
Nach dem Mittwinter ist das germanische Jahr vorbei,
das Licht schlug die nächtliche Tyrannei.
Doch nun folgen die Tage zwischen den Jahren,
einen mystische, geheimnisvolle Zeit auch voller Gefahren.
Die zwölf Raunächte, weiß jedes Kind,
sind Nächte die aus der Zeit gefallen sind.
Das Sonnenjahr beginnt mit dem Sonnenaufgang,
365 mal immer bis zum nächsten Sonnenaufgang.
Das Mondjahr beginnt mit dem Neumond,
353 mal immer bis zum nächsten Neumond.
Sommer minus Mondjahr = 12 Nächte zwischen der Zeit,
mystisch macht sich dieser Geisterschleier breit.
Jene 12 Nächte stehen für je einen Monat im Folgejahr,
sei dir deshalb deiner Verantwortung gewahr.
Drum verhalte dich freundlich und recht,
dein Karma wird nächstes Jahr echt.
Es ist auch die Zeit der großen Orakeldeutungen,
mit Runen ersieht man Zukunftsfügungen.
Heute auch bekannt als Bleigießen,
aus welchem Weisungen ersprießen.
Das Zuhause soll sauber und ordentlich sein,
denn schön geschmückt stellt auch Besuch sich ein.
Verwandte aus dem Totenreich kommen vorbei,
begrüßen freundlich ihre Sippenreih’.
Verweilen einige Tage im Kreis ihrer Lieben,
sind gemütlich zusammen, genießen den Frieden.
Es ist auch die Zeit in der man Streit zur Seite legt,
der Zwist, er wird hinausgefegt.
Kämpfe und Kriege werden pausiert,
eine heilige Stille diktiert.
In den Raunächten kehrt man zu Hause ein,
zu einem friedlich gemütlichen Beisammensein.
Familie wird besonders groß geschrieben,
da sie nah am Herzen liegen.
Gern werden kleine Geschenke gemacht,
dadurch große Freude vollbracht.
Diese Freude trägt sich ins nächste Jahr,
wo sie glückliche Monde gebahr.
Es wird auch nicht gearbeitet, Frau Berchte sieht weg,
die Göttin des Fleißes übersieht das ganze keck.
Die Gemeinsamkeit liegt ihr hier am höchsten Wohl,
weshalb sie zur Raunacht dies befohl.
Draußen lauert ab jetzt Gefahr,
es geht um, eine schreckliche Mahr.
Mit Schreien, Rasseln, Heulen und fürchterlich Johlen
hat Wotan zur Wilden Jagd befohlen.
Es geht um, dieser unheimliche Geisterzug,
der große Angst und Schrecken mit sich trug.
Am Mittwinterhimmel und Wäldern schemenhaft zu sehen,
solle man ihr besser aus dem Wege gehen.
Unheil verheißt wer ihn erblickt
das Unglück packt ihn am Genick.
So ist dies eine magische Zeit,
doch eher für Gemeinsamkeit.
Der Alltag wird entschleunigt,
die Familie als das wichtigste bescheinigt.
Ruhen sollst du, komm zur Rast,
streife ab des Jahres Last.
Genieße die Familienbande,
sie ist das höchste Gut im Lande.
So sind die Raunächte ein Ruhen und Besinnen,
das Vorbereiten auf ein neu beginnen.













