Stadtleben: Schlecht für Körper und Geist!

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Menschen, die in Städten aufwachsen oder dort leben, sind statistisch deutlich häufiger von psychischen Erkrankungen betroffen als Menschen im ländlichen Raum. Darauf verweist ein Online-Artikel des MDR unter Berufung auf aktuelle Studien. Demnach ist das Risiko, an einer Depression zu erkranken, in der Stadt etwa eineinhalb Mal so hoch wie auf dem Land. Auch Angsterkrankungen treten bei Stadtbewohnern signifikant häufiger auf. Besonders ausgeprägt ist der Unterschied bei Schizophrenie. Hier liegt das Erkrankungsrisiko für Menschen, die in urbanen Ballungsräumen leben, mindestens doppelt so hoch.

Doch nicht nur die psychische Gesundheit leidet unter den Bedingungen des Stadtlebens. Auch zahlreiche körperliche Erkrankungen treten in Städten überdurchschnittlich häufig auf. Dazu zählen unter anderem chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Diabetes, Allergien, Adipositas sowie neurodegenerative Erkrankungen. Viele dieser Leiden stehen in engem Zusammenhang mit typisch urbanen Lebensstil-Faktoren.

 

Zusammenhang zwischen Lebensraum und körperlicher Gesundheit

Bei körperlichen Erkrankungen lässt sich der Zusammenhang mit dem Leben in der Stadt oftmals klarer nachvollziehen als bei psychischen Leiden. Bewegungsmangel, unausgewogene Ernährung, chronischer Stress sowie eine hohe Belastung durch Lärm und Luftschadstoffe gehören zu den Risikofaktoren, die eine Vielzahl an Erkrankungen begünstigen und denen Stadtbewohner vermehrt ausgesetzt sind.

Zunehmend rückt auch die Hygienehypothese als wichtiger Einflussfaktor in den Fokus der Forschung. Zahlreiche Studien deuten darauf hin, dass ein Mangel an mikrobieller Vielfalt in stark versiegelten und auf Hygiene ausgerichteten, urbanen Umgebungen das Immunsystem schwächt und Entzündungsprozesse begünstigt. Im Gegensatz dazu scheint das Leben auf dem Land, insbesondere der regelmäßige Kontakt mit Tieren, Böden und naturnahen Umwelten, die Diversität des Darmmikrobioms zu fördern und damit eine schützende Wirkung auf die Gesundheit zu haben.

Ein zentrales Indiz für diesen Zusammenhang beschreibt der Evolutions- und Entwicklungsbiologe Thomas Bosch von der Universität Kiel, der vom MDR zitiert wird: „Schlüsselbeobachtung ist, dass aus einem vielfältigen Mikrobiom und der Abwesenheit von diesen Lifestyle-Erkrankungen bei Bewohnern von ländlichen, kleinen Siedlungen, sukzessive mit dem Wegziehen in größere, urbane Gegenden, diese Lifestyle-Erkrankungen plötzlich auftauchen.“

 

Stadtleben und Psyche

Obwohl psychische Erkrankungen in städtischen Ballungsräumen statistisch häufiger auftreten, ist die wissenschaftliche Kausalität oft schwer eindeutig nachzuweisen. Dass die dichte Besiedlung, soziale Anonymität und Isolation in der Stadt jedoch Stressfaktoren darstellen, liegt nahe. Schon der Evolutionsbiologe und Begründer der Humanethologie, Irenäus Eibl-Eibesfeldt, beobachtete in seinen Studien, dass der Mensch ein angeborenes Bedürfnis nach Naturnähe, Pflanzenwuchs und überschaubaren Umgebungen hat. Viele menschliche Verhaltensweisen sind demnach auf das Leben in kleinen, stabilen sozialen Gruppen ausgelegt, nicht auf die Anforderungen einer anonymen Großstadt.

Die moderne Stadt ist somit keine natürliche Umwelt im evolutionären Sinn, sondern eine neuartige Lebenssituation, die Stressreaktionen, Unbehagen und psychische Belastungen auslösen kann. Dazu kommt, dass das Fehlen natürlich gewachsener Solidargemeinschaften und die Interaktion in einem multikulturellen Milieu evolutionär geprägte Mechanismen wie Xenophobie, die angeborene Fremdenscheu, aktivieren können. Diese Reaktionen, die der Sicherung sozialer Kohäsion dienen, können in modernen urbanen Kontexten zu emotionalen Spannungen und psychischen Problemen beitragen.
Zahlreiche Studien stützen die Annahmen, dass das Leben in Städten mit einem erhöhten Auftreten von Angststörungen, Depressionen und Stresssymptomen verbunden ist, während der Kontakt mit Natur das psychische Wohlbefinden stärkt. So konnte Gregory N. Bratman beispielsweise in einem Experiment nachweisen, dass selbst kurze Aufenthalte in Grünflächen einen messbaren positiven Effekt auf die psychische Gesundheit haben.

 

Stärkung des ländlichen Raums umsetzen!

Um die psychische und körperliche Volksgesundheit langfristig zu stärken, ist ein ganzheitlicher Ansatz erforderlich, der sowohl städtische, als auch ländliche Lebensräume berücksichtigt. Wie auch in den Ausführungen zum Punkt 2 „Raumgebundene Volkswirtschaft“ des Zehn-Punkte-Programms unserer nationalrevolutionären Partei erläutert, muss der ländliche Raum gestärkt und die zunehmende Verstädterung gestoppt werden.

Ballungszentren sind menschen- und familiengerecht zurück- und umzubauen, und wo dies nicht möglich ist, sollte zumindest der Zugang zur Natur durch den Ausbau von Parks und urbanen Grünflächen, sowie die Erhaltung naturnaher Rückzugsorte und Grünkorridore deutlich verbessert werden. Die zunehmende Verstädterung einerseits wie auch die Entvölkerung ganzer Landstriche andererseits müssen gestoppt werden. Hier bedarf es spezifisch abgestimmter Subventionen zur Schaffung von Arbeitsplätzen im ländlichen Raum. Die Arbeit muss auch auf dem Land wieder zu den Menschen kommen, nicht die Arbeiter in die Ballungszentren gezogen werden. In diesem Rahmen ist auch die Landwirtschaft wieder zu einem attraktiven Arbeitgeber zu machen, um die Abwanderung von Menschen aus den Städten auf das Land zu fördern.