Der Julleuchter

Home/Kultur/Der Julleuchter

Der Julleuchter, dieses Relikt aus einer alten Zeit,
entstanden als der Fortschritt noch sehr weit.
Von unseren Vorfahren ersonnen,
als der Kampf „Licht gegen Dunkelheit“ begonnen.
Wenn Baldur und Nanna müde ruhen,
kriecht die Dunkelheit aus ihren Schuhen.

Die Nacht umschlingt das Leben der Germanen Stämme,
und verzehrt das Licht im Tal und auf der Berge Kämme.
Mit dem Lichtverlust steigt auch die Angst,
der Schatten ist´s vor dem du bangst.
Die Nornen durchtrennen so manche Fäden,
von jenen die sich nachts in Sicherheite wäge.

Nebel steigt auf und Loki´s Brut zieht umher,
Riesen und Schergen machen das Überleben schwer.
Der Wind jagt durch die knarzenden, finsteren Tannen,
und beginnt eine beklemmende Stimmung zu spannen.

Sehnlichst wird die Wintersonnenwende erwartet,
jener Tag, an dem die Sonne ihren Siegeszuge startet.
Der Tag an dem das Licht die Dunkelheit besiegt,
von da ab täglich mehr Sonnenstunden kriegt.
In jener finst´ren Jahreszeit, machte sich ein Brauchtum breit.

Für diesen wichtigen Augenblick wurde er erdacht,
der Julleuchter – wurde aus Ton vollbracht.
Als Symbol des Kampfes „Licht gegen Dunkelheit“,
als Begleiter in jener unheimlichen Zeit.

Das Herzsymbol ist an seinem Kopf zu sehen,
als Zeichen des Lebens für Kommen und Gehen,
Es zeugt von der pulsierenden Kraft,
der inneren Stärke und Lebensgemeinschaft.
Darunter befindet sich die Hagalaz Rune,
die stürmische in der germanischen Zeichenlagune,
Sie steht für Zerstörung und Wiederaufstieg,
ein Zerschlagen für neuen Auftrieb.

Als Symbol für das zertrümmern von Alten,
um Platz zu schaffen für neues Gestalten.
Man stellte eine Kerze in den Julleuchter hinein,
hoffnungsgebend drang von innen heraus der Schein.
Die Kerze, stellvertretend für das Licht,
ist es, die das umschlingende Dunkel durchsticht.

Die Symbole werden wie Anker ins Nichts geworfen,
sie beginnen einen eisernen Willen zu verschorfen.
Den Willen zum Sieg – Licht gegen Dunkelheit,
das ewige Ringen der Menschenheit.

Ist dann die Zeit der Wintersonnenwende heran gerückt,
dann wird triumphal der Kopf des Turmleuchters bestückt.
Die Kerze aus dem Inneren wird nun seine Spitze,
und wohlig entfaltet sie dort ihre Hitze.

Wie das Hermann Denkmal strahlt sie bis weit in die Ferne,
hoffnungsspendend wie am Himmel die Sterne.
So ist der Julleuchter weit mehr als nur ein Relikt,
er ist mit Glaube, Tradition und Geschichte bestickt.
Er ist Teil unserer großartigen Kultur geworden,
sein Ursprung liegt im vergangenen verborgen.

Drum ehre diesen Brauch,
er ist vom Alten noch ein Hauch.
Du bist mit ihm durch dein Blut verbunden,
hast es bestimmt so auch selbst empfunden.
Darob, entzünde die Kerze mit ihrem Licht,
auf das sie die Dunkelheit durchsticht.

1 Kommentar

  • Ein schönes und inspirierendes Gedicht.

    Luka 15.12.2021
  • Hervorragend! Schön geschrieben.

    Hendrik 14.12.2021
  • Sehr schön.

    Luise 14.12.2021