsch nicht erfolgreich abschließen können, den letzten Berg ließ er aus. Aber für seine 15 Jahre hatte er eine äußerst beachtenswerte Leistung abgeliefert. Durch das Tal hallten – wiederholt vom Echo – die Hurra-Schreie für jeden Einzelnen bei der Verleihung, gefolgt von unserem Parteiruf. Dass es letztendlich 48 Kilometer wurden, war dann auch geschenkt.

Der Leistungsmarsch brachte so manchen Teilnehmer an seine körperlichen und geistigen Grenzen und noch darüber hinaus. Neben wunderschönen Eindrücken in einzigartiger Natur bleibt bei jedem die Gewissheit, etwas Bemerkenswertes geleistet zu haben. Sei auch Du nächstes mal dabei, wenn der Berg ruft und der Gebirgsleistungsmarsch Nagelfluh 2026 ansteht. Berg Heil!